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Tipps zur Makrofotografie

Ratgeber: Nahaufnahmen

Mit Ihrer EOS-Kamera steht Ihnen das Tor zur Welt der Nahaufnahme (Makrofotografie) offen.
Die Makrofotografie ist für den Herbst oder den Winter – also die Zeit, wenn die Tage kürzer werden und das Wetter weniger vorhersehbar ist – perfekt geeignet, da sie drinnen wie draussen praktiziert werden kann.

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© Peter Schlegel,

Erste Schritte

Am Anfang können Sie mit dem im Lieferumfang Ihrer EOS-Kamera enthaltenen Standardobjektiv arbeiten und später ggf. auf ein spezielles Makro-Objektiv umstellen. Zoomen Sie mit dem Teleobjektiv auf maximale Vergrösserung heran, und stellen Sie das Modus-Wahlrad Ihrer EOS auf Nahaufnahme. Hierdurch werden die Belichtungseinstellungen und der Picture Style angepasst. Weitere Informationen zu diesen Einstellungen. Sie werden feststellen, dass Kamerabewegungen sich umso stärker auswirken, je näher Sie an Ihr Motiv herangehen. Die effektivste Methode, dies zu verhindern, besteht in der Verwendung eines Stativs. Jetzt können Sie beginnen.

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Harmonie im Wasser – © Roberto Tacchetto, Canon EOS-1D Mark III

Schärfentiefe und Fokussierung

Bei der Fokussierung von Motiven mit geringem Abstand zum Objektiv wird der Schärfentiefenbereich (der scharfe Bereich vor und hinter dem eigentlich scharf gestellten Punkt) sehr viel kleiner. Unabhängig von der verwendeten Blende ist der Hintergrund in der Regel unscharf. Wenn Sie jedoch eine kleinere Objektivöffnung (grössere Blendenzahl) wählen, wird mehr von Ihrem Motiv annehmbar scharf.

Um grösstmögliche Kontrolle und Präzision zu erreichen, wechseln Sie zur manuellen Fokussierung. Sie werden bemerken, dass geringfügige Bewegungen sich bei hoher Vergrösserung umso stärker auswirken. Vorsichtige Änderungen am Entfernungsring haben grosse Auswirkungen auf den Schärfebereich. Mit einem vergrösserten Live View können Sie das Bild am präzisesten scharf stellen.

Beleuchtung

Bei Makroaufnahmen ist die richtige Beleuchtung von entscheidender Bedeutung. Bei Innenaufnahmen sollten Sie immer versuchen, das natürliche Tageslicht in der Nähe von Fenstern zu nutzen. Vermeiden Sie direktes Sonnenlicht (empfehlenswert ist Streulicht etwa bei wolkigem Himmel), und verwenden Sie ein weisses Stück Pappe, um das Motiv gleichmässig auszuleuchten und so Schattenwurf zu vermeiden. Ein veränderter Abstand des Reflektors bzw. ein anderer Winkel können einen grossen Unterschied ausmachen.

Idealerweise sollten alle Bereiche des Motivs gleichmässig ausgeleuchtet sein, um Details und Farben optimal zu betonen. Die Blitzgeräte Canon Macro Ring Lite und Macro Twin Lite sorgen bei Makrofotografie für besonders ausgewogene Lichtverhältnisse.

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Aufgeschnittene Tomate – © Katherine Watson, Canon EOS 7D

Komposition und Hintergrund

Bei Nahaufnahmen bzw. der Makrofotografie kommt es auf jedes Detail an. Nehmen Sie sich also Zeit und vergewissern Sie sich, dass die Komposition Ihres Motivs in Bezug auf den Bildhintergrund stimmig ist. Der Hintergrund ist wahrscheinlich unscharf – aber Farbe, Helligkeit und allgemeine Formen können immer noch die Aufmerksamkeit von Ihrem Motiv ablenken. Jetzt verstehen Sie die Grundlagen, die folgende Seite wird Ihnen dabei helfen, den nächsten Schritt machen.

Der nächste Schritt

Ein Standardobjektiv reicht für den Einstieg in die Makrofotografie aus, aber es gibt Spezialobjektive und Zubehörteile, um wirklich nahe an Ihr Motiv heranzugehen.

