Auch bekannt als „Calcio Fiorentino“ – das knüppelharte „Calcio Storico“ (historisches Fussballspiel) wird ausschliesslich in Florenz im Juni von vier Mannschaften ausgetragen, die jeweils einen der vier Stadtteile repräsentieren.

Das Spiel geht bis ins 15. Jahrhundert zurück und wurde ursprünglich von Aristokraten und sogar gelegentlich vom Papst gespielt. Die für das Spiel typische Gewalt geht auf die damalige Zeit zurück. Rivalisierende Familien im mittelalterlichen Florenz (Heimat der berüchtigten Medicis) sorgten oft für chaotische Verhältnisse.

Das Turnier besteht in seiner aktuellen Form aus zwei Halbfinalrunden und einem Finale – ausgetragen auf der sandigen Piazza (Platz) der Santa Croce Kirche aus dem 14. Jahrhundert.

Die Regeln sind einfach. Nach einem Kanonenschuss versuchen zwei Teams mit je 27 Mann über 50 Minuten hinweg, einen Ball über eine ca. 1,20 Meter hohe Mauer hinter der gegnerischen Mannschaft zu werfen und damit ein Tor zu erzielen (caccia): schlägt dies fehl, bekommt der Gegner einen halben caccia.

Der Ball wird mit Händen und Füssen gespielt, die Spieler setzen sogar Wrestling-Techniken ein, um den Gegner zu behindern – es wird mit vollem Körpereinsatz gespielt. Es fliesst Blut. Das Temperament gerät ausser Kontrolle. Würde und Anstand spielen keine Rolle mehr.

Die Gewinner schwenken am Ende keinen glänzenden Pokal – die Mannschaft erhält eine geschmückte Kuh.

Das Calcio Storico ist nur einer von den magischen Momenten, die uns sprachlos vor Augen führen, was unsere Welt zu bieten hat, wenn man bereit ist, seine gewohnten Pfade zu verlassen. Canon lädt Sie zu einer Entdeckungsreise ein – mit Bildern und Filmen. Come and See.