Wie C2PA uns alle der Wahrheit näher bringt

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Am Spielfeldrand bearbeitet ein Fotograf Fotos auf einem Laptop, neben ihm befindet sich eine Canon Profikamera mit Teleobjektiv.

In einer generativen Welt ist die Wahrheit so gefragt wie nie zuvor. Während des grössten Teils der Geschichte der Fotografie galt der Grundsatz „Sehen ist Glauben“, doch heute hat sich das Narrativ ins Gegenteil verkehrt: „Sehen ist Zweifeln“ – bedingt durch die schiere Flut an KI-generierten Bildern und Deepfakes. Noch nie war es so schwer zwischen echt und gefälscht zu unterscheiden.

Zunächst traten neue und extreme Formen kognitiver Erschöpfung auf (dieses vertraute, müde Kopfschütteln, wenn jemand merkt, dass er wieder hereingelegt wurde), was sich aber schon bald zu einem erschreckenden Zynismus entwickelte. Wir sind nun an einem Punkt angelangt, an dem die grösste Herausforderung nicht mehr darin besteht, Fälschungen zu identifizieren, sondern zu erkennen, was vertrauenswürdig ist. In unserer neu angebrochenen Realität ist das Wissen um die Herkunft eines Bildes schnell genauso so wichtig geworden wie das Bild selbst.

„Jeden Tag werden zig Millionen KI-generierte Bilder erstellt und geteilt“, bestätigt Richard Shepherd, unser Senior Manager of Product Marketing und Professional Engagement im Bereich Imaging. „Und während es bei manchen Bildern nur um Eichhörnchen auf Einrädern oder den Papst in einer Daunenjacke geht, haben andere ernstere – und gefährlichere – Auswirkungen. Infolgedessen befindet sich das Vertrauen in die Nachrichtenmedien auf einem historischen Tiefstand.“

Wenn die Glaubwürdigkeit visueller Inhalte selbst bedroht ist, ist das eindeutig unser Geschäft. Und darum hat sich Canon im Jahr 2023 der Coalition for Content Provenance and Authenticity (C2PA) angeschlossen und entwickelte mithilfe von dessen globalen offenen technischen Standard das Authenticity Imaging System (AIS). Das für und gemeinsam mit Fotojournalist:innen und Redaktionen entwickelte AIS erzeugt einen digitalen Fingerabdruck der aufgenommenen Pixel in dem Moment, in dem der Auslöser betätigt wird, und bettet einen überprüfbaren Echtheitsnachweis ein.

Hände halten eine spiegellose Canon Kamera mit grossem weissen Teleobjektiv hoch über die Menschenmenge.

Im Klartext: Wenn Journalist:innen eine C2PA-fähige Kamera verwenden – Canon EOS R1 oder EOS R5 MkII –, wird dieser Fingerabdruck in einer Art digitalem Hauptbuch gespeichert. Jede Änderung an auch nur einem einzigen Pixel des Originalbildes wird von den Redaktionen im Rahmen ihrer bestehenden redaktionellen Arbeitsabläufe gekennzeichnet, und alle von ihnen vorgenommenen Änderungen (beispielsweise das Zuschneiden) werden ebenfalls dokumentiert. Natürlich kann das System nicht erkennen, ob ein Bild vor der Aufnahme inszeniert wurde, aber es schafft eine zusätzliche Ebene der Glaubwürdigkeit und Integrität innerhalb des Kreises vertrauenswürdiger Fotojournalist:innen. 