Makroobjektiv

Dieser Objektivtyp ist speziell für Nahaufnahmen geeignet und bietet eine Vergrösserung im Verhältnis 1:1 (1:1 bedeutet, dass Ihr Motiv in Lebensgrösse auf dem Bildsensor der Kamera abgebildet wird). Makro-Objektive können auch für Porträtaufnahmen eingesetzt werden. Für APS-C-Sensoren empfiehlt sich als Einsteigermodell das Canon EF-S 60 mm 1:2,8 Macro USM, für Vollformatsensoren das Canon EF 100 mm 1:2,8 Macro USM. Das EF 100 mm 1:2,8 L Macro IS USM bietet Hybrid IS-Bildstabilisierungstechnologie, die es Ihnen ermöglicht, einige Makroaufnahmen auch ohne Stativ aus der Hand zu machen. Alle diese Makro-Objektive sorgen für eine überragende Schärfeleistung bis in die Bildecken, einen ausgezeichneten Kontrast und hervorragende Bildqualität.

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Erdbeere und Schokolade – © Alejandro Ruiz, Canon EOS 7D

Nahlinse

Nahlinsen werden vorne auf das vorhandene Objektiv geschraubt und wirken sozusagen wie ein Vergrösserungsglas. Sie sind sehr kompakt und daher das ideale Zubehör für das leichte Reisegepäck. Canon bietet zwei Typen an Nahlinsen, wobei das 250D leistungsstärker als das 500D ist.

Zwischenringe

Eine weitere Option für Makro-Aufnahmen mit Ihrem aktuellen Objektiv besteht in der Verwendung von Zwischenringen. Diese werden zwischen das EOS-Gehäuse und das Objektiv geschraubt, sodass auf Motive im Nahbereich fokussiert werden kann. Von Canon sind die beiden Zwischenringe EF12 II und EF25 II erhältlich. Der Zahlenwert bezieht sich auf die Länge des Rings: Der 25-mm-Ring bietet eine stärkere Vergrösserung als der 12-mm-Ring. Damit die Qualität Ihres Objektivs erhalten bleibt, enthalten Zwischenringe kein Glas, es ist jedoch mehr Licht für eine korrekte Belichtung des Motivs erforderlich.

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Kupferoxidkristall – © Matteo Chinellato, Canon EOS 5D Mark II

Erweiterte Einstellungen an der EOS

Wenn Sie in ein Spezialobjektiv oder Zubehör für Makroaufnahmen investiert haben, ist es lohnenswert, sich die Kameramodi anzuschauen, die Ihnen mehr Kontrolle über die Belichtungseinstellungen bieten, z. B. Zeitautomatik (Av) oder Manuell (M). Damit können Sie die Schärfentiefe regulieren. Hier finden Sie weitere Informationen zu diesen Modi.

Wenn Sie ein Stativ verwenden, finden Sie hier noch einige Tipps, wie Sie noch mehr Stabilität erreichen. Das Betätigen des Auslösers am Kameragehäuse kann zur Verwacklung führen. Wenn es für die Aufnahme nicht auf den exakten Auslösezeitpunkt ankommt, stellen Sie den Selbstauslöser auf 2 Sekunden ein, damit zum Aufnahmezeitpunkt keine Erschütterung mehr vorhanden ist. Alternativ können Sie auch einen Fernauslöser an Ihre EOS anschliessen. So können Sie den richtigen Moment für die Aufnahme wählen, ohne die Kamera berühren zu müssen.

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Zuckersüss – © Luis Pineda Garcia, Canon EOS 500D

Der letzte Schliff

Sie haben wahrscheinlich einige Zeit auf die perfekte Komposition Ihrer Makroaufnahmen verwendet. Es ist also sinnvoll, die Aufnahme im RAW-Format vorzunehmen und ihren Bildern mit der Digital Photography Professional-Software (DPP) von Canon den letzten Schliff zu geben. Tools zur Nachbearbeitung, wie Objektivkorrektur, Weissabgleich und Zuschnitt, machen Ihre Fotos zu etwas ganz Besonderem. Ein Tutorial zu DPP finden Sie hier.

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