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Gewinner der LBS Photo Awards: Pascal Maitre erfasst das Leben beim Feuerschein

Two children stand in front of a blackboard at home in the village of Allankpon, Benin, practicing multiplication tables thanks to the orange light of a kerosene lamp.
Da es keine Elektrizität gibt, verwenden die vier Kinder der Familie Honon Kerosinlampen, die giftige Dämpfe abgeben, zur Beleuchtung ihres Hauses in dem Dorf Allankpon, Porto-Novo, Benin. Aufgenommen mit einer Canon EOS-1D X Mark II am 19. Juni 2017. © Pascal Maitre/COSMOS

Pascal Maitre hat bei den zweiten London Business School (LBS) Photography Awards für seine erhellende Serie über das Leben einer westafrikanischen Gemeinde ohne Elektrizität, aufgenommen mit der Canon EOS 5D Mark IV und der EOS-1D X Mark II, den ersten Preis gewonnen.

Im Mantel der Dunkelheit und beim schwachen orangefarbenen Licht einer Gaslampe hilft eine Hebamme in einem kleinen Dorf in Benin, Westafrika, ein Baby zur Welt zu bringen. Ohne Strom, beim Licht einer einzigen Lampe und einer Taschenlampe rettet Raïssa Godjo in ihrer ländlichen Klinik Leben.

Dies ist eine Momentaufnahme aus dem Leben ohne Elektrizität – die Realität für mehr als 600 Millionen Menschen in Schwarzafrika, wo sechs von zehn Menschen ohne Zugang zu einem Stromnetz leben. Dort wo ein Zugang vorhanden ist, übersteigt die Nachfrage das Angebot, weshalb Rationierung, Blackouts und Stromausfälle zum Alltag gehören. Auf dieses Problem wurde der französische Fotograf Pascal Maitre während seiner jahrelangen Arbeit auf dem ganzen Kontinent aufmerksam. Mit seiner Aufarbeitung dieses Themas hat er nun den ersten Preis bei den LBS Photography Awards gewonnen.

 Bathed in the orange glow given out from a kerosene lamp, a midwife delivers a baby in her rural clinic in the village of Attankpe, Benin, which has no electricity.
Die Hebamme Raïssa Godjo hilft bei der Geburt eines Babys im Dorf Attankpe, Benin. Die einzige Beleuchtung liefern eine Gaslampe und eine kleine Taschenlampe. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark IV, am 6. Mai 2017. © Pascal Maitre/COSMOS

Bei der Preisverleihung, die in Zusammenarbeit mit Canon stattfand, wurden Fotoreportagen darüber ausgezeichnet, welche positiven gesellschaftlichen Auswirkungen Unternehmen – von lokalen Start-ups und sozialen Unternehmen bis hin zu multinationalen Konzernen – durch die Bewältigung der heutigen globalen Probleme erzielen können. Bei dieser ersten Preisverleihung gab es mehr als 200 Teilnehmer aus drei Kategorien: Umwelt, Energie und Ressourcen, Engagement in der Gemeinschaft und menschliche Entwicklung.

„Hier geht es um grosse globale Herausforderungen – die wirtschaftliche Entwicklung und Armut, Genderfragen, Umwelt, Naturschutz und Tierwelt, die Erfahrung von Arbeitern und Mitarbeitern, Probleme in Bezug auf die Weltgesundheit. Es geht auch darum, wie Unternehmen, Kapitalgesellschaften und multinationale Unternehmen in diesem Bereich interagieren“, so Richter Raji Jagadeesan, Executive Director des Business for Development Institute der LBS. „Ich glaube, dass es inzwischen einen breiteren gesellschaftlichen Trend gibt, die Rolle von grossen Institutionen in der Gesellschaft zu analysieren. Wir wollten diese Frage auf einer höheren Ebene stellen und zeigen, welchen Fussabdruck und welche Auswirkungen Unternehmen haben können.“

Two children sleep in a bed, in the village of Seahovo, Benin. After working all day in the fields, villagers are limited in what they can do after dark, with most families in bed by 20:00.
Die 700 Menschen, die im Dorf Seahovo (Benin) leben, haben keinen Zugang zu Elektrizität. Nachdem sie den ganzen Tag lang auf dem Feld gearbeitet haben, können die Dorfbewohner nach Einbruch der Dunkelheit nur wenig tun. Die meisten Familien gehen um 20:00 Uhr zu Bett. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark IV, 19. Juni 2017. © Pascal Maitre/COSMOS

Dieses Projekt über Energiearmut entsteht seit 20 Jahren für den Canon Botschafter Pascal. „Ich reise seit vielen Jahren nach Afrika, und fast jeden Tag gibt es dort Probleme, die mit dem Strommangel zusammenhängen“, sagt er. „Es betrifft die Bildung; ohne Licht können die Kinder zu Hause abends nicht lernen. „Es betrifft die Gesundheit; Krankenhäuser müssen manchmal ohne Beleuchtung auskommen, und aufgrund von Stromausfällen können sie Medikamente und Impfstoffe nicht sicher in Kühlschränken aufbewahren. Es wirkt sich auch auf die Wirtschaft aus, denn ohne Strom kann man kein Kleingewerbe entwickeln.“

Ich reise seit vielen Jahren nach Afrika, und fast jeden Tag gibt es dort Probleme, die mit dem Strommangel zusammenhängen.

