Sucher und LCD-Bildschirm im Vergleich

Entdecke die Unterschiede zwischen dem Sucher und dem LCD-Bildschirm bei Spiegelreflex- und Systemkameras, und erfahre mehr über elektronische und optische Sucher.

Die meisten EOS Kameras von Canon bieten zwei Möglichkeiten zur Auswahl des Bildausschnitts: über den Sucher oder den LCD-Bildschirm auf der Rückseite der Kamera. Welche Option für dich sinnvoller ist, hängt vom Motiv, den Aufnahmebedingungen und deinen persönlichen Vorlieben ab. Gibt es objektive Argumente für die eine oder die andere Option? Was sind die Unterschiede? Sind alle Sucher gleich?

Optischer Sucher und elektronischer Sucher – worin besteht der Unterschied?

Der wesentliche Unterschied zwischen einer Spiegelreflexkamera und einer Systemkamera besteht darin, dass die Spiegelreflexkamera einen Schwingspiegel besitzt, während die Systemkamera spiegellos ist. Der Schwingspiegel reflektiert das durch das Objektiv einfallende Licht über ein Pentaprisma oder einen Pentaspiegel in einen optischen Sucher, der dafür sorgt, dass du die Szene durch das Okular der Kamera richtig herum siehst. Das heisst, du siehst im optischen Sucher das, was das Objektiv sieht – zwar reflektiert, aber nicht bearbeitet.

In einer spiegellosen Systemkamera werden dagegen die Informationen des Bildsensors mithilfe eines elektronischen Suchers als Bild auf einem kleinen LCD- oder OLED-Bildschirm angezeigt. Ein elektronischer Sucher zeigt also das Bild, das der Sensor ausgibt, und dieses kann sich subtil oder manchmal auch deutlich von der Sicht durch das Objektiv unterscheiden.

Kniender Fotograf in einem Skatepark, der eine Canon EOS R5 mit einem Zoomobjektiv an sein Auge hält.

Mit dem Sucher deiner Kamera ist es einfacher, ein bewegliches Motiv zu verfolgen, wie es Canon Botschafter Martin Bissig in einem Skatepark tut. © Martin Bissig

Ein Fotograf, der eine Canon EOS R5 hoch über seinen Kopf hält und auf das dreh- und schwenkbare Display blickt.

Mit dem dreh- und schwenkbaren Display der EOS R5 kannst du von hoch über dem Kopf, tief am Boden oder um Ecken fotografieren. © Martin Bissig

Elektronischer oder optischer Sucher: Welcher ist besser?

Während einige Fotografen die natürliche Ansicht schätzen, den ein optischer Sucher bietet, hat ein elektronischer Sucher den Vorteil, dass man damit die Auswirkungen der angewandten Einstellungen für Belichtung, Weissabgleich und Bildstil sehen kann. Wenn du z. B. den monochromen Bildstil anwendest, ist das Bild im elektronischen Sucher monochrom, während es im optischen Sucher farbig bleibt. Das bedeutet, dass du anhand des Bilds im elektronischen Sucher beurteilen kannst, ob deine Einstellungen zur Szene passen. So kannst du dich davon überzeugen, dass du das gewünschte Ergebnis erhältst, bevor du den Auslöser drückst. Das ist besonders hilfreich, wenn das Motiv zum Beispiel im Gegenlicht liegt und du eventuell eine Belichtungskorrektur vornehmen musst.

Ein elektronischer Sucher ist somit besonders für relativ unerfahrene Fotografen nützlich, denn man kann damit die Auswirkungen der Kameraeinstellungen schon während der Aufnahme sehen und nicht erst im Nachhinein beurteilen. Viele Benutzer finden, dass das Fotografieren damit intuitiver wird.

Ein weiterer Vorteil eines elektronischen Suchers besteht darin, dass er schlechte Lichtverhältnisse kompensieren kann und du so immer eine klare Sicht auf das Motiv hast. Im Gegensatz dazu siehst du mit einem optischen Sucher die Szene mit der Umgebungshelligkeit, und bei schlechten Lichtverhältnissen kann es schwierig werden, einen Bildausschnitt auszuwählen oder zu fokussieren.

Da das Bild, das du in einem elektronischen Sucher siehst, andererseits erst verarbeitet werden muss, bevor es angezeigt werden kann, kommt es bei allen elektronischen Suchern zu einer gewissen Verzögerung. Elektronische Sucher der neuesten Systemkameras wie der EOS R5 besitzen zwar eine Bildwiederholfrequenz von 120 B/s, das heisst, die Verzögerung ist nur eine Sache von Millisekunden, das kann aber trotzdem eine Rolle spielen, wenn du schnelle Action fotografierst und Sekundenbruchteile entscheidend sind. Im Zuge des technologischen Fortschritts wird die Verzögerung wahrscheinlich immer kürzer werden, aber ein optischer Sucher arbeitet nun mal mit Lichtgeschwindigkeit, d. h. im Grunde ohne jegliche Verzögerung. Deshalb bevorzugen viele Fotografen, die Sport, Tiere oder andere Motive mit schneller Action fotografieren, nach wie vor eine Spiegelreflexkamera.

Ausserdem blickst du bei einem elektronischen Sucher auf einen kleinen Bildschirm, und auch wenn dieser eine s