Der hybride Profi: So nutzt du die sozialen Medien, um dein Hochzeitsfotografie- und Video-Geschäft zu bewerben

Rebecca Carpenter fotografiert und filmt Hochzeiten rund um die Welt, ob im grossen Stil oder im kleinen Kreis. Hier findest du Expertentipps dazu, wie du dein Hochzeitsfotografie-Geschäft in den sozialen Medien bewirbst.
Eine Panorama-Aufnahme eines Brautpaares unter einem Türbogen im maurischen Stil; Wasser und Palmen lenken das Auge auf sie. Location-Hochzeitsfoto von Rebecca Carpenter.

Rebecca Carpenter liebt es, an abgelegene Orte zu reisen, um Hochzeiten im grossen Stil oder im kleinen Kreis aufzunehmen. Sie versteht aber, dass sich einige Fotografen gerne auf ihre nähere Umgebung beschränken. In jedem Fall rät sie dazu, in den sozialen Medien keinen Zweifel daran zu lassen, und diesen Umstand als einen Teil des Marketings für dein Hochzeitsfotografie-Geschäft anzusehen: „Stelle völlig klar, wo du für ein Shooting hinreisen würdest.” Aufgenommen mit einer Canon EOS R5 Mark II und einem Canon RF 28-70mm F2L USM Objektiv, Verschlusszeit 1/640 Sek., Blende 1:2 und ISO 100. © Rebecca Carpenter Photography

Rebecca Carpenter ist als Hochzeitsfotografin und Content Creator begehrt. Sie sagt, dass sie ihren Erfolg den sozialen Medien schuldet, und zwar nicht nur in einer Hinsicht. Ganz am Anfang ihrer Karriere, nach dem ersten bezahlten Hochzeitsauftrag, veröffentlichte sie die Bilder auf ihrer Instagram-Seite. Ein Hochzeitsmagazin entdeckte sie und wählte eines davon für die Titelseite aus. Damit gelang Rebecca der Durchbruch, und ihre Karriere nahm so schnell an Fahrt auf, dass sie nach nur einem Jahr schon in Vollzeit arbeiten konnte.

„Das ist die Macht der sozialen Netzwerke“, sagt sie. Auch heute finden ihre Kunden sie auf diesem Weg, und ihr ganzes Marketing konzentriert sich auf die sozialen Medien. Sie gibt uns hier Einblicke und gute Ratschläge dazu, wie man sein Geschäft für Hochzeitsfotos und -videos in den sozialen Medien bewerben und ausbauen kann.

9 Tipps für das Social-Media-Marketing von Hochzeitsfotografen

Rebecca Carpenter hat ihr Geschäft fast ausschliesslich in den sozialen Medien aufgebaut. Hier ihre wichtigsten 9 Tipps dazu, wie man mit Instagram, TikTok und authentischen Inhalten in der Hochzeitsfotografie mehr neue Kunden anlockt.

1. Videos sind dein wichtigstes Marketinginstrument …
2. … und werden die Inhalte geteilt, rührt das die Werbetrommel
3. Poste für deine Kunden, nicht für Freunde und Kollegen
4. Sei du selbst
5. Teile, was du fotografieren möchtest
6. Bewirb das Erlebnis, nicht den Preis
7. Sei dort, wo deine Kunden suchen
8. Bleib flexibel und interagiere
9. Vernachlässige nicht deine Hochzeitswebsite!

Hochzeitsfotografin und Content Creator Rebecca Carpenter sitzt in einem schwarzen Kostüm auf weissen Stufen an einem Set, und lächelt in die Kamera.

„Ich weiss, dass viele Fotografen das Marketing ermüdend finden“, sagt Rebecca (hier im Bild). „Die sozialen Medien haben sich sehr gewandelt, da sich die Generation verändert hat, die heiratet. Gen Z sind wirklich völlig anders als Millennials. Sie möchten wissen, was sie für ihr Geld bekommen. Sei also niemals schüchtern, deine Persönlichkeit im Internet zu präsentieren. Du wirst schliesslich 10 bis 12 Stunden mit dem Paar verbringen, da müssen auch eure Persönlichkeiten zusammenpassen.“ © Rebecca Carpenter Photography

Schwarz-Weiss-Foto von Rebecca Carpenter, auf dem eine Braut den Schleier ihres Hochzeitskleides zurechtrückt. Sie steht in einem Korridor vor einem Fenster, mit grossen Wandleuchten im Hintergrund.

