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Das Kundenerlebnis im Einzelhandel der Zukunft

  • Gepostet vor 2 Jahren
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Kaum haben sich Firmen auf die Mehrkanal-Interaktion mit dem Kunden eingestellt, eröffnet der technische Fortschritt weitere Kommunikationsmöglichkeiten. Häufig ist der Einzelhandel Vorreiter bei der Einführung neuer Technologien.

Einige Einzelhandelsketten versuchen mittlerweile, Kunden über neue, ungewohnte Wege in ihre Läden zu locken, wo sie mit ihren Produkten oder Leistungen interagieren können. Technik steht im Mittelpunkt dieser neuen Einkaufserlebnisse; sie ist das Werkzeug, um Kunden ein „Wow!“ zu entlocken und so einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen.

Jüngstes Beispiel hierfür ist die Augmented Realität (AR), durch die der Vertriebsprozess eine zusätzliche kreative Dimension erfährt. AR eröffnet dem Kunden ein weites Feld an interaktiven Erlebnissen im Laden vor Ort. Lego z.B. führte eine Reihe von E-Kiosken mit AR-Funktion ein. Sobald der Kunde einen Lego-Bausatz hochhält, zeigt ihm der E-Kiosk das zusammengebaute Modell – als hielte er es vor sich in der Hand.

Auch die Modekette Uniqlo setzt AR-Technik in ihren Läden ein: Neben den Spiegeln befinden sich LCD-Bildschirme, die eine virtuelle Umkleidekabine erzeugen. Ohne sich umziehen zu müssen, können Kunden nun sehen, wie sie in den gewählten Kleidungsstücken aussehen würden.

Indem solche Einzelhändler ein einzigartiges Einkaufserlebnis bieten, sorgen sie dafür, dass Kunden sich länger im Ladengeschäft aufhalten und sich auf verschiedene Weise mit den Produkten auseinandersetzen.

Die virtuelle Realität (VR) wird Einzelhändlern noch mehr Möglichkeiten eröffnen, ihren Kunden besondere Erlebnisse zu bieten. In den letzten Jahren hat es auf diesem Gebiet beeindruckende Entwicklungen gegeben.

Während zunächst nur die Spielebranche in Form von interaktiven Videospielen profitierte, kommt VR mittlerweile auch auf anderen Feldern zum Einsatz, vor allem im Einzelhandel. Die gute Nachricht: Die technische Ausstattung, um Kunden zu begeistern, ist bereits verfügbar – und die Preise fallen drastisch.

Mithilfe von VR kann der Einzelhandel seinen Kunden aufregende, technisch hochinteressante Erfahrungen bieten. Der Kunde kann sich auf einen 360-Grad-Rundgang durch einen vollständig virtuellen Laden begeben – ein überwältigendes Einkaufserlebnis. Dies könnte ausserdem dazu führen, dass völlig neue Ladenformate entstehen.

VR vermag auch den Gestaltungsprozess von Produkten zu revolutionieren. Indem man Produktdesigns virtuell entwickelt, entfällt das lästige Warten auf maschinell hergestellte Prototypen. Dies beschleunigt den Designprozess mit all seinen Änderungen und sorgt zudem dafür, dass Fehler entdeckt werden, bevor ein Produkt hergestellt wird. Auch können Einzelhändler, die VR einsetzen, auf diese Weise neue Ladengestaltungen testen, bevor sie in Produktion gehen.

Indem VR die Kluft zwischen Internet- und stationärem Handel überbrückt, hat sie das Potenzial, den E-Commerce-Umsatz zu steigern und ein real anmutendes Einkaufserlebnis zu erzeugen. VR geht damit noch einen Schritt weiter als AR.

Dank diesen technischen Möglichkeiten dürfen sich Einzelhändler in den kommenden Jahren über zufriedenere Kunden freuen. Zwar vermag man nicht zu benennen, welches die genauen Auswirkungen sein werden und welche Innovation sich auf Dauer durchsetzt, doch eines lässt sich jetzt schon sagen: Das künftige Kundenerlebnis wird ein völlig anderes sein. Virtuelle Erfahrungen sind keine Zukunftsmusik mehr – die Zukunft hat bereits begonnen.