no consumer

Tipps zur Actionfotografie

Bewegungsfotografie

Die Welt ist voller Bewegung. Doch wie lässt sich dies in einem einzigen Bild Ihrer Kamera einfangen? Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder nehmen Sie ein verschwommenes Bild auf, das den Eindruck von Bewegung vermittelt, oder Sie entscheiden sich für das „Einfrieren“ von Bewegung, um einen einzigen Moment innerhalb des Bewegungsablaufs festzuhalten.

Action-Horse

Um gute Bewegungsaufnahmen zu machen, müssen Sie ein Verständnis für die Funktionen Ihrer Kamera haben, müssen Sie die richtige Technik beherrschen und brauchen Sie etwas Erfahrung. In diesem Lernprogramm werden folgende Themen abgedeckt:

  • Belichtungszeit
  • Die Bedeutung von Blende und ISO
  • Kameraschwenks
  • Sportfotografie
  • Bildstabilisator
  • Experimentieren und Entdecken

Belichtungszeit

Bei der Aufnahme von Actionfotos ist es wichtig, die Bedeutung der Belichtungszeiten für die Bewegung zu verstehen.

Wenn Ihr Motiv ganz still steht und sich die Kamera auf einem stabilen Stativ befindet, ist die Belichtungszeit nicht so wichtig. Ob 1 Sekunde oder 1/1.000 Sekunde – die Ergebnisse ähneln sich, was die Schärfe des Motivs angeht.

Doch nun stellen Sie sich vor, ein Hund läuft über das Bild, bei einer Geschwindigkeit von 16 km/h. In 1 Sekunde legt er beinahe 5 m zurück. Wenn Sie eine Belichtungszeit von 1 Sekunde verwenden, erhalten Sie ein sehr verschwommenes Bild des Hundes.

Dies kann ein sehr effektives Mittel sein, um den Eindruck von Bewegung zu vermitteln. Eine Belichtungszeit von 1 Sekunde ist hier vielleicht etwas übertrieben, doch Belichtungszeiten von etwa 1/15 Sekunde sind durchaus einen Versuch wert (der Hund bewegt sich etwa 30 cm). Wenn Sie hingegen möchten, dass der Hund starr angezeigt wird, können Sie eine Verschlusszeit von 1/1.000 Sekunde ausprobieren. In diesem kurzen Moment legt der Hund nicht einmal 0,5 cm zurück.

Action-High-Jump

Die Bedeutung von Blende und ISO

Wenn Sie eine kürzere Verschlusszeit auswählen, gelangt weniger Licht zum digitalen Sensor Ihrer Kamera, und das Bild wird unterbelichtet. Um dies zu kompensieren, benötigen Sie eine weitere Objektivöffnung und/oder eine höhere ISO-Geschwindigkeitseinstellung.

Action-Motorbike

Bei einem Objektiv mit einer weiten Öffnung können Sie eine kürzere Verschlusszeit einstellen, ohne dass die Bilder überbelichtet werden. Viele Prime-Objektive (ohne Zoom), die für Canon EOS-Kameras verfügbar sind, haben maximale Öffnungen von 1:2,8 oder höher und sind unter Sportfotografen sehr beliebt. Erfahren Sie mehr über die Objektive von Canon auf der Canon Objektiv-Site.

Wenn Sie kein solches Objektiv besitzen, können Sie einen höheren ISO-Wert einstellen und den Sensor dadurch lichtempfindlicher machen. Der Nachteil hierbei kann ein erhöhtes Bildrauschen sein, d. h. Farbflecken auf der Aufnahme. Die aktuellen kompakten Digitalkameras von Canon sind mit dem HS System ausgestattet, welches das Bildrauschen um bis zu 60% senkt.

Kameraschwenks

Es ist möglich, auch bei langen Verschlusszeiten ein recht scharfes Bild eines sich bewegenden Motivs zu erhalten. Dazu wird die Kamera „geschwenkt“: Sie wird so bewegt, dass das Motiv während der Belichtung an derselben Position bleibt. Dies funktioniert am besten bei Motiven, die sich bei einer konstanten Geschwindigkeit in eine bestimmte Richtung bewegen, wie Vögel, oder ein Auto bei einem Rennen.

Action-Bike-Blur

Bei einer guten Schwenkaufnahme verhält es sich genau anders herum: Das Motiv ist scharf, der Hintergrund jedoch verschwommen. Einige Motive können gleichzeitig scharf und verschwommen sein. Beispielsweise wird der Körper eines fliegenden Vogels scharf, die Flügel jedoch verschwommen angezeigt, da sie sich im rechten Winkel zur Kamerabewegung nach oben und unten bewegen. Es ist wichtig, dass Sie beim Schwenken die richtige Position finden. Ihr Motiv sollte sich während der gesamten Aufnahme in gleicher Entfernung von Ihnen befinden.

