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Die Geheimnisse des Geistes: wie „Hunting for Hedonia“ mit der Canon EOS C300 Mark II gedreht wurde

In a still from documentary Hunting for Hedonia, a man is having brain surgery in an operating theatre.
„Hunting for Hedonia“, eine mit der Canon EOS C300 Mark II und der Canon EOS C200 gefilmte Dokumentation in Spielfilmlänge, befasst sich mit der vielversprechenden Wissenschaft der Tiefenhirnstimulation (DBS). © Standbild aus „Hunting for Hedonia“, Regie: Rose Grønkjaer, Kamera: Ben Bernhard, Danish Documentary Production.

Wie wäre es, wenn in deinem Gehirn eingepflanzte Elektroden deine Gefühle und Handlungen verbessern könnten? Die Tiefenhirnstimulation (Deep Brain Stimulation; DBS) ist ein revolutionäres Verfahren, das von führenden Neurowissenschaftlern eingesetzt wird. Dabei sendet ein implantiertes Gerät elektrische Impulse, um Teile des Gehirns zu manipulieren. Die Ergebnisse können das Leben verändern – von der Vorbeugung von Tremor bei Patienten mit Parkinson bis hin zur Beseitigung von schweren Depressionen.

Das Eintauchen in die Geheimnisse des menschlichen Geistes und die Erkundung der Auswirkungen von DBS in Bezug auf unsere Identität und Selbstwahrnehmung erwiesen sich für die dänische Regisseurin Pernille Rose Grønkjaer als fesselndes Thema. Ihr Film „Hunting for Hedonia“, in dem die Schauspielerin Tilda Swinton als Erzählerin fungiert und der mit der Canon EOS C300 Mark II und der Canon EOS C200 aufgenommen wurde, kombiniert Dokumentaraufnahmen mit nachgestellten Szenen, um Gegenwart und Vergangenheit zu verschmelzen und die Komplexität von psychischer Gesundheit, Neurowissenschaft und menschlicher Entwicklung zu erforschen.

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„Wie beschreibt man Depressionen visuell?“, fragt Grønkjaer. „Oder das Gefühl, im eigenen Körper gefangen zu sein und nicht herauskommen zu können? Oder wie es ist, dem Tod ins Auge zu blicken? Wie hält man diese Momente fest?“

„Wenn sich jemand einer Gehirnoperation unterzieht, muss man die Umgebung berücksichtigen und respektvoll sein, während man den Zauber des Moments einfängt. Man sieht einen Patienten mit Parkinson, der zittert, und dann hört das Zittern plötzlich auf, weil Strom durch einen in den Kopf implantierten Draht geleitet wird.“

„Man muss in der Lage sein, das Geschehen zu erfassen und gleichzeitig ein ästhetisches Erlebnis zu schaffen. Wir wollten uns nicht nur auf Erzählungen stützen, sondern dem Zuschauer visuell zeigen, was Depression bedeutet. Daher war die Ausrüstung von entscheidender Bedeutung. Die Kameras und Objektive von Canon boten uns das beste Material.“

Cineastische Ästhetik mit der Canon EOS C300 Mark II

Um ihre vielschichtige, emotionale Geschichte auf den Bildschirm zu bringen, wollten Grønkjaer und Kameramann Ben Bernhard eine Vielzahl von Kameras verwenden, die ihnen in den unterschiedlichen Setups Flexibilität bieten und eine durchgehende Kinoästhetik liefern sollten.

