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Tipps für Hochzeitsfotografen: 7 typische Rückschläge und wie man sie überwinden kann

Finde mit Tipps von den Canon Botschaftern Fabio Mirulla und Carmen und Ingo heraus, wie du alte und neue Herausforderungen überwindest, mit denen Hochzeitsfotografen oft konfrontiert werden.
Ein frisch vermähltes Paar hält eine Wunderkerze in der Hand, während es unter einem Regenschirm steht.

Regen wird von manchen Hochzeitsfotografen als Feind angesehen, aber Fabio Mirulla nutzt einen Regenschauer zu seinem Vorteil in dieser beeindruckenden Aufnahme eines frisch vermählten Paares, das unter einem Regenschirm Schutz sucht. Einer von Fabios besten Tipps für Hochzeitsfotografen ist, unerwartete Situationen anzunehmen und sich selbst zu zwingen, kreativ zu denken. Aufgenommen mit einer Canon EOS R mit einem Canon EF 24mm f/1.4L II USM Objektiv bei einer Verschlusszeit von 1/125 Sek., Blende 1:6,3 und ISO 2500. © Fabio Mirulla

Hochzeitsfotografie ist ein anspruchsvoller, aber sehr lohnender Beruf. Um erfolgreich zu sein, musst du sehr gut mit Menschen umgehen können, unter Druck kreativ denken und sicherstellen, dass sich dein Unternehmen in einem äusserst wettbewerbsintensiven Bereich von der Masse abhebt.

Fabio Mirulla ist einer der bekanntesten Hochzeitsfotografen Italiens. Geboren und aufgewachsen in der Toskana, wo er immer noch lebt, reist er um die Welt und fotografiert Paare an spektakulären Orten.

Carmen und Ingo sind nicht nur privat, sondern auch beruflich ein Team. Die beiden haben sich 2003 kennen und lieben gelernt und fotografieren seit 2006 Hochzeiten in ganz Europa.

Wir haben die beiden erfolgreichen Hochzeitsfotografen gebeten, uns die grössten Herausforderungen zu nennen, mit denen sie konfrontiert werden, und uns zu erklären, wie diese überwunden werden können.

Ein Porträt des Brautpaares beim Spaziergang durch ein Kornfeld.

Carmen und Ingo fotografieren Hochzeiten an Orten in ganz Europa, so dass sie oft nicht in der Lage sind, ein Paar vor dem grossen Tag persönlich zu treffen. Stattdessen nutzen sie ihre Präsentationsfähigkeiten, um per Videoanruf einen guten Eindruck zu hinterlassen. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark IV mit einem Canon EF 24mm f/1.4L II USM Objektiv mit einer Verschlusszeit von 1/2000 Sek., Blende 1:1,8 und ISO 100. © Carmen and Ingo Photography

1. Hochzeiten aus der Ferne planen

Als internationaler Hochzeitsfotograf kann es schwierig sein, potenzielle Kunden zu treffen, die hunderte von Kilometern entfernt wohnen. Und aufgrund der behördlichen Gesundheitsbeschränkungen im Jahr 2020 war es praktisch unmöglich, dass die Fotografen ihre Kunden persönlich trafen. „Wir hatten schon immer potenzielle Kunden, die weit weg wohnten, bei denen keine Möglichkeit bestand, sie vor der Hochzeit persönlich zu treffen“, so Carmen und Ingo. „Wir haben vielleicht nur 5 bis 10 % der Paare zwischen der Buchung und der Hochzeit selbst getroffen.

„Angesichts der jüngsten Einschränkungen ist es noch wichtiger geworden, sich online zu verkaufen und professionell auszusehen“, fügen die beiden hinzu. „Wenn man Skype- oder Zoom-Meetings veranstaltet, sollte man sich nicht mit einem Mobiltelefon mit schlechter Beleuchtung zufrieden geben. Für Kundengespräche benutzen wir eine Canon Kamera mit einer guten Lichtinstallation und setzen die Bühne mit einem schönen Hintergrund in Szene. Wenn dein Computer oder deine Software nicht von deiner Kamera unterstützt wird, kannst du einen HDMI-zu-USB-Konverter verwenden, um sicherzustellen, dass du professionell wirkst.“

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2. Mit dem Unvorhergesehenen umgehen

Hochzeiten werden Monate oder sogar Jahre im Voraus geplant, aber der grosse Tag wirft oft unerwartete Probleme auf. „Schlechtes Wetter, schlechte Lichtverhältnisse, eine unattraktive Kulisse – manchmal hat man das Gefühl, dass alles gegen einen läuft. Aber es sind nicht die Bedingungen, die das Problem sind, sondern du“, erklärt Fabio. „Du musst aufhören, dir etwas anderes zu wünschen und das Gegebene so fotografieren, wie es tatsächlich passiert.