„Am Hochzeitstag möchte ich schon alles wissen: die Schokoladenseite des Paares, was sie nicht mögen, was sie triggert, von welchen Aufnahmen sie an dem Tag träumen, wer in der Hochzeitsgesellschaft besser nicht so häufig in der Galerie auftauchen soll ... Dann klappt an dem Tag alles reibungslos und die Eheleute sind entspannt und natürlich.“ Aufgenommen mit einer Canon EOS R6 Mark II und einem Canon RF 28-70mm F2L USM Objektiv, Verschlusszeit 1/250 Sek., Blende 1:2 und ISO 100. © Rebecca Carpenter Photography

1. Videos sind dein wichtigstes Marketinginstrument ...

Rebecca sagt von sich selbst, hybride Aufnahmen zu machen: Sie nimmt sowohl Fotos als auch Videos auf. Zu ihrer Hochzeitsausrüstung gehört eine EOS R6 Mark II und eine EOS R5 Mark II für Fotos. Für Videoaufnahmen in ihrem absichtlich unpolierten, nicht-kinoreifen Stil, setzt sie auf eine kompakte Canon PowerShot G7X Mark III – und zückt auch mal das Smartphone. Wenn die Kunden sie nicht ausdrücklich bitten, es zu unterlassen, versucht sie mit Vorliebe ehrliche hintergründige Aufnahmen, um hinterher „den Verlauf abbilden zu können“.

Sie erklärt: „Ich vermittle, was hinter den Kulissen am Hochzeitstag alles passiert. Und die Menschen bekommen einen Eindruck davon, wie es ist, mit mir zu arbeiten. Das traditionelle Marketing, nur seine Bilder zu präsentieren, reicht heute einfach nicht mehr aus.“

Die Aufnahmen verwendet sie auf TikTok sowie in Geschichten und Reels auf Instagram, und baut auch gerne ein paar Fotografien mit ein. Das ist sehr wirksam, um die eigene Reichweite in den sozialen Medien zu vergrössern, bemerkt sie.

„Heute werden Videos auf Instagram stark favorisiert, der Algorithmus verbreitet massiv Videoinhalte. Man sieht dort jetzt mehr Reels als Posts. Man benötigt also eine Mischung aus beidem, und sollte seine Fotos in einer Flut aus Videoinhalten präsentieren, leuchtet das ein?“

2. …und werden die Inhalte geteilt, rührt das die Werbetrommel

Rebeccas Highlights und Clips von hinter den Kulissen sind Teil des Gesamtpakets, das sie Kunden bietet. Sie achtet darauf, diese schon am nächsten Tag zu liefern, weit bevor die endgültig nachbearbeiteten Bilder fertig sind. Ihr roher und ungestellter Stil passt zu der „authentischen“ Ästhetik, die Menschen in den sozialen Netzwerken gewohnt sind. Kunden lieben diese „sofortige Inhalte“ und werden sie fast ausnahmslos weiter teilen.

Rebecca markiert in ihren Posts auch die ganzen anderen Dienstleister der Hochzeit – Florist, Caterer, Friseur, Wedding Planner und so weiter. Auch sie teilen die Inhalte für gewöhnlich, und machen so Werbung für sich selbst und für Rebecca.

„Viele Menschen finden mich über diese Videoclips“, berichtet sie.

So erfolgreich diese Strategie auch ist, wird Rebecca heute auch einfach für Content Creation gebucht. Sie hat dazu ein eigenes Geschäft gegründet. „Die ganze Branche geht diesen Weg. Das hat mein Geschäft verwandelt.“

Ein Techniker mit lilafarbenen Handschuhen arbeitet an einem Tisch an der Schaltung einer Canon Kamera.