„Ich arbeite gerne mit unterschiedlichen Kameras, weil uns dann in verschiedenen Situationen unterschiedliche Möglichkeiten offenstehen“, so Grønkjaer. „Wir hielten uns in Operationssälen und in den Privatwohnungen der Menschen auf – sensiblen Bereichen, in denen wir etwas Schönes präsentieren wollten. Die Canon EOS C300 Mark II, die Canon EOS C200 und die Canon Objektive sorgen für einen kinoreifen Look. Besonders die Canon EOS C300 Mark II ist eine cineastische Kamera, deren Weichheit in der Bildstruktur einfach unglaublich ist.“

Die Canon EOS C300 Mark II wurde durch die kleinere Canon EOS C200 ergänzt, die sich ideal zur Verwendung mit einem motorisierten Gimbal eignet, während die schnelle Bildfrequenz von 120 Bildern/s (in Full HD) und die RAW-Aufzeichnung Flexibilität bei der Postproduktion boten. „Wir haben die Canon EOS C200 verwendet, weil wir die Superzeitlupe nutzen wollten“, fügt Grønkjaer hinzu. „Zeitlupe verleiht einem klinischen Thema einen strukturellen und sinnlichen Look. Die Bilder berühren das Publikum und wecken echte Gefühle.“

Für den Ton des Films hat sich das Team von der Atmosphäre skandinavischer Krimis und dem Genre des „Nordic Noir“ inspirieren lassen. „Man spürt die Dunkelheit, ist aber gleichzeitig auch von der Schönheit angezogen“, sagt Grønkjaer. „Als Filmemacherin liebe ich es, diese Gegensätze zu kombinieren. Das gibt dem Ganzen eine besondere Ästhetik.“

Da die Kinokameras von Canon so eine gute Leistung bei schlechten Lichtverhältnissen bieten, konnte Bernhard den Grossteil des Films mit ISO-Werten von bis zu ISO 1600 aufnehmen, wobei er nur in extremen Fällen ISO 32000 einsetzte. Er war zuversichtlich, dass die Schattenbereiche nicht im Bildrauschen untergehen würden – ein wichtiger Aspekt, da der visuelle Stil des Films helle und dunkle Bereiche bewusst nutzt.

„Um die gesamte Idee des Films zu unterstreichen, haben wir entschieden, dass er nicht zu hell sein sollte“, so Grønkjaer. „Unser filmischer Ansatz bestand darin, Bilder aufzunehmen, die Dinge im Schatten verstecken, um den geheimnisvollen Aspekt zu verstärken. Die Dunkelheit war unser Verbündeter."

Danish director Pernille Rose Grønkjær.
Die dänische Regisseurin Pernille Rose Grønkjaer hofft, dass der Film Menschen dabei helfen wird, die Technologie auf emotionaler Ebene zu verstehen. © Stine Heilmann
The crew of Hunting for Hedonia film in an operating theatre with Canon cameras and lenses.
Das Team benötigte eine vielseitige Ausrüstung, mit der es in engen Räumen und sensiblen Situationen effektiv und unauffällig arbeiten konnte. © Todd Taylor
In a still from Perrault Pictures' film Return of the Golden Girl, kickboxer Jemyma Betrian lies in a boxing ring unconscious, covered in gold glitter.

Sumire Cine-Festbrennweiten-Objektive am Limit in einem Actionfilm

Das Filmen von rasanten Actionszenen aus nächster Nähe mit einer Kickbox-Weltmeisterin war eine echte Feuerprobe für die Cine-Objektive mit PL-Bajonett von Canon.

Kombination von RAW- und 4K-Material

Neben dem einfachen Setup mit manueller Scharfstellung, Matte-Boxen und externen Monitoren profitierten Grønkjaer und Bernhard durch die Kinokameras von einer grösseren Codec-Auswahl, RAW-Aufzeichnungen und höheren Bitraten. Das war besonders wichtig, da der Film in 4K gedreht wurde.

„Die unterschiedlichen Formate stellten eine Herausforderung dar, aber die Canon Cinema RAW Light-Dateien der Canon EOS C200, die wir für den gesamten Film mit 50 Bildern pro Sekunde aufgenommen haben, boten uns einen deutlichen Vorteil“, so Grønkjaer. „Das fällt richtig auf, wenn man sie betrachtet und weiss, dass die Farbverläufe einfach dichter sind. Die Bilder enthalten viel mehr Substanz.“

Die Canon EOS C300 Mark II kann RAW-Aufnahmen erstellen, wenn sie mit einem externen Recorder verwendet wird. Grønkjaer entschied jedoch, dass die Aufnahme der Dateien auf den internen Speicherkarten der Kamera ausreichen würde, insbesondere, wenn sie mit Canon Log erstellt werden, um den Dynamikbereich zu maximieren.