Und obwohl wir dies ursprünglich im Hinblick auf die Authentizität von Bildern im Journalismus entwickelt haben, erscheint uns die blosse Existenz des C2PA-Standards und dessen Nutzung durch vertrauenswürdige Nachrichtenorganisationen als ein Meilenstein für das, was wir uns alle für die Welt wünschen. Mehr noch: Es steht seitdem für etwas wirklich Grundlegendes in Bezug auf unser gemeinsames Verhältnis zur Fotografie. Damit wird anerkannt, dass es kein Zurück mehr gibt und dass der Versuch, die Flut der KI-generierten Bilder aufzuhalten, so ist, als wolle man die Flut stoppen. Stattdessen passt sich unsere Kultur – wie immer – an die neue Realität an. Wir fragen nicht mehr: „ist das eine Fälschung?“ , sondern: „woran erkennen wir, ob das echt ist?“ , und verlagern den Fokus damit von der Erkennung hin zur Herkunft.

Für Fotojournalist:innen ist eine C2PA-konforme Kamera nur der erste Schritt in einer ganzen Kette von notwendigen Überprüfungsmassnahmen, um uns die Sorgen zu nehmen und um – was besonders wichtig ist – zu zeigen, dass es geht und dass die Wahrheit von unschätzbarem Wert ist. „Uns, die sich schon immer für den Fotojournalismus eingesetzt haben, ist es ein wirklich wichtiges Anliegen“, fügt Richard hinzu. „Wir haben uns stets dafür eingesetzt, Fotograf:innen das zu geben, was sie brauchen, um die Geschichten zu erzählen, die erzählt werden müssen – das ist ein zentraler Bestandteil unserer kulturellen DNA. Dazu gehört im Zeitalter der KI auch, dass sie die von ihnen aufgenommenen Bilder authentifizieren können.“

Am richtigen Ort zu stehen, mit der richtig eingestellten Kamera, die auf das richtige Motiv gerichtet ist? Das ist kein Zufall.“

Verifizierter Fotojournalismus aus vertrauenswürdigen Quellen macht zwar nur einen Bruchteil der Bilder aus, die sekündlich in die Welt hinausgeschickt werden, doch handelt es sich dabei in den meisten Fällen um Bilder von beträchtlicher Aussagekraft. Sie bleiben im Gedächtnis haften. Sie verbinden uns. Die Einführung der C2PA verdeutlicht dies und macht unmissverständlich klar, dass genau das heute und auch in Zukunft exzellenten Fotojournalismus ausmacht. Er dient als Messlatte und gibt uns ein Stück Glaubwürdigkeit zurück.

Aber darüber hinaus trägt er zum Schutz unserer Ideen, Erfahrungen und Kreativität bei. Nicht nur aus Perspektive der abgelichteten Personen, sondern auch aus Perspektive derjenigen hinter der Kamera. Das Bild professioneller Fotograf:innen ist selten das Ergebnis reinen Zufalls. „Natürlich gibt es Momente, die für die Aufnahme entscheidend sind“, sagt Richard. „Aber am richtigen Ort zu stehen, mit der richtig eingestellten Kamera, die auf das richtige Motiv gerichtet ist? Das ist kein Zufall. Deshalb glaube ich, dass sie einen der wichtigsten Berufe der Welt ausüben: Sie erzählen Geschichten, die erzählt werden müssen, und riskieren dabei oft ihr Leben.“

Für alle anderen ist C2PA ein Standard, der menschliche Urheberschaft schützt und dabei hilft, authentische Momente festzuhalten. Dabei geht es nicht nur um Journalismus, sondern auch darum, dem vertrauen zu können, was wir sehen, wie es entstanden ist, sowie darum, das echte Leben einzufangen In einer Welt voller KI-Bilder kann die Urheberschaft entscheidend sein, wenn es darum geht, Bildern zu vertrauen. Und in, sagen wir mal, fünfzig Jahren wird es sich zeigen. Eine der Geschichten, die in der realen Welt – dank menschlicher Fähigkeiten und Intuition – festgehalten wurden und das aussergewöhnliche Ergebnis eines spontanen Gedankens sind, der sagt: „Ich möchte diesen Moment bewahren.“

Erfahren Sie mehr über C2PA und das Canon Authenticity Imaging System

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