„Um eindrucksvolle Bilder zu kreieren, solltest du nach den Möglichkeiten suchen und bereit sein zu experimentieren. Wenn du versuchst, nach einer Formel innerhalb vorgegebener Grenzen zu arbeiten, kannst du die Chance versäumen, etwas Grossartiges zu schaffen.“

Eine Aufnahme aus einem niedrigen Winkel von einem frisch vermählten Paar, das über einen Haufen Luftballons springt. Die Ballons erscheinen viel grösser, da sie sich so nah an der Kamera befinden.

Fabio hat die grasenden Kühe im Hintergrund dieses Bildes verdeckt, indem er mit der Canon EOS R vom Boden aus fotografiert und dabei das dreh- und schwenkbare Display verwendet hat. Durch dieses Umdenken ist es ihm gelungen, ein lustiges, magisch anmutendes Bild zu kreieren, auf dem das Brautpaar über riesige Ballons zu hüpfen scheint. Aufgenommen mit einer Canon EOS R mit einem Canon EF 24mm f/1.4L II USM Objektiv, Verschlusszeit 1/500 Sek., Blende 1:16 und ISO 2000. © Fabio Mirulla

3. Ordnung aus dem Chaos schaffen

An einem Hochzeitstag können hektische Vorbereitungen, überfüllte Szenen und unruhige Hintergründe im Widerspruch zu intimen Aufnahmen stehen. „Es ist elementar wichtig, dass du mit deinem Motiv verbunden bleibst“, sagt Fabio. „Ich arbeite mit Canon Objektiven mit Festbrennweiten, meist 35 mm und 85 mm, aus einem Grund: sie zwingen mich, näher an mein Motiv heranzugehen oder mich von ihm zu entfernen. Diese Bewegung zwingt mich dazu, wirklich „hinzusehen“.

„In einem chaotischen Raum voller Menschen, wie z. B. wenn sich die Hochzeitsgesellschaft fertig macht, gibt mir die Bewegung die Möglichkeit, meinen Blickwinkel zu verändern“, erklärt er. „Ich ändere meine Position und finde, dass sich daraus interessante Blickwinkel ergeben. Das ist genauso wichtig, wenn du im Freien arbeitest. Wenn du dich in einer Stadt oder an einem Ort mit unruhigem Hintergrund befindest, kann es einen grossen Unterschied machen, ob du dich bewegst oder von oben oder unten fotografierst. Die dreh- und schwenkbaren LCD-Displays von Canon sind dafür grossartig.“

Ein Schwarzweissbild von einem sich umarmenden Paar in einem Stall. Das Paar wird von zwei Pferden beobachtet, die in den Boxen neben ihnen stehen.

Fabio bevorzugt es, kleinere Hochzeitsgesellschaften zu fotografieren, da die Atmosphäre oft intimer ist und es mehr Möglichkeiten gibt, Beziehungen zum Paar und den Gästen aufzubauen. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark IV mit einem Canon EF 35mm f/1.4L II USM Objektiv, Verschlusszeit 1/80 Sek., Blende 1:5,6 und ISO 1600. © Fabio Mirulla

4. Die Einschränkungen kleiner Hochzeiten überwinden

Lockdown-Beschränkungen haben die Zahl der Gäste bei Hochzeitsfeiern begrenzt – in einigen Fällen sind überhaupt keine Gäste erlaubt. Wie kannst du das zu deinem Vorteil nutzen? „Ich habe einige Hochzeiten mit 600 oder mehr Gästen fotografiert, bevorzuge aber kleinere, intimere Hochzeiten, weil ich dort wie ein Gast behandelt werde“, sagt Fabio. „Manchmal musste ich sogar als Trauzeuge fungieren und die Hochzeitsurkunde unterschreiben.

