Canon Graphic Arts Award

Canon Graphic Arts Award

Bereits zum fünften Mal wird der Canon Graphic Arts Award 2019 als nationaler Wettbewerb durchgeführt. Und zwar gemeinsam mit der Fachzeitschrift Publisher und einer Schweizer Schule für Gestaltung. Die Absolventen erhalten eine Konzept- und Gestaltungsaufgabe und der Gewinner schafft es auf das Cover des Publishers.

Als führendes Unternehmen im Bereich Druck, Crossmedia und E-Commerce, engagiert sich Canon mit dem Canon Graphic Arts Award für die Aus- und Weiterbildung in der graphischen Industrie. Künftige Berufseinsteiger und Fachleute erhalten so die Möglichkeit, ihr Wissen und ihre Kreativität einem grösseren Publikum vorzustellen.

Von der Belichtung der Realität zur digitalen Kopie

Durch Verfremdung eines analogen Originalfotos entstand ein neues abstraktes Original. Daraus resultierte das bewegte Sujet für den PUBLISHERUmschlag der Ausgabe 6-19.

Zum fünften Mal wurde im Rahmen des Canon Graphic Arts Award der Umschlag vom PUBLISHER durch Studenten einer Schweizer Schule für Gestaltung entworfen. Entstanden ist ein Cover mit ausdrucksstarken Farben, das ein verzerrtes, abstrahiertes Ursprungsbild mit viel Bewegung wiedergibt.

Original und Kopie in Bewegung
Der nationale Wettbewerb von Canon wurde dieses Jahr mit der Grafik-Fachklasse der Schule für Gestaltung Bern und Biel durchgeführt. Am Wettbewerb nahmen 11 Schülerinnen und Schüler des 2. und 3. Ausbildungsjahrs teil, welche von Simon Moser betreut wurden. Die Schule für Gestaltung Bern und Biel war dabei zum zweiten Mal beim Wettbewerb dabei, wobei im Jahr 2015 Studenten des Berner Teils zum Zuge kamen. Dieses Jahr erhielten Studenten des Bieler Teils der Schule eine Konzept- und Gestaltungsaufgabe, welche sich dem Thema «Motion» widmete. «Für die Studenten ist der Wettbewerb eine tolle Erfahrung mit starkem Praxisbezug. Konzeptarbeit und Präsentation gleichen dem Agenturalltag, der sie erwarten wird», so Simon Moser. In Ergänzung zum Thema Motion sollte auch der Frage nach Original und Kopie nachgegangen werden. Als Anregung dienten Überlegungen über das Wechselspiel von Original und Kopie, Unikat und Serie und dem damit verbundenen Prozess der Veränderung. Selbstverständlich war der technische Aspekt der Möglichkeiten von personalisiertem oder individualisiertem Digitaldruck ebenfalls Bestandteil der Aufgabenstellung. Siegfried Alder ist Business Development Manager bei Canon und verantwortlich für den Graphic Arts Award. «Für Canon ist der jährliche Award ein Commitment gegenüber der grafischen Industrie und den Ausbildungen in der Branche. Wir geben Schülern damit eine Plattform, ihre Arbeiten einem breiten Publikum vorzustellen», so Siegfried Alder.
Nach Eingabe der vielfältigen und inspirierenden Arbeiten fand eine Jurierung durch Canon Mitarbeitende, der Schule für Gestaltung sowie vom PUBLISHER statt. Die Gewinnerin – Louisa Berger – darf nun mit ihrer Arbeit den Umschlag der gedruckten Ausgabe 6-19 des PUBLISHER zieren.

Ein abstraktes Bild mit surrealen Farben
Die 20-jährige Louisa Berger aus Jegenstorf ist im dritten Ausbildungsjahr der Grafikfachklasse in Biel und konnte mit ihrem Entwurf die Jury des Wettbewerbs überzeugen. Am Ursprung ihrer Arbeit stand die Überlegung, dass alles was fotografiert, skizziert oder sonstwie abgebildet wird, immer eine Kopie der Umwelt ist. Sie hat sich dabei auf analoge Fotografie fokussiert und ein Medium gewählt, das geradezu vom Kopieren und Replizieren lebt: Ein Abbild des realen Motivs wird auf Film gebracht, danach entwickelt und im Fall des vorliegenden Umschlags schlussendlich digitalisiert. Dadurch entstand eine Reihe von Kopien, welche am Ende wieder ein eigenständiges Werk ergaben. Das ursprüngliche Bild eines fahrenden Trams in der Stadt Bern wurde auf den Kopf gestellt und symbolisiert damit das in der Aufgabenstellung formulierte Thema Motion. «Ich wollte die Motion aufzeigen, mit der wir uns täglich auseinandersetzen. Wir sind immer in Bewegung und haben zum Ziel, Punkt B schnellstmöglich zu erreichen», so Louisa Berger. Das Bild wurde nach der Rotation noch mit Unschärfe, Abstraktion und surrealen Farben nachbearbeitet. Zudem wurden die Schriften verzerrt, wodurch noch zusätzlich Bewegung im Bild entsteht.
Unter Einbezug der verschiedenen Lesergruppen des PUBLISHERS entwickelte Louisa Berger fünf Versionen des Umschlags in unterschiedlichen Farben. Durch die Änderung der Farben erhält jeder Leserkreis eine individuelle Ausgabe, schon fast ein Original, trotzdem harmonieren die unterschiedlich farbigen Umschläge durch das gleichbleibende Bild miteinander und haben einen gemeinsamen Wiedererkennungswert.

Zuverlässige Vielfalt
Teil der Aufgabenstellung für die Studenten war auch die Auswahl eines Papiers für den Umschlag. Dabei konnten sie aus einer kleinen Vorauswahl aus dem Sortiment von Canon wählen. Louisa Berger entschied sich für das Papier «TOP Coated Graphic Excellent silk 350 g/m²», da darauf die moderne Farbwahl kräftig zur Geltung kommt. Das Papier kontrastiert zudem zum Retrolook in der Umschlaggestaltung. Gedruckt wurde das Cover im Showroom von Canon auf einer imagePRESS C10000VP. Innerhalb eines Arbeitstags wurde die gesamte Auflage des Covers in «Full-Speed-Produktion » produziert. Die Echtzeit-Farbkalibrierung stellt sicher, dass vom ersten bis zum letzten Bogen stabil, mit gleichbleibender Qualität produziert wird: bei einer konstanten Geschwindigkeit von bis zu 100 Seiten pro Minute mit einer Auflösung von 2400×2400 dpi. Die spezielle Rastereinstellung mit 190 lpi sorgt für eine fast offsetähnliche Anmutung der Bilder.
So entstand aus dem Originalfoto eines Berner Trams eine verfremdete Kopie. Und da diese im Digitaldruck mit individuellen Farben gedruckt wurde, halten die Leserinnen und Leser damit doch irgendwie ein Original in der Hand.