Luca Zanetti - The e-Bike Diaries

Mit dem E-Bike durch Südamerika – Ein Bericht über eine faszinierende Fotoreise

Der Fotograf Luca Zanetti ist während sieben Monaten durch die endlosen Weiten des südamerikanischen Kontinents gereist. Ausgerüstet mit einem elektrischen Fahrrad und zwei Canon Kameras: der Canon EOS 5DS und der Powershot G9 X. Sein Ziel: Auf die dramatischen Konsequenzen der Klimaveränderung für Umwelt und Gesellschaft hinzuweisen. Die Inspiration dazu fand Zanetti im Motorrad-Trip eines jungen argentinischen Arzt‘, der in den frühen Fünfzigerjahren eine ähnliche Route bereist hatte und später grosse Berühmtheit erlangen sollte: Ernesto Guevara. Wir haben uns mit Luca Zanetti über sein Abenteuer unterhalten und erfahren, wie ihn die Canon Kameras dabei unterstützten, seine Reise mit atemberaubenden Bildern zu dokumentieren.


Luca Zanetti bei Sonnenuntergang am mächtigen, von einer Wolke verdeckten Huascaran (6778 Höhenmeter) in Peru (Bild: ©Alex Kornhuber 2016)

Ciao Luca – du bist unter anderem ein bekannter Schweizer Reportage-Fotograf. Wie würdest du dich als Person beschreiben?
Ich bin ein bereister Fotojournalist, der es liebt, seinen Träumen zu folgen.

Für dein aktuelles Projekt, the E-Bike Diaries, bist du mit einem elektrisch angetriebenen Fahrrad durch Südamerika gereist. Wie kam es dazu?
Die Idee ist mir auf meinem Mountainbike durch den Kopf gegangen, als ich auf den Klausenpass gefahren bin. Eine ältere Frau hatte mich gerade mit ihrem E-Bike überholt. Der Anblick, wie sie fast mühelos und mit hoher Geschwindigkeit den Berg hinauffuhr, hat mich ins Staunen versetzt. Das E-Bike schien mir ein perfektes Fortbewegungsmittel zu sein, um damit meine beiden grossen Leidenschaften zu kombinieren: die Fotografie und das Biken. Hinzu kam, dass ich mir zu der Zeit oft Gedanken zur Klimaveränderung und dem Verfall unserer Umwelt gemacht hatte. Von der Idee bis zur Umsetzung vergingen zwei Jahre.

Welche Länder hast du besucht?
Chile, Argentinien, Bolivien, Peru, Ecuador und Kolumbien


Ein Falke, der von einem riesigen Kaktus aus in der Provinz Salta, Argentinien abhebt. Die Samen des Kaktus werden von den Vögeln, vom Wind und vom Regen verstreut. Eine Kaktuspflanze produziert Millionen von Samen bis sie stirbt. Allerdings leben nur 1-2 Samen lange genug, damit ein neuer Kaktus entstehen kann (Bild: ©Luca Zanetti 2016).

Welche Botschaft möchtest du damit vermitteln?
Mein grösstes Anliegen ist es, auf die Auswirkungen des Klimawandels aufmerksam zu machen - sowohl betreffend Umwelt als auch bezüglich den Konsequenzen für unsere Gesellschaft.

Wie hast du das konkret umgesetzt?
Indem ich beispielsweise den mittlerweile ausgetrockneten Poopó-See in den bolivianischen Anden sowie einige der über 700 Fischer-Familien fotografiert habe, die in seiner unmittelbaren Umgebung wohnten. Sie lebten bis vor einiger Zeit noch davon, was der See hergab. Der Poopó-See war der zweitgrösste See Boliviens und wurde 2015 von den Behörden offiziell für ausgetrocknet erklärt. Eine Katastrophe ausgelöst durch den Klimawandel sowie durch inkompetentes Wasser-Management.

 
Ein Skelett eines verdursteten Pelikans und ein verlassenes Fischerboot am Poopó-See. Der ehemals zweitgrösste See Boliviens wurde 2015 für ausgetrocknet erklärt.

Welche Erlebnisse waren für dich auf der Reise besonders einschneidend (positiv wie negativ)?
Zum einen war ich erstaunt, wie viele Türen uns das Reisen mit dem E-Bike öffnete. Die Leute waren sehr neugierig und haben uns immer und überall unterstützt. Am wertvollsten für mich aber: sie liessen sich gerne fotografieren. Auf der anderen Seite war ich sehr enttäuscht, wie wenig Südamerika in alternative Energiequellen wie Sonne oder Wind investiert.


Luca Zanetti:"Cajamarca, Peru: Josefino sind wir auf unserem Weg zum Fluss Marañón begegnet zwischen Celendin und Balsas wo die Region Cjamarca an den Bundesstaat Amazonas grenzt. Josefino hat zeit seines Lebens Kokablätter gekaut. So wie es seine Vorfahren vom Stamm der Chachapoya immer getan haben. Mit einem kleinen Spachtel wird etwas Kalk über die Blätter gegeben um das Alkali herauszulösen. Das Kauen von Kokablättern hat einen leicht stimulierenden Effekt und hilft bei Müdigkeit, Hunger und Durst. Die Blätter gelten auch als Heilmittel für Höhenkrankeit" (Bild: ©Luca Zanetti 2016).

