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Wie aus Daten Erkenntnisse werden

  • Gepostet vor 3 Jahren
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Rohdaten sind für ein Unternehmen ziemlich wertlos, aber diese Tatsache hält diese nicht davon ab, ständig mehr Fakten und Zahlen zu sammeln. Der Grund dafür ist simpel: Jedes Unternehmen, das etwas Sinnvolles aus diesem Datenwust ziehen kann, hat eine bessere Erfolgschance als seine Wettbewerber.

Das Ziel jedes Unternehmens muss es sein, unstrukturierte Rohdaten, also „Big Data“, in „kleine“ Daten zu verwandeln, um daraus Erkenntnisse zu gewinnen. Diesen dreistufigen Prozess stellt man sich am besten als Reise vor: Am Anfang ist die Datenerfassung, dann folgt die Analyse, die zum Ziel führt, nämlich einer besseren Unternehmensstrategie.

Doch die Erfahrungen vieler Unternehmen zeigen, dass dies kein entspannter Trip, sondern eine Tortur ist. Die internationale Beraterfirma Capgemini berichtet, dass mehr als die Hälfte (59 %) der Führungskräfte erkannt hat, dass Daten eine zentrale Komponente für den Marktwert geworden sind. Fast zwei Drittel (65 %) befürchten, ihr Unternehmen könnte seine Wettbewerbsfähigkeit verlieren, wenn sie keine neuen Analysemethoden einführen.

Weltweite Untersuchungen offenbaren, dass sich viele Unternehmen auf der Datenreise verirren. Während sie gut darin sind, Rohdaten zu sammeln, scheitern viele bei der Analyse und Schlussfolgerung. Dieser mangelnde Erkenntnisgewinn führt dazu, dass nicht wenige Führungskräfte auf diesem Gebiet resigniert haben.

Capgemini hat auch ermittelt, dass 64 % der Führungskräfte der Meinung sind, Big Data verschiebe die traditionellen Unternehmensgrenzen, und das führt in der Folge dazu, dass sich die Branche neuen Anbietern öffnet. Mehr als ein Viertel (27 %) der Führungskräfte glaubt, dass sie Konkurrenz von Anbietern aus anderen Branchen bekommen wird, während 53 % die Mitbewerber eher unter Start-ups vermuten, die mit Daten umzugehen wissen.

Ein prominentes Beispiel ist das Start-up Uber, das seinen Datenvorsprung auf dem Feld der Personenbeförderung ausspielt. Uber nutzt seine Informationen, um zu bestimmen, welchen Schwankungen die Serviceanforderungen unterliegen und wie davon die Preise und auch die Kundenzufriedenheit betroffen sein könnten. Diese Erkenntnisse haben es Uber ermöglicht, traditionelle Beförderungsunternehmen herauszufordern – und in vielen Fällen zu schlagen.

Unternehmen, die sich neuen Herausforderern gegenübersehen, müssen ein Geschäftsanalysesystem aufbauen und ihre langfristige Strategie anpassen. Traditionelle Hausverwaltungsunternehmen z.B. standen vor einer neuen Herausforderung in Form von Nest, dem intelligenten Thermostat von Google. British Gas reagierte, und mithilfe von Erkenntnissen aus Geschäftsanalyseprozessen wurde Hive, ein eigenes Heizungssteuerungssystem, entwickelt und verfeinert.

Die Fähigkeit zur Analyse kann auch eine ganze Branche umkrempeln, so geschehen im Finanzsektor. Echtzeitanalysen ermöglichen es Unternehmen, den elektronischen Handel zu beschleunigen. 64 % der in Datenfragen führenden Firmen betonen, dass sie dank ihrer Analysefähigkeit erfolgreiche Handelsstrategien entwickeln können. Die Daten-Nachzügler sind davon nur zu 53 % überzeugt, wie der Finanzspezialist State Street herausgefunden hat.

Die Botschaft lautet: Die Notwendigkeit, aus Daten wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen, nimmt stetig zu. Und das gilt über alle Unternehmen und alle Branchen hinweg. Diese entscheidende Fähigkeit gewinnt an Bedeutung. Auf lange Sicht ist die Analyse von Rohdaten ein Muss. Denn nur so kann ein Unternehmen konkurrenz- und überlebensfähig bleiben.


[References]

http://www.prnewswire.com/news-releases/new-global-study-by-capgemini-and-emc-shows-big-data-driving-market-disruption-leaving-many-organizations-fearing-irrelevance-300047775.html

http://www.datanami.com/2015/03/17/how-startups-are-using-big-data-tech-to-disrupt-markets/

http://www.zdnet.com/article/if-you-dont-fail-you-arent-innovating-how-to-keep-tech-staff-engaged-and-customers-happy/

http://www.statestreet.com/content/dam/statestreet/documents/Articles/DataFullReport.pdf