„Bei einer kleinen Hochzeit kann man die Leute kennenlernen, eine Beziehung aufbauen und viel Zeit mit ihnen verbringen. Das gibt dir die Möglichkeit, einige wirklich fabelhafte Fotos zu machen. Ich habe kürzlich eine Hochzeit mit nur sechs Personen fotografiert, und es war eine der besten Hochzeiten meiner Karriere – lustig und emotional. Die Kraft der Liebe war so stark, und die Menschen hatten so viel mehr Zeit füreinander. Du solltest nie Angst davor haben, kleine Hochzeiten zu fotografieren.“

Ein frisch vermähltes Paar umarmt sich mit geschlossenen Augen und einander zugewandten Gesichtern. Die Braut trägt einen Blumenkranz auf dem Kopf.

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Jungvermählte, die sich bei Sonnenuntergang umarmen, der Schleier der Braut weht im Wind.

Carmen und Ingo kombinieren technisches Können mit Kreativität, wie diese stimmungsvolle Hochzeitsaufnahme im Gegenlicht zeigt. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark IV mit einem Canon EF 24mm f/1.4L II USM Objektiv mit einer Verschlusszeit von 1/2000 Sek., Blende 1:2 und ISO 160. © Carmen and Ingo Photography

Ein von hinten aufgenommenes Porträt einer Braut, die an einem dekorierten Tisch sitzt. Ihr Hochzeitskleid hat einen tiefen V-Ausschnitt am Rücken.

Wenn du bei schlechten Lichtverhältnissen fotografierst, wie z. B. beim Abendempfang, helfen dir lichtstarke Objektive dabei, jede Bewegung einzufrieren, ohne dass du die ISO-Einstellung zu hoch einstellen musst. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark IV mit einem Canon EF 50mm f/1.2L USM Objektiv, Verschlusszeit 1/160 Sek., Blende 1:1,8 und ISO 1250. © Carmen and Ingo Photography

5. Technische Hindernisse bewältigen

Carmen und Ingo lieben Hochzeitsbilder im Gegenlicht, aber manchmal kann der Autofokus das Motiv nicht erfassen, wenn du ins Licht fotografierst. „Als einfache Abhilfemassnahme kannst du die Hand heben, um zu verhindern, dass die Sonne in das Objektiv scheint“, sagen sie. „Aktiviere den Autofokus und sperre die Fokusposition, und dann bewege einfach deine Hand, bevor du fotografierst. Eine weitere Möglichkeit ist, sich leicht zur Seite zu bewegen, so dass die Person, die du fotografierst, die Sonne blockiert. Auch hier aktivierst du den Autofokus und fixierst die Fokusposition und bewegst dich dann in die andere Richtung, um den gewünschten Bildausschnitt zu wählen.“

Ein weiteres häufiges Problem ist das Fotografieren bestimmter Hochzeitsumgebungen bei schwachem Licht. Hier kann die Wahl der richtigen Ausrüstung helfen. „Manche denken, dass f/2.8 ein schnelles Objektiv ist, aber das stimmt nicht“, führen Carmen und Ingo weiter aus. „Canon stellt einige fabelhafte f/1.4 und sogar f/1.2 Objektive der L-Serie her, aber wenn du nicht das Budget für diese hast, investiere stattdessen in ein Canon EF 85mm f/1.8 USM, ein Canon EF 50mm f/1.8 STM oder ein Canon EF 35mm f/2 IS USM Objektiv mit Festbrennweite. Das sind günstigere Objektive, die aber trotzdem hervorragende Qualität liefern.“

Eine schemenhafte Aufnahme eines Paares unter einem Einbahnstrassenschild; ein anderes Paar geht auf dem Bürgersteig, beleuchtet von Strassenlaternen.

Wo auch immer du in der Welt bist oder welche Kultur du fotografierst, Fabio glaubt, dass es wichtig ist, sich selbst und seinem eigenen unverwechselbaren Aufnahmestil treu zu bleiben. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark IV mit einem Canon EF 35mm f/1.4L II USM Objektiv, Verschlusszeit 1/80 Sek., Blende 1:4 und ISO 100. © Fabio Mirulla

Ein Selbstporträt des Hochzeitsfotografen-Duos Carmen und Ingo, eng umschlungen, während hinter ihnen die Sonne untergeht.

