Adding value with finishing

CRD Performance Enhancement Essentials

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Im Canon Insight Report Corporate Reprographics: Trends and Opportunities drängt Professor Frank Romano darauf, "den Fokus auf die Endverarbeitung zu richten, denn dort liegt der Mehrwert."

“Der Wert des gedruckten Dokuments wird von der Endverarbeitung bestimmt. Kunden wollen keinen Stapel loser Blätter, sondern eine Broschüre oder einen gehefteten oder gebundenen Bericht. Sie wollen ein fertiges Produkt. Diese Ausweitung der Endverarbeitungsoptionen bietet große Chancen für Hausdruckereien.”

Diese Botschaft ist in der Branche angekommen. Man will die Austauschbarkeit von Druckprodukten vermeiden und versucht, diese aufzuwerten. Die Weiterverarbeitung ist nicht mehr das ungeliebte Stiefkind, sondern der Schwarm, der von allen begehrt wird. Dies zeigte sich auf der drupa 2012, bei der die Neuentwicklungen im Finishing großes Interesse hervorriefen.

Es überrascht, dass es so lang gedauert hat, bis die Weiterverarbeitung ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt ist. Schätzungen gehen davon aus, dass 40 % der Produktkosten (ohne Material) im Finishing anfallen. Eine lausige Endverarbeitung kann den Wert des Produkts zerstören. Dass Finishing nun diese Beachtung findet, liegt auch am Automatisierungsprozess der vergangenen 20 Jahre. Beschleunigt durch den Digitaldruck und das Internet, kommt er in Print-on-Demand-Umgebungen mit hochentwickelten Web-to-Print-Lösungen zur vollen Blüte. Die Nachfrage nach kleineren Auflagen mit kurzen Lieferfristen hat Druckereien dazu animiert, eine neue Art von Endverarbeitungslösungen einzusetzen. Teure, große Maschinenstraßen, die mit einer komplizierten Handhabung einhergehen, werden ergänzt um kompakte automatisierte Systeme, die sich bequem über Touchscreens bedienen lassen. Das Ergebnis: präzisere Ergebnisse, weniger Ausschuss.

Die globale Wirtschaftskrise hat zudem das Bewusstsein für die Gesamtbetriebskosten geschärft. Vergleichsweise bescheidene Investitionen in die Endverarbeitung ziehen gewaltige Produktivitätssteigerungen und Kostensenkungen nach sich.

Größere Kontrolle
Das entscheidende Argument für die Weiterverarbeitung in der Hausdruckerei selbst ist jedoch das Mehr an Kontrolle. Es geht darum, die Gründe zu beseitigen, die Ihr Unternehmen und seine Abteilungen dazu veranlassen, Aufträge extern zu vergeben. Je mehr Bereiche eines Auftrags in Ihrer Hand liegen, desto leichter können Sie Ihren Kunden eine Gesamtdrucklösung anbieten, und desto eher werden Sie zum favorisierten Lieferanten. Dies gilt erst recht, wenn Sie Web-to-Print (W2P) installieren. Die Kontrolle über die Endverarbeitung gibt Ihnen die Flexibilität, die Sie brauchen, damit W2P funktioniert. W2P sorgt für einen stetigen, aber oft unvorhersehbaren Fluss an kleineren Print-on-Demand-Jobs für Ihre Digitalmaschinen. Eilaufträge, die sich nur intern erledigen lassen.

Mithilfe dieses Leitfadens können Sie die jüngsten Entwicklungen im Finishing besser verstehen und nutzen. Nach einem Exkurs, wie der Digitaldruck neue Weiterverarbeitungsabläufe (wie integriert und semi-integriert) hervorgebracht hat, beschreiben wir, wie Sie Broschürenerstellung, Falzung und Klebebindung in Eigenregie vornehmen können. Abschließend betrachten wir die nicht-mechanischen Aspekte des Finishings - wie man digitale Systeme dazu nutzt, den Wert zu erhöhen und die Wirkung zu steigern.

Zwei Vorbehalte müssen wir jedoch noch loswerden. Zwar ist es strategisch im Interesse der Hausdruckerei, die Weiterverarbeitung so weit wie möglich selbst durchzuführen, doch sind dem Ganzen fachliche Grenzen gesetzt. Engagierte Weiterverarbeiter haben die "Do it yourself"-Entwicklung registriert und versuchen gegenzusteuern. Viele haben Spezialkenntnisse in der Veredelung erworben. Und fast alle sind Geschäftspartnerschaften mit Druckereien eingegangen, die ihnen eine Art Exklusivrecht zusichern, Produktionsspitzen und besonders anspruchsvolle Aufgaben zu übernehmen. Angesichts der Fülle von Veredelungsmöglichkeiten ist es sinnvoll, in Erfahrung zu bringen, welche Möglichkeiten eine Partnerschaft mit einem Spezialisten vor Ort bietet.