Gute Schwenkaufnahmen erfordern viel Übung. Es kann hilfreich sein, nach dem Drücken des Auslösers noch weiter zu schwenken, damit eine fliessende Bewegung gewährleistet ist.

Sportfotografie

Ein Motiv, das in der Regel mit sehr viel Bewegung und Action verbunden ist, ist der Sport.

Action-Motorbike-Desert

Laufwettbewerbe sind gut vorhersagbar, da Sie stets wissen, wohin sich die Teilnehmer bewegen. Wenn Sie sich im rechten Winkel zur Laufstrecke befinden, können Sie Verwacklungen der Läufer auf Ihren Bildern durch Schwenken vermeiden. Wenn Sie sich ganz nach an der Laufbahn befinden und Sie Ihre Kamera in Richtung der auf Sie zukommenden Läufer halten, ist das Verwenden einer längeren Verschlusszeit möglich.

Fussball, Rugby und andere Sportarten, die auf einem Feld gespielt werden, sind schwieriger einzufangen, da sich die Spieler schnell innerhalb eines grossen Bereichs bewegen. Wenn Sie sich in der Nähe des Spielfeldrands befinden, können sich die Spieler zu einem bestimmten Zeitpunkt ganz in Ihrer Nähe und wenig später am anderen Ende des Feldes befinden. Verwenden Sie eine kurze Verschlusszeit für Nahaufnahmen, da Bewegung in der Nähe schneller erscheint.

Sie müssen kein Sportwissenschaftler sein, um gute Sportaufnahmen machen zu können. Besuchen Sie einfach Spiele in Ihrer Nähe, bei denen die Zuschauer an der Seitenlinie stehen und die Spieler anfeuern. Von hier aus haben Sie die besten Perspektiven und können das Geschehen ebenso gut verfolgen.

Bildstabilisator

Die Bildstabilisierung ist vor allem dann hilfreich, wenn Sie ein Teleobjektiv verwenden, da hierdurch die Auswirkungen von Kameraverwacklungen gemindert werden, die bei höheren Brennweiten auffälliger sind.

Man-Platform-Train

© Manuel Teixeira

Der optische Bildstabilisator (Image Stabilizer, IS) von Canon verwendet ein „frei bewegliches“ Element im Objektiv. Gyrosensoren im System erkennen die Kamerabewegung. Diese wird dann von einem integrierten Prozessor analysiert, woraufhin entsprechende Anweisungen gesendet werden, die dafür sorgen, dass sich das frei bewegliche Element nach oben bzw. unten oder von einer Seite zur anderen bewegt. Dadurch bleibt das Motiv stets an derselben Position, auch wenn sich die Kamera bewegt. Das System ist so leistungsstark, dass es sogar die Vibration eines Motors ausgleichen kann, wenn Sie Aufnahmen vom Auto oder von einem Hubschrauber aus machen.

Experimentieren und Entdecken

Die meisten Fotografen machen hin und wieder Bewegungsaufnahmen, ob es nun spielende Kinder, lokale Sportveranstaltungen oder belebte Strassenszenen während des Urlaubs sind. Es ist möglich, die Verschlusszeit zu berechnen, die benötigt wird, um Bewegungen „einzufrieren“. Hierzu wird die ungefähre Geschwindigkeit der Bewegung, die Bewegungsrichtung in Bezug auf die Kamera, die Entfernung von der Kamera und die Brennweite des Objektivs berücksichtigt. Doch bis Sie dies alles kalkuliert haben, ist Ihr Motiv bereits ausser Sicht.

Viel besser ist es, mehrere Bilder (idealerweise unter Verwendung verschiedener Belichtungseinstellungen) zu machen und die Ergebnisse später in Ruhe zu vergleichen. Digitale Bilder zeichnen die Verschlusszeit bei der Belichtung auf, und die meisten Bildbearbeitungsprogramme zeigen diese Information (gemeinsam mit Blenden-, ISO- und anderen Einstellungen) an. Lernen Sie einfach aus Ihrer Erfahrung, sodass Ihnen die richtige Kameraeinstellung irgendwann ganz automatisch von der Hand geht.

Galerie aufrufen

Wir sind ständig von Objekten und Personen in Bewegung umgeben, die sich grossartig als Motive für herausragende Fotos eignen. Beachten Sie die Tipps in diesem Lernprogramm, machen Sie ein paar tolle Bilder, und stellen Sie Ihre Lieblingsfotos in die Galerie ein. Nächsten Monat könnte Ihr Foto als eines der schönsten ausgestellt werden!

Informiert bleiben

Demnächst: Die Welt ohne Sucher sehen

Den Newsletter abonnieren