„RAW verbraucht viel Platz, deswegen haben wir diese Funktion der Canon EOS C300 Mark II nicht genutzt. In Operationssälen ist es einfach zu schwierig, vorherzusagen, wie lange gefilmt werden muss“, sagt sie. „Wir mussten vom Beginn der OP bis zum Ende filmen können. Die Aufnahme von RAW-Dateien mit der Canon EOS C200 hingegen war geplant. Im fertigen Film erkenne ich keinen Unterschied zwischen den 4K-Dateien der Canon EOS C300 Mark II und den RAW-Aufnahmen der Canon EOS C200, daher glaube ich, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben.“

Der Wechsel zwischen den beiden Hauptkameragehäusen erwies sich als einfach, was wichtig war, da Grønkjaer und Bernhard jeweils zu unterschiedlichen Zeiten mit den Kameras filmten. „Es war einfach, sich mit der Bedienung der Canon EOS C300 Mark II und Canon EOS C200 vertraut zu machen, wie es bei Canon Kameras eigentlich immer der Fall ist“, so Grønkjaer. „Für mich sind sie beide sehr intuitiv. Ich habe das Gefühl, dass sich die Tasten für meine Arbeitsweise und meine Art, mich zu bewegen, an der richtigen Stelle befinden.“

Wenn es darum ging, schnell zu arbeiten, liess sich die Canon EOS C200 dank ihrer geringen Grösse statt auf einem grösseren Steadicam-System auch mit einem motorisierten Hand-Gimbal bedienen. In Kombination mit einem kleinen externen Monitor, der auf dem Gimbal-Rahmen montiert wurde, konnte die Crew so schnell fliessende Bewegungen erfassen.

In a still from documentary Hunting for Hedonia, a man is silhouetted against a window.
„Wir haben uns entschieden, den Film nicht zu hell zu gestalten“, sagt Grønkjaer. „Unser filmischer Ansatz bestand darin, Bilder aufzunehmen, die Dinge im Schatten verstecken, um den geheimnisvollen Aspekt zu verstärken. Die Dunkelheit war unser Verbündeter.“ © Standbild von Ben Bernhard

Das vielseitige 17- bis 120-mm-Cine Servo Objektiv

Während viele der Gimbal-Aufnahmen mit einem leichten Canon EF-S 17-55mm f/2.8 IS USM Objektiv aufgenommen wurden, hatte Grønkjaer Zugang zu einer Reihe von Canon Objektiven und setzte auch schnelle Canon CN-E Objektive mit Festbrennweite ein. Sie verwendete das CN-E14mm T3.1 L F, CN-E24mm T1.5 L F, CN-E35mm T1.5 L F und CN-E50mm T1.3 L F sowie ein Canon EF 70-200mm f/2.8L IS II USM Objektiv. Es war jedoch das Cine Servo Objektiv Canon CN7x17 KAS S E1/P1, das zum Dreh- und Angelpunkt der Produktion wurde.

„Es ist einfach ein fabelhaftes Objektiv, daher haben wir es oft eingesetzt“, sagt Grønkjaer. „Es wäre grossartig gewesen, alles mit Objektiven mit Festbrennweite zu drehen, wie es bei Kinofilmen der Fall ist. Aber bei diesem Dokumentarfilm, der teilweise in Operationssälen oder Wohnhäusern entstanden ist, wäre es störend gewesen, wenn wir uns viel bewegt hätten. Wir benötigten also eine Zoomfunktion.“

Mit 7-facher Vergrösserung und einer Brennweite von 17 bis 120 mm bot das Canon CN7x17 KAS S E1/P1 Cine Servo Objektiv der Crew Flexibilität bei der Bildkomposition und 4K-Leistung und ermöglichte ihr gleichzeitig, in sensiblen Situationen so unauffällig wie möglich zu sein.