Der zweite Vorbehalt betrifft die Wahl der Finishing-Ausrüstung. Diese hängt ab von der Art der Druckausgabe. So sind konventionelle Maschinen nicht immer zum Finishen digital gedruckter Seiten geeignet. Daher sollte man vorab prüfen, ob solche Seiten sich in gewünschter Weise weiterverarbeiten lassen. Bei der Auswahl der verschiedenen Optionen sollte man auch die Finishing-Anforderungen, die Sicherheit und Datenintegrität der gedruckten App sowie den Produktionsworkflow (z.B. on-Demand- oder personalisierter Druck) und den tatsächlichen Druckprozess berücksichtigen.

Integriert, semi-integriert oder separat
Die Finishing-Workflows, die mit dem Digitaldruck einhergehen, sind integiert, semi-integriert und separat.

Ein integrierter Workflow bietet das größte Maß an Automatisierung. Die Druck- und Endverarbeitungsausrüstungen sind eng miteinander verknüpft. Die Frontend-Kontrolle des Drucks steuert auch das Finishing. Dies ist die ideale Lösung, wenn Sie ein klar definiertes Spektrum an Produkten in Standardformaten produzieren, z.B. Berichte, Broschüren, Angebote oder Handbücher. Die Produktivität der integrierten Endverarbeitung hängt von der Effizienz der Finishing-Ausrüstung ab. Diese muss auf dem Niveau des Digitalsystems sein, von dem es "gefüttert" wird.

Bei einem separaten Workflow gibt es keine Verbindung zwischen Druck- und Finishing-Ausrüstung. Daher können unterschiedliche Drucker den Finisher füttern. Doch ist der Personaleinsatz ein höherer und damit auch die Arbeitskosten. Durch die möglicherweise höhere Geschwindigkeit des externen Equipments kann das Mehr an Personalleistung jedoch kompenisiert werden. Dies alles hängt von der Art und Menge der Weiterverarbeitungsaufträge ab.

Im Gegensatz zur integrierten oder separaten Weiterverarbeitung ist die semi-integrierte flexibler. Es gibt keine physische Verbindung zwischen den Ausrüstungen. Doch "versteht" das Finishing-System die Anforderungen jedes Auftrags, entweder über OMR (die Markierungen auf dem Bogen werden eingelesen) oder über eine elektronische Schnittstelle zum Druckserver (z.B. JDF). Dadurch kann das Finishing-System die Drucke verschiedener Maschinen weiterverarbeiten. Auch eine Protokollierung ist auf diese Weise möglich und damit die Verrechnung solcher personalisierten Produkte.

Welcher Ansatz ist für Sie der richtige? Leider ist eine Pauschalantwort nicht möglich. Jeder Ansatz hat seine Vor- und Nachteile. Hersteller und Druckereien diskutieren daher über die Vorzüge des jeweiligen Workflows. Es ist eben ein komplexes Thema. Worin sich jedoch alle einig sind: Der geeignete Workflow hängt nicht nur von der Arbeitsmenge ab, sondern auch davon, inwiefern die Endverarbeitungslösungen die Effizienz steigern und durch neue Produkte Mehrwerte generieren.

Finishing hat viele Gesichter, z.B. beschneiden, zusammentragen, rillen, falzen und binden. Doch wir widmen uns jenen drei Prozessen, die für einen Betrieb mit Schwerpunkt Digitaldruck interessant sind: Broschürenerstellung, Falzung und Klebebindung.

Die Broschürenerstellung ist mit einer Anzahl automatisierter Abläufe verbunden — zusammentragen, heften, falzen und beschneiden —, um den "Stapel loser Blätter", von denen Professor Romano sprach, in einen fertigen Bericht, eine fertige Präsentation, Broschüre usw. zu verwandeln. Eine Palette unterschiedlicher Modelle ist verfügbar, z.B. ein Highend-System, bei dem über ein Sensorfeld Auftragseinstellungen wie Format, Größe usw. eingegeben werden und das Fehl- und Doppelzufuhren erkennt.

Ihre Wahl hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, z.B. von der Verarbeitung der Substrate (das System muss sowohl mit den Innenseiten als auch mit den schwereren Umschlägen fertigwerden) und der Einrichtungszeit (diese ist wichtig bei kleinen, eng terminierten Aufträgen). Viele Druckereien setzen auf einen integrierten Dreiseitenbeschnitt. Wie bereits erklärt, hängt die Wahl des Workflows davon ab, was Sie drucken.

Die Falzung ist, neben dem Beschnitt, die gängigste Art der Weiterverarbeitung. Selbst das einfachste Produkt kommt wahrscheinlich nicht ohne Falz aus. Komplexere Falzungen ermöglichen es Ihnen, Werbeprodukte aufzuwerten sowie Interesse und Wirkung zu erhöhen. Von den zwei Hauptverfahren - Messerfalz und Taschenfalz - kommt das Erstere vor allem bei größeren Formaten zum Einsatz. Der Taschenfalz geht mit hohen Geschwindigkeiten einher, und die Verwendung mehrerer Falzbleche ermöglicht eine hohe Zahl von Falzungen. Dank modularem Aufbau lassen sich die Falzkapazitäten an den wachsenden Bedarf anpassen.

