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Das CIO-Dilemma: Veränderung auf einen Schlag oder schrittweise Verbesserung?

  • Gepostet vor 1 Jahr
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In einer perfekten Welt hätte der IT-Leiter bereits eine strategische Vision, bevor er darangeht, ein Unternehmen reaktionsschneller, kreativer und kundenorientierter auszurichten. In der Wirklichkeit wird die Umgestaltung allzu oft von aktuellen Bedenken bestimmt als von einer langfristigen Idee.

Obwohl das Unternehmen durchaus willens ist, die Vorteile aus mobiler Technik, Cloud-Diensten und Business Intelligence zu ziehen, werden die Versuche zur Veränderung häufig durch Bedenken gelähmt, die aus der vorhandenen Technik herrühren. Wenn der Grossteil der Produktion auf traditioneller Netzwerktechnik beruht, ist es nicht leicht, einen flexiblen, modernen und kundenorientierten Ansatz umzusetzen.

Dies ist eine Herausforderung, die die Verantwortlichen bewältigen müssen. Es ist die Technik, vor allen anderen Unternehmensbereichen, die das grösste Potenzial bietet, Geschäftsprozesse zu revolutionieren, den Profit und die Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern.

Viele IT-Leiter sehen die Forderungen nach einer digitalen Neugestaltung auf der einen und die Beschränkungen durch die bestehenden Systeme auf der anderen Seite. Wie sieht der intelligenteste Weg aus, um den IT-Wandel herbeizuführen? Sollten die Verantwortlichen lieber kleine Schritte unternehmen, die den reibungslosen Ablauf nicht stören, oder sollten sie den grossen Wurf planen?

Darüber gehen die Meinungen auseinander. Während einige an den kompletten Neustart glauben, haben etwas vorsichtigere IT-Leiter auch überzeugende Argumente bezüglich Kosten, Unterbrechungen und Ausfallzeiten. In vielen Fällen ist es dem Technischen Leiter und seiner Abteilung überlassen, dass die Vorteile technologischer Erneuerung sinnvoll genutzt werden.

Dank der Allgegenwart von IT in allen Unternehmensbereichen haben die IT-Leiter in den meisten Unternehmen eine besondere Position, die ihnen einen Einblick in die Gesamtheit aller unternehmerischen Prozesse gestattet. Dadurch bieten sich zahlreiche Berührungspunkte mit den verschiedenen Geschäftseinheiten und Endkunden. Hier ist auch der ideale Ausgangspunkt für eine durch die IT angetriebene Neuausrichtung des Unternehmens, Durch den Dialog mit allen wichtigen Funktionsträgern können die IT-Leiter ermitteln, welche neuen Systeme wo und wann eingesetzt werden sollten.

Doch dann folgt der schwierige Teil: die tatsächliche Umsetzung der Umgestaltung. Wie bereits erwähnt, greifen viele Produktionssysteme tief in das Tagesgeschäft ein. Und es ist nicht einfach, an diesen für die Produktion wichtigen Einheiten zu hantieren, ohne das Risiko von Ausfallzeiten.

In jedem Unternehmen gibt es gewisse Personengruppen, die nicht offen sind für neue Ideen und Veränderungen. Anstatt sich dadurch entmutigen zu lassen, sollten sich die IT-Leiter zu Botschaftern entwickeln, die den Wert des Wandels und seine unternehmerischen Vorteile proklamieren. Dabei sollten sie innovative Ideen mit der gleichen Konzentration und Geschwindigkeit angehen und keine Angst davor haben, Fehler zu begehen.

IT-Führungskräfte sollten jedes interne Projekt so betrachten, wie es ein Unternehmer bei einer neuen Investition macht. Anstatt nur die Risiken und Störungen zu sehen, sollten die Unternehmen die Chancen hervorheben, die sich durch den Ersatz von ineffizienten, frustrierenden Altprozessen bieten.

Der grosse Wurf bei IT-Neuerungen eröffnet die Möglichkeit, weiter gefasste strategische Ziele mit wirklichem Veränderungspotenzial zu erreichen. Anstatt ständig den nächsten kleinen Schritt zu planen, sollten Unternehmen es wagen, alte Strukturen über Bord zu werfen und wieder lernen, ihre Ziele mittels einer Vision der Veränderung zu verfolgen.

Wenn IT-Leiter auch das übrige Unternehmen überzeugen, dann kann eine Strategie greifen, die die Probleme mit überkommener Technologie überwindet und das Optimum aus digitalen Systemen und Dienstleistungen herausholt.



[References]
https://enterprisersproject.com/article/2015/3/3-ways-cios-can-embrace-disruptive-technologies-without-ignoring-legacy-it
http://blogs.wsj.com/cio/2012/11/30/cios-must-embrace-risk-to-achieve-greater-innovation/