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Crosby Breakers © Stephen McNally

Schwarzweiss-Fotos mit langer Belichtungszeit machen

Der Friseur und Canon Enthusiast Stephen McNally begann erst vor acht Jahren mit der Fotografie. Jetzt hat er seine eigene Ausstellung mit langzeitbelichteten Schwarzweiss-Fotos – ziemlich schnell für jemanden, der die Kunst beherrscht, es langsam angehen zu lassen.

Beobachten Sie Stephen, wie er uns seine Lieblingsszenen zeigt und Ratschläge für Aufnahmen mit langer Belichtungszeit gibt.

Stephen McNally teilt mit uns seine Tipps für die Aufnahme von dramatischen Schwarzweiss-Fotos mit langer Belichtungszeit.

Dies ist das neueste Video aus einer Reihe, in der Canon Anwender bei der Aufnahme ihrer Lieblingsfotos gezeigt werden.

Während der Dreharbeiten bei Liverpool erzählte uns Stephen mehr über seine Erfahrungen und Techniken.

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Piano Sky, © Stephen McNally

Wie kamen Sie zur Fotografie? Was inspirierte Sie?

„Ich habe mir eine Canon EOS 450D gekauft und mich bei Flickr angemeldet, um meine Bilder zu präsentieren. Ich merkte schnell, dass es dort so viele tolle Fotos von anderen Amateuren gab – das hat mich inspiriert, dort online mehr über solche Dinge wie die Bildkomposition, Blenden-Einstellungen, Belichtung und Retusche zu erfahren.

„Es gibt dort den Fotografen Michael Kenna, der nahe meiner Heimat geboren wurde – ich liebe seine Schwarzweiss-Fotografie. Ich habe mehr über ihn und seine Arbeit erfahren und dann für mich beschlossen, in schwarzweiss zu fotografieren.“

Denken Sie, dass Ihr Beruf als Friseur Ihre Fotografie beeinflusst?

„Ich glaube, dass es mir geholfen hat, selbstkritisch zu sein und immer nach Methoden zu suchen, ein Bild zu verbessern und mich bei der meiner Fotografie herauszufordern. Mir wurde auch während meiner Ausbildung die Gestaltung beigebracht – das hilft mir jetzt.“

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Pit Head, © Stephen McNally

Ihre Fotos haben einen bestimmten Stil, gibt es etwas, wonach Sie in einer Szene suchen?

„Wenn ich einen Ort erkunde, suche ich nach Merkmalen, die sich von der Landschaft abheben und die Szene interessant machen. Ist zum Beispiel ist der Himmel fad oder launisch? Kann die Szene eine Einleitung zu einer Geschichte sein?

„Wenn der Himmel sehr bewölkt ist, nimmt der Himmel 2/3 des Bildes ein. Mit einer langen Belichtungszeit werden die ziehenden Wolken sichtbar und die Weitwinkel-Einstellung betont das Hauptmotiv. Wenn es sonnig ist, lege ich meine Kamera an die Seite.

„Ich habe Lieblingsbäume, die ich mehrfach Jahr während der verschiedenen Jahreszeiten besuche. Ich entdecke, wie sich die Form des Baumes ändert, wie die oberen Zweige bei Stürmen abknicken.

„Ich achte darauf, meine Bilder nicht zu überfrachten, um das Auge nicht mit zu vielen Detail abzulenken.

„Von den Orten, die wir während der Dreharbeiten besuchten, ist Perch Rock mein Favorit – mit dem Leuchtturm. Man hat so viele Perspektiven, um kreativ zu sein – die Rüstungsanlage und das alte Fort ermöglichen grossartige Kompositionen.“

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Light House, © Stephen McNally

Welchen Rat würden Sie geben, wenn man mit Langzeitbelichtung in schwarzweiss fotografieren will?

„Man brauchen die richtige Ausrüstung, technische Kenntnisse, ein kreatives Auge und Geduld.

„Man sollte ein Stativ und einen Fernauslöser haben, um ein scharfes Bild zu gewährleisten.

„Die ISO-Empfindlichkeit sollte so niedrig wie möglich gewählt werden – am besten ISO 100, wenn es geht. Ansonsten sieht man in den dunklen Bereichen Bildrauschen.

„Man sollte wissen, wo und wann man fotografiert. Schwarzweiss-Bilder brauchen starke und interessante Motive und sie benötigen stark bewölkte Tage.

„Am wichtigsten ist, seine Geduld zu trainieren. Speziell bei Nachtaufnahmen. Der Verschluss muss möglicherweise 45 Minuten oder noch länger geöffnet sein.

„Darüber hinaus ist sinnvoll, eine Testaufnahme zu machen, das Histogramm auszuwerten, um die perfekte Belichtungszeit zu ermitteln und sie dann bei der eigentlichen Aufnahme anzuwenden.“

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Time Square, © Stephen McNally

Wie viel des Bildes entsteht in der Kamera – und wie viel auf dem Computer?

„Man muss den richtigen Schuss bereits in der Kamera haben. Um es zu verbessern, verbringe ich nur wenig Zeit am Computer.

„Nachdem ich meine RAW-Datei in Adobe RAW geöffnet habe, schaue ich auf die Belichtung, um zu sehen, ob irgendeine Anpassung erforderlich ist. Ich ziehe dann die Klarheit hoch und mache leichte Anpassungen bei der Sättigung und Dynamik.

„In Photoshop starte ich dann mit Anpassung der Ebenen für Helligkeit und Kontrast und hebe die Kurven in eine andere Ebene. Ich dupliziere die nächste Ebene und wandele dann diese Ebene in das Schwarzweiss-Bild um. Ich dupliziere dann die Schwarzweiss-Ebene und helle oder verdunkele auf separaten Ebenen, wenn nötig.

„Ich lege dann eine Gradations-Ebene durch den Himmel im Multiplikation-Modus mit dem Opazitäts-Schieberegler an, um Tiefe in der Gradation zu erreichen.

„Zum Schluss speichere mit 300 und 72 dpi als PSD ab. Ich kann somit jederzeit zu jeder Arbeitsebene zurück. Wenn man das ein paar mal gemacht hat, geht das recht schnell.“

Was kommt als Nächstes?

„Michael Kenna verbrachte viel Zeit im Fernen Osten, in Japan zum Beispiel – ich würde auch gern mal dahin gehen gehen und fotografieren."

Nach Stephen McNally suchen und mehr über seine Fotografie erfahren.