Heutige Falzeinheiten sind mit einem hohen Grad an Automatisierung verbunden - für schnelles Einrichten und Wechseln. Die Einstellungen häufiger Auftragsarten lassen sich speichern und auf Knopfdruck abrufen, z.B. die Zufuhreinstellungen, Rücken- und Seitenanschläge, Falzbleche und sogar der Anpressdruck der Rollen. Dennoch braucht man für das Falzen einen erfahrenen Mitarbeiter, der mit den Eigenschaften der verschiedenden Papiere vertraut ist und weiß, wie sie reagieren.

Die Klebebindung ermöglicht die Produktion professioneller Bücher, einschließlich bedrucktem Buchrücken. Einst ein Fall für Spezialisten können Sie dank Automatisierung - Tastendruck genügt - mit den aktuellen Systemen die Klebebindung in Eigenregie durchführen. Für eine vergleichsweise geringe Investition ist die Klebebindung ein gewaltiger Fortschirtt gegenüber der Spiral- und Drahtkammbindung. Letztere sind nur für kleinere Auflagen mit begrenzter Seitenzahl geeignet, nicht jedoch für seitenstarke Dokumente und - aus Kostengründen - für größere Auflagen.

Vor der Einführung der Klebebindung gilt es jedoch einiges zu bedenken. Nehmen sie zum Beispiel den Umschlag. Ein richtiger Umschlag macht sich gut, aber man muss ihn wegen des Buchrückens und Beschnits mehr als doppelt so groß ausdrucken und zudem rillen, damit er plan liegt. Einige tonerbasierte Digitaldrucker setzen zur Fixierung eine Silikonölschicht ein, die den EVA-Kleber (Ethylenvinylacetat) abstoßen können. Auch Recyclingpapiere sind problematisch, weil durch die kürzeren Fasern der Kleber schlechter Halt findet.

Man muss sich daher zwischen EVA- und PUR-Kleber (Polyurethan) entscheiden. EVA ist der gängige Kleber in der Buchbindung. Er wird geschmolzen und dann auf die zu klebenden Oberflächen gepresst. Jedoch ist er nicht stark und haltbar genug für Papiere, die mit Silikonöl fixiert wurden. PUR verfügt über eine hohe Klebkraft, die selbst die Fixierölschicht durchdringt. Zwar ist er teurer, doch benötigt man geringere Mengen, wodurch Klebewülste vermieden werden. Auch lässt sich PUR leicht recyceln und bei niedrigeren Temperaturen als EVA verarbeiten. Andererseits bedingt PUR mehr Wartung. Der offene Behälter z.B. muss nach jeder Schicht geleert und gereinigt werden. Um dies zu vermeiden, bieten Hersteller mittlerweile auch geschlossene Einheiten an, die allerdings teurer sind.

Brillante Veredelung
Veredelung ist der Schlüssel dazu, dass Produkte optisch und haptisch herausstechen. Der Offsetdruck öffnet hierbei ein weites Feld, von der Laminierung und Lackierung bis zur Kaschierung und Prägung. Während einige Veredelungen, z.B. Inkjet-Lackierungen, inzwischen selbst durchgeführt werden können, bleiben spektakuläre Effekte eine Aufgabe für den Spezialisten.

Jedoch kann selbst Ihr Digitalsystem zur Veredelung eingesetzt werden, sofern es über Transparenttoner verfügt. Partielle Glanzbeschichtungen lassen Bilder und Texte hervortreten. Partielle Mattbeschichtungen sorgen für reizvolle Kontraste. Und eine Flächenkaschierung schützt gegen Kratzer und Wasserspritzer. Transparenttoner mit einem hellen CMYK-Halbton erzeugt einen Metallic-Look auf Visitenkarten. Auch lässt sich damit auf Gutscheinen und Eintrittskarten kostengünstig ein Wasserzeichen aufbringen.

Veredelung - ein Neuanfang
In der Vergangenheit erforderte die Endverarbeitung viele manuelle Eingriffe. Erst mit der Automatisierung von Abläufen ist sie für den automatisierten Digitaldruck interessant geworden. Besonders, weil Verfahren wie der variable Datendruck den Reiz des Neuen verloren haben. Je mehr der Kunde personalisierte Produkte als selbstverständlich nimmt, umso mehr müssen Druckereien neue Wege finden, um seine Aufmerksamkeit zu gewinnen. Zum Beispiel die kreative Veredelung. Hier können Sie mit dem Digitaldruck punkten. Denn Veredelung spricht die Sinne an. Deren Möglichkeiten auszuschöpfen, markiert einen Neuanfang für Ihre Hausdruckerei.

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