Carmen und Ingo nutzen jede Auszeit, um mit verschiedenen Arten des Fotografierens zu experimentieren. Die beiden fügen stimmungsvolle Selfies in ihr Marketingmaterial ein, um potenziellen Kunden zu zeigen, was für einen Look sie erreichen können. Aufgenommen mit einer Canon EOS R5 mit einem Canon EF 35mm f/1.4L II USM Objektiv mit einer Verschlusszeit von 1/400 Sek., Blende 1:1,4 und ISO 160. © Carmen and Ingo Photography

6. Das Beste aus Ausfallzeiten machen

Als die Lockdown-Beschränkungen eingeführt wurden, rieten Carmen und Ingo vielen ihrer Kunden, ihre Hochzeitspläne um ein oder zwei Jahre zu verschieben. Um die zusätzliche Zeit, die sie plötzlich hatten, sinnvoll zu nutzen, beschlossen sie, ihr Marketingmaterial zu aktualisieren.

„Wenn man Lücken im Terminkalender hat, ist es wichtig, kreativ zu bleiben. Deine Persönlichkeit zu vermitteln ist ein wirklich wichtiger Aspekt des Marketingprozesses. Die Leute kaufen keine Bilder, sie engagieren Leute, um Erinnerungen zu schaffen, also musst du eine Beziehung aufbauen. Ein Bonus der dreh- und schwenkbaren Displays vieler Canon Kameras ist, dass man sie umdrehen kann, um interessante Selbstporträts aufzunehmen.

„Wir sind mit unseren EOS R5 und EOS R6 mit Stativen hier in Österreich in die Berge gegangen und haben mit verschiedenen Lichtverhältnissen experimentiert. Wir hatten eine tolle Zeit, und dabei ging es nicht nur darum, neue Dinge zu üben. Man kann Fotos und Videos aufnehmen, bei denen man mit der Kamera interagiert, und Material erstellen, das man sehr effektiv im Online-Marketing einsetzen kann."

Eine Braut, die im späten Nachmittagslicht eine Flasche Champagner mit einem Schwert öffnet. Ihr frisch angetrauter Ehemann steht an ihrer Seite mit den Händen über dem Kopf.

Fabio glaubt, dass der Schlüssel zu grossartigen Hochzeitsfotos darin liegt, niemals Angst zu haben, etwas Neues auszuprobieren – der Wechsel von einer Spiegelreflexkamera zu einer spiegellosen Systemkamera hat ihm noch mehr Möglichkeiten gegeben, mit Schatten und Licht zu experimentieren. Aufgenommen mit einer Canon EOS R mit einem Canon EF 35mm f/1.4L II USM Objektiv bei einer Verschlusszeit von 1/2000 Sek., Blende 1:2 und ISO 200. © Fabio Mirulla

7. Kreative Blockaden besiegen

Jeder, der in einem kreativen Beruf arbeitet, kann unter mangelnder Inspiration leiden. „Hochzeitsfotograf zu sein ist eine Lebenseinstellung“, erklärt Fabio. „Wir haben das grosse Glück, diese Art von Arbeit machen zu können. Aber man manchmal hat man eine kreative Blockade, und das ist wirklich hart – es fühlt sich an, als hätte man einen Teil von sich selbst verloren.

„Wenn du auf einer Hochzeit bist und dir der nächste Schritt oder das nächste Bild nicht einfällt, liegt die Antwort in dir selbst. Es kann helfen, zurückzudenken, wie du in der Vergangenheit Probleme gelöst hast, oder du könntest etwas anderes ausprobieren.

„Ich habe es als echte Inspiration empfunden, die Art und Weise, wie ich fotografiere, zu ändern – zum Beispiel eine spiegellose Systemkamera statt einer Spiegelreflexkamera zu verwenden. Für mich ist das die natürliche Evolution der Fotografie. Mit einer spiegellosen Systemkamera sieht man das Bild schon, bevor man schiesst. Das ist unglaublich, denn es kann dir helfen, kreative Ideen zu entwickeln und dann zu experimentieren, wie man mit Schatten und Licht umgeht, um etwas Schönes zu schaffen. Die spiegellosen Kameras von Canon sind eine Inspiration.“

Matthew Richards

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