„Die Objektive, die wir verwendet haben, haben sich sehr gut ergänzt“, fügt Grønkjaer hinzu. „Ich hatte ein wenig Bedenken, dass zwei Kameras und unterschiedliche Objektive kein homogenes Ergebnis liefern würden. Aber das der Gesamtlook, den die Canon Ausrüstung und bot, fügte alle Puzzleteile zusammen. Die Objektive und die Kameras haben sich gegenseitig ergänzt. Der kinoreife Look ist einfach traumhaft. Canon Kameras sind in der Lage, Bilder in eine weichere Sprache zu übersetzen.“

Die entstandenen Bilder zeigen eine zuvor noch nie gesehene Reise in das, was uns zu Menschen macht. Grønkjaer erinnert sich daran, wie sie eine Frau filmte, die seit 52 Jahren unter einer klinischen Depression litt und sagte, dass ihr Leben nicht lebenswert sei. Diese Frau wurde durch den medizinischen Eingriff völlig verwandelt.

Sie erzählt, dass sie vor der Operation Gedanken hatte wie: ‚Hoffentlich sterbe ich auf dem OP-Tisch, dann ist es nicht mehr mein Problem.“ „Das ist die Dunkelheit, in der die Patienten leben. Wenn man eine Technologie kennenlernt, die diesen Menschen tatsächlich wieder das geben kann, was du oder ich als normales Leben bezeichnen würden, ist das unglaublich. Und es ist eine tolle Sache, das auf Film festhalten und einem Publikum präsentieren zu dürfen. Für mich ist das einer der besten Aspekte im Leben eines Filmemachers: mit Bildern zu arbeiten, die ein Publikum berühren oder Menschen überzeugen können.“

Verfasst von Adam Duckworth


Pernille Rose Grønkjaers Ausrüstung

Die essentielle Ausrüstung für Profi-Filmaufnahmen

A Canon EOS C300 Mark II cine camera.

Kameras

Canon EOS C300 Mark II

Erfasst beeindruckendes 4K-/Full-HD-Filmmaterial mit einem enorm grossen Dynamikumfang von 15 Blendenstufen sowie externer RAW-Ausgabe und Canon Log2. „Es ist eine cineastische Kamera“, sagt Grønkjaer. „Die Weichheit in der Bildstruktur ist einfach unglaublich.“

Canon EOS C200

Eine kompakte, vielseitige und leistungsstarke Kamera für die verschiedensten Einsatzmöglichkeiten, die gestochen scharfe 4K-50p-Bilder aufzeichnet. „Wir haben die Canon EOS C200 verwendet, weil wir die Superzeitlupe nutzen wollten“, so Grønkjaer.

Objektive

Canon CN7x17 KAS S E1/P1

Beeindruckende 4K-Objektivauflösung und 7-fache Vergrösserung bei einer Brennweite von 17-120 mm. Durch seinen Zoomgriff ist es ideal für alle Aufnahmesituationen, wo es auf Mobilität ankommt. „Es ist ein fabelhaftes Objektiv“, sagt Grønkjaer. „Wir haben es oft verwendet.“

Canon CN-E35mm T1.5 L F

Grossartige Leistung bei wenig Licht und kreative Kontrolle über die Schärfentiefe: Das Weitwinkelobjektiv CN-E35mm T1.5 L F bietet überragende 4K-Bildqualität.

Canon CN-E50mm T1.3 L F

Ein leichtes, kompaktes Objektiv mit Festbrennweite für EF-Objektive. Es bietet spektakuläre 4K-Bildqualität und einen Vollformat-Bildkreis. „Die Objektive, die wir verwendet haben, haben sich sehr gut ergänzt“, sagt Grønkjaer.

Canon EF 70-200mm f/2.8L IS II USM

Das Arbeitstier unter den Telezoomobjektiven speziell für den professionellen Einsatz konzipiert. Es bietet eine besonders robuste Konstruktion, einen optischen Bildstabilisator für bis zu vier Stufen längere Verschlusszeiten sowie Speziallinsen.

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