Bist du auf deiner Reise auch in gefährliche Situationen geraten? In welche?
Zwei Mal hat man versucht uns auszurauben. Einmal in Argentinien und einmal in Kolumbien. Wir kamen aber beide Male glimpflich davon: Einmal haben wir gehört, wie die Räuber davon sprachen, dass sie bei einem Überfall auf uns durch eine nahegelegene Überwachungskamera erwischt werden könnten. Dann sind wir weggefahren. Beim zweiten Mal vermute ich, dass die Räuber davon abgesehen haben, mich zu bestehlen, weil ich ihnen erklärte, dass ich mit meiner 72-jährigen Mutter reiste (Anmerkung: Pia Zanetti ist ebenfalls eine bekannte Schweizer Fotografin). Vielleicht hat sie das moralisch und ethisch verwirrt – sie haben uns jedenfalls ziehen lassen.

Auf der Reise begleiteten dich neben deinem E-Bike auch zwei Canon Kameras – was kannst du uns über deine Arbeit damit berichten?
Die EOS 5DS ist ein wahres Juwel von einer Kamera. Ich hatte nie auch nur das kleinste Problem - und das während einer siebenmonatigen Reise von über 11‘150 Kilometer auf holperigen Strassen. Das spricht wirklich für die Robustheit und Wetterresistenz der Kamera. Der zusätzliche Dynamikumfang hat mir sehr gut gefallen – dieser ist in der Landschaftsfotografie sehr wertvoll. Zudem ist es hilfreich, dass man zwischen unterschiedlichen Aufnahmeformaten wählen kann. Bei der Powershot G9 X finde ich es grossartig, dass man auch RAW-Dateien aufnehmen kann. Zudem finde ich die Connectivity-Funktionen sehr wertvoll – man kann via WLAN/NFC einfach Bilder aufs Smartphone übertragen und diese sofort im Internet teilen. Die Videoqualität hat mich ebenfalls sehr beeindruckt.


Der Wasserfall Gocta fällt durchgehend das ganze Jahr mit zwei freien Fällen und einer Länge von 771 Metern in die Tiefe. Dieses Bild zeigt den ersten Fall des mächtigen Wasserfalls, den man in der Region von Chachapoya im Departement Amazonas, in Peru findet (Bild: ©Luca Zanetti 2016).

In welchen Situationen konntest du die Vorteile des hochauflösenden 50,6 Megapixel-Sensors der EOS 5DS konkret nutzen?
Eigentlich immer: Ich habe alle meine Bilder im quadratischen Format geschossen und hatte noch immer ausreichend Auflösung, um damit zu arbeiten.

Wie hast du die Profi-Kompaktkamera Powershot G9 X eingesetzt?
Ich habe die Powershot G9 X vor allem für Videos genutzt. Zudem hätte ich nach den anstrengenden Reisetagen nie so viel fotografiert, wenn ich die kompakte Kamera nicht dabei gehabt hätte. Nach einem Reisetag auf dem E-Bike ist man gewöhnlich komplett müde. Es war wirklich sehr angenehm eine kleine, federleichte Kamera dabei zu haben, die mir eine hohe Bildqualität in RAW-Dateien lieferte.


Ein händehaltendes Pärchen nach einem Sturm in der Stadt Cafayate, Provinz Salta in Argentinien (Bild: ©Luca Zanetti 2016)

Für welche Zwecke setzt du nun die Bilder ein (DSC und DSLR)?
Bisher habe ich die Bilder auf Instagram und auf meinem Blog gepostet. Zudem haben diverse Magazine über die Reise berichtet und meine Bilder verwendet. Z.B. Somos, die wöchentliche Beilage der peruanischen Tageszeitung El Comercio, SI Grüen sowie das deutsche Magazin Elektrobike.

Wie geht es nun weiter? Planst du eine Ausstellung?
Ich plane ein Buch zusammen mit einem Schweizer Verleger. Demnächst werden meine Bilder im SWISS Magazine veröffentlich, dem Magazin der SWISS International Air Lines und demnächst erscheint ein Bericht auf der Online-Plattform SwissInfo.ch.

Vielen Dank! Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg bei deinen Projekten.

Mehr Informationen zu The E-Bike Diaries findest du unter: www.fotozanetti.com/luca/the-diaries/ oder auf Instagram @fotozanetti


Argentinische Cowboys, genannt Gauchos, beim Viehtreiben in Patagonien (Bild: ©Luca Zanetti 2016).


Bei Verlassen der Tatacoa Wüste auf dem Fluss Magdalena mit Fischer Rolando Rojas in Richtung des Departements Tolima, Tolima Kolumbien (Bild: ©Luca Zanetti 2016).