Die in seiner Serie „Afrika ohne Strom“ abgebildeten Dörfer zeigen die nüchterne Realität des Strommangels. Die Menschen sind in ihren Tätigkeiten nach Einbruch der Dunkelheit eingeschränkt. Sie sind auf unsichere Energiequellen wie Holz, Kohle und Petroleumlampen angewiesen, um ihr Zuhause zu beheizen und zu beleuchten. Dörfer wie Gbékandji in Benin sind um 20:00 Uhr menschenleer, da „die Menschen aus Angst zu Hause bleiben“, sagt Pascal. Um körnige Bilder in schattenhaften Nachtszenen aufzunehmen, verliess er sich auf die Fähigkeiten der Canon EOS 5D Mark IV und einer Canon EOS-1D X Mark II. Er arbeitete nur mit dem Licht von Feuer, Laternen und Fackeln. „Kameras von Canon ermöglichten mir, Fotos mit sehr hohem ISO-Wert – 20.000 bis 32.000 – und gleichzeitig sehr hoher Qualität aufzunehmen“, sagt er.

Die Bilder sind Teil eines langfristigen Projekts über Strom in Afrika, das vor Kurzem im Buch „Quand l’Afrique s’éclairera – Afrika wird leuchten“ veröffentlicht wurde. Für sein Herzensprojekt hat Pascal den gesamten Kontinent bereist, die Unterschiede bei Zugriff und Ressourcen erlebt, Solarparks im Senegal, Geothermieanlagen in Kenia und überall von Madagaskar bis Mogadischu ein Leben ohne Strom fotografiert, „um zu zeigen, dass jeder in Afrika von diesem Problem betroffen ist.“

A night market is held under a tree in the village of Kokahoue, Benin. Stalls are illuminated at the base of the tree by a number of fires because there is no electricity.
Die Dorfbewohner veranstalten einen Nachtmarkt unter einem Baum im Dorf Kokahoue, Benin, wo 300 Einwohner ohne Strom leben. Da sich neun weitere, nahegelegene Dörfer in der gleichen Situation befinden, gibt es hier 3.000 Einwohner ohne Strom. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark IV, am 6. Mai 2017. © Pascal Maitre/COSMOS

Da die Elektrifizierungsgeschwindigkeit nicht mit einem schnellen Bevölkerungswachstum Schritt halten kann und vielen Ländern die erforderliche Infrastruktur für Stromversorgung fehlt, muss Innovation für einen Wandel sorgen. Die Stromerzeugung bleibt leider unzureichend – die 48 Länder in Schwarzafrika erzeugen so viel Strom wie Spanien. Das heisst, dass 800 Millionen Menschen die gleiche Menge Strom zur Verfügung steht wie 45 Millionen. „Ich glaube, dass dies ein sehr wichtiges Thema ist, und möchte die Welt über dieses Problem informieren. Einige Unternehmen helfen, und es gibt viele Projekte, aber sie laufen zu langsam“, sagt Pascal.

Es war die menschliche Perspektive von Pascals Fotos, die die Preisrichter ansprach. „Diese Fotoserie gibt Gesprächen über Kapital oder andere Energiequellen, die sehr fachlich sein können, ein menschliches Gesicht. Die Stärke der Serie ist ihre Einfachheit – diese sehr bewegenden Fotos zeigen, wie ein Leben ohne Strom aussieht“, sagt Raji.

Villagers living in Gbekandji, Benin, where 11,000 people have no electricity, prepare palm oil by the light of small oil lamps after dark
Die Dorfbewohner von Gbekandji, Benin, wo 11.000 Menschen keine Elektrizität haben, stellen beim Licht kleiner Lampen nach Einbruch der Dunkelheit Palmöl her. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark IV, 11. Juni 2017. © Pascal Maitre/COSMOS

Die Werke der Finalisten, die im Februar bei der LBS ausgestellt werden, spiegeln die Vielfalt globaler Probleme wider, die sich mit der Geschäftswelt überschneiden – von Porträts in einer amerikanischen Gemeinde, die die Auswirkungen des Klimawandels spürt, bis hin zur modernen Wirtschaft aus Sicht von Nachtarbeitern in Tokio. Auch die in die engere Auswahl gekommene Serie des südafrikanischen Fotojournalisten und Canon Botschafters Brent Stirton über die komplexe Gewinnung von Wasserkraft im Nationalpark Virunga in der Demokratischen Republik Kongo spiegelte Energieprobleme wider.

„Das Interessante an Brents Serie war die Komplexität der Umwelt, in der die Gemeinde lebt – es gibt dort auch Probleme mit Umweltschutz und Wilderei“, sagt Raji. „Ich glaube wirklich, dass wir in einem Zeitalter leben, in dem den Menschen etwas interessiert, das grösser als er selbst ist. Wir möchten die Idee verbreiten, dass Unternehmen Teil dieser Gespräche sein sollten.“

Die Ausstellung „LBS Photography Awards“ findet vom 8. bis 14. Februar in der LBS in Marylebone, London statt. Weitere Informationen finden Sie unter www.lbsphotoawards.com.


Weitere Informationen über das neueste Modell der Kamera in der 5D-Serie, die Canon EOS 5D Mark IV, finden Sie auf der entsprechenden Produktseite.

Verfasst von Lucy Fulford


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