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Braut und Bräutigam schlendern an einem Türbogen im maurischen Stil vorbei. Sie werden vom Wasser unter ihnen reflektiert, und Palmen werfen Schatten auf die Steinwand dahinter. Location-Hochzeitsfoto von Rebecca Carpenter

„Videos von hinter den Kulissen sind für mein Geschäft immens wichtig. Damit kann ich potenziellen Kunden zeigen, wie ich mit Paaren zusammenarbeite, damit das kein Mysterium ist. Brautpaare sind keine Modelle – sie wissen nicht, wie sie sich vor der Kamera verhalten sollen. Ich zeige, wie es ist, mit mir zu arbeiten. So sehen die Leute, was sie bekommen.” Aufgenommen mit einer Canon EOS R5 Mark II und einem Canon RF 28-70mm F2L USM Objektiv, Verschlusszeit 1/2.500 Sek., Blende 1:3,2 und ISO 100. © Rebecca Carpenter Photography

Eine Braut posiert in einem schulterfreien Hochzeitskleid mit einer hohen Schleife im Haar für die Kamera. Hinter ihr ist ein scharfer Schatten, der von einem runden Spotlight geworfen wird. Hochzeitsfoto von Rebecca Carpenter.

„Ganz persönlich mag ich eine saubere Komposition. Eine Weile habe ich verrückte Dinge ausprobiert, schiefe Bilder aufgenommen, und gab mich ganz ausgefallen. Aber ich bin einfach keine coole Fotografin. Ich bin ein klassisches Girlie. Ich möchte, dass die Dinge hübsch aussehen. Du magst, was du magst – bleib dabei, denn es gibt Paare da draussen, die das zu schätzen wissen. Aufgenommen mit einer EOS R5 Mark II und einem Canon RF 28-70mm F2L USM Objektiv, Verschlusszeit 1/160 Sek., Blende 1:1,2 und ISO 200. © Rebecca Carpenter Photography

3. Poste für deine Kunden, nicht für Freunde und Kollegen

„Ich denke, das kennen sicher viele Fotografen – man veröffentlicht Fotos, die technisch herausragend sind, die man ‚einfach posten muss‘. Das haben wir doch alle schon gemacht. Die Komposition, das Licht, die Einstellungen, das kann alles perfekt sein – aber poste das Bild nicht, wenn es nicht deine idealen Kunden anspricht. Denke immer daran: Du veröffentlichst Bilder für Brautpaare, nicht für Freunde und Familie.

„Und was noch wichtiger ist: Du willst gar nicht jedem gefallen. Realistisch gesehen musst du dich als Hochzeitsfotografin fragen, wie viele Hochzeiten du in einem Jahr überhaupt machen willst? Das entspricht der Menge an Paaren, denen du gefallen willst. Sei daher spezifisch, hab Mut zur Nische, dann finden dich auch die richtigen Leute.“

4. Sei du selbst

Rebecca rät davon ab, Trends und Modeerscheinungen zu folgen. „In der Vergangenheit habe ich auch versucht, das zu machen, was ich für cool und im Trend hielt – schliesslich tun das doch alle. Als Fotografin sieht man etwas, und denkt sich: ‚Ist es das, was ich gerade aufnehmen sollte? Halten alle die Kamera schief? Machen alle Posen oder setzen auf unscharfe Bewegungen?‘ Dann habe ich aber realisiert, dass das nicht ich bin. Frag dich lieber, wie dein Aufnahmestil aussehen soll? Was bringt deine Augen zum Leuchten? Was spricht dich auf kreativer Ebene an? Wenn du das postest, dann buchen dich Eheleute, weil sie genau das wollen. Nicht weil du andere Fotografen nachahmst.“

Eine Luftaufnahme eines Hochzeitspaares in der Mitte eines Hofs, mit Wasser an beiden Seiten und Gästen am Rand. Location-Hochzeitsfoto von Rebecca Carpenter.

Rebeccas wichtigster Marketing-Tipp für dein Hochzeitsfotografie-Geschäft auf Instagram: „Wenn jemand auf Instagram scrollt, hast du genau neun Kästchen, um die Person zu beeindrucken. Deswegen muss jedes veröffentlichte Foto ins Schwarze treffen. Wenn du das Bild nicht liebst, dann poste es auch nicht.“ Aufgenommen mit einer Canon EOS R6 Mark II und einem Canon RF 28-70mm F2L USM Objektiv bei 28 mm, Verschlusszeit 1/2.500 Sek., Blende 1:2,5 und ISO 100. © Rebecca Carpenter Photography

Ein Schwarz-Weiss-Foto von Braut und Bräutigam, die sich küssen. Das Paar sitzt bei einem Hochzeitsbankett im hellen Tageslicht in einem Hof, an den anderen Tischen sind Gäste zu sehen. Location-Hochzeitsfoto von Rebecca Carpenter.

„Es ist wichtig, zur Persönlichkeit und zum Vibe des Paares zu passen. Bist du auch etwas ‚Boho‘? Bist du luxuriös? Bist du schick? Bist du ‚DIY‘? Es gibt den richtigen Fotografen für jede Art von Paar, und du wirst nicht jedem gefallen. Das ist einfach so.“ Aufgenommen mit einer Canon EOS R6 Mark II und einem Canon RF 28-70mm F2L USM Objektiv, Verschlusszeit 1/1.250 Sek., Blende 1:2 und ISO 250. © Rebecca Carpenter Photography

5. Teile, was du fotografieren möchtest

In diesem Sinn, fährt Rebecca fort: „Poste keine Bilder, bei denen du keinen Spass hattest, und die du nicht nochmal aufnehmen willst. Genau dafür wirst du nämlich gebucht. Brautpaare sehen das Bild und möchten, dass du es für sie wiederholst.“

Als Beispiel führt Rebecca eine Hochzeit im kleinen Kreis in Las Vegas an. „Ich liebte die Hochzeit, und bat meinen Ehemann, einen Blogpost darüber zu schreiben. Der Post war richtig erfolgreich – er schaffte es bei Google auf Seite eins – und dann erhielt ich gut zwei Jahre lang Anfragen für Shootings in Las Vegas. Ich dachte mir aber: ‚Was hab ich denn jetzt getan? Ich kann ja nicht jeden Monat nach Vegas. Ich habe ein Kleinkind, und das ist auch geschäftlich unklug.‘ Wie schon gesagt, solltest du Inhalte teilen, die du auch aufnehmen möchtest – und von Orten, an die du auch reisen möchtest! Suche deine Keywords ganz gezielt aus.“

Ein Hochzeitspaar auf einem sonnigen Hausdach, mit dem wallenden Brautkleid dahinter. Hinter einer blauen Kuppel mit einem Kreuz darauf sind zahlreiche Hausdächer zu sehen. Location-Hochzeitsfoto von Rebecca Carpenter.

Das Marketing von Rebecca auf Instagram geschieht sehr bewusst. Ich würde niemals einfach nur ein Foto posten“, sagt sie. „Der Trick ist es, die Follower erst aufzuwärmen. Deshalb mache ich am Hochzeitstag von allem Aufnahmen hinter den Kulissen. Am nächsten Tag veröffentliche ich eine Story, damit die Follower sehen: ‚Oh, das hat Rebecca also gestern unternommen‘. Geschichten haben eine viel grössere Reichweite als Posts – so funktioniert der Algorithmus einfach. Die Menschen sind fasziniert und möchten alle Details erfahren, wo ich war und wen ich fotografiert habe.“ Aufgenommen mit einer Canon EOS R6 Mark II und einem Canon RF 28-70mm F2L USM Objektiv, Verschlusszeit 1/8.000 Sek., Blende 1:2,2 und ISO 100. © Rebecca Carpenter Photography

Ein Paar umarmt sich auf einem Felsvorhang. Im Hintergrund sind ein Wasserfall und das satte Grün eines Waldes zu sehen. Location-Hochzeitsfoto von Rebecca Carpenter.

„Dann poste ich etwas am Nachmittag“, fährt Rebecca fort. „Die Reihenfolge ist wichtig. Du wärmst dein Publikum an, gibst ihm Kontext, begeisterst es, und dann wollen die Menschen das Ergebnis sehen. So baust du deine Marke auf. Ausserdem solltest du so viele Karussell-Posts wie möglich veröffentlichen, keine Einzelbilder – der Algorithmus gibt ihnen den Vorzug.“ © Rebecca Carpenter Photography

6. Bewirb die Erfahrung, nicht den Preis

In der Hochzeitsbranche wird fortlaufend über die Preise diskutiert, sagt Rebecca. Die Kosten steigen, und auch Fotografen müssen ihre Preise anziehen. Was von Fall zu Fall realistisch ist, hängt von der finanziellen Situation des jeweiligen Geschäfts ab. Rebecca gibt zu, dass sie schon gelegentlich mit dem Preis heruntergegangen ist, wenn die Hochzeit gut für das Portfolio war. Sie glaubt aber, dass man sich selbst sabotiert, wenn man beim Preis konkurrieren will. „Es wird immer Leute geben, denen du zu teuer bist“, merkt sie an. „Und es gibt immer Menschen, die sich das leisten können. Was zählt, ist, sich an die jeweiligen Kunden anzupassen.“

Wie sie erklärt, bietet sie nicht einfach nur Bilder an, sondern einen ganz persönlichen Service. „Ich gehe so richtig auf meine Hochzeitspaare ein, und möchte, dass sie einfach den bestmöglichen Tag haben. Ich kenne die Welt der Hochzeiten gut, und weiss, wie man das Erlebnis der Eheleute verbessern kann. Hochzeiten sind sehr stressig. Die Emotionen kochen hoch, und alles geschieht live – man kann nicht einfach nochmal von vorne anfangen. Für viele Paare ist es schon der schlimmste Albtraum, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Ich möchte, dass sie völlig entspannt und vor allem sie selbst sind. Sie sollen keinen Druck spüren, sich auf bestimmte Weise zu verhalten, nur weil die Fotografin da ist. Deshalb ist Vertrauen der wichtigste Faktor. Wenn das Vertrauen stimmt, werden die Fotos unendlich besser. Das ist der Unterschied zwischen einem guten und einem grossartigen Foto: die Beziehung zum Brautpaar. Das gilt immer.

„Manche Hochzeiten sind eher ‚wie Transaktionen‘, wo man ‚einfach auftaucht und Fotos macht‘, und das ist nicht schlimm. Wenn ich mir aber meine eigenen Fotografien ansehe, sehe ich auf den ersten Blick, welche stärker sind – ob in Komposition oder Emotionen. Meine Beziehung zu dem Paar bewirkt einen Unterschied.“

Es ist also absolut entscheidend, eine persönliche Verbindung zum Brautpaar herzustellen, bekräftigt Rebecca. „Heutzutage möchten wir immer gleich eine Antwort. Einige Leute schreiben mir eine DM und fragen einfach ‚wie viel kostest du, und hast du dann und dann Zeit?‘ Das ist einfach die Generation, in der wir leben. Ich finde es dennoch sehr wichtig, mit dem Brautpaar zu telefonieren und herauszufinden, ob auch unsere Persönlichkeiten zusammenpassen. Ich sage den Menschen gerne, wie ich ihren Hochzeitstag aufwerten kann. Tausende Pfund werden Sie nicht in einer DM ausgeben wollen.“

Die Herausforderung ist es, potenziellen Kunden diesen Mehrwert zu vermitteln. Genau deshalb sind Videos von hinter den Kulissen so wichtig: „Die Menschen möchten den Prozess kennenlernen, und mit deiner Persönlichkeit kannst du dich von anderen Fotografen abheben.“ Achte ausserdem unbedingt darauf, dass deine Kontaktinformationen gut sichtbar sind, um Leuten zu zeigen, wie sie dich erreichen können.

Hochzeitsfotografin und Content Creator Rebecca Carpenter bearbeitet einen Videoclip, der auf die Wand neben ihr projiziert wird.

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Ein Hochzeitsfoto von Rebecca Carpenter mit schönem Panorama. Darauf ist ein Brautpaar mit dem Trauredner zu sehen, in der Mitte eines niedrigen, förmlichen Labyrinths, umgeben von Bäumen und Büschen. Im Hintergrund eine weite Aussicht auf die Berge.

Rebecca rät dazu, auf Instagram verschiedene Reels und dann auch Geschichten zu posten. Du darfst aber nicht vergessen, dass Reels für immer bleiben, während Geschichten nach 24 Stunden verschwinden. Du kannst ein Reel zwar von deinem Grid entfernen, es bleibt aber auf deiner „Reels“-Registerkarte. Aufgenommen mit einer Canon EOS R5 Mark II und einem Canon RF 28-70mm F2L USM Objektiv, Verschlusszeit 1/125 Sek., Blende 1:8 und ISO 123. © Rebecca Carpenter Photography

Die Biografie auf der Hochzeitswebsite von Hochzeitsfotografin und Content Creator Rebecca Carpenter.

„Denk daran, deine Website ist wie dein Zuhause. Dieses Stück des Internets gehört dir. In den sozialen Medien könntest du dein Konto verlieren oder gesperrt werden. Du solltest deine Inhalte auf so vielen Plattformen wie möglich verbreiten, um dein Geschäft zu schützen. Aber am besten investierst du Zeit und Energie in deine Website, denn sie ist dein Laden.“ © Rebecca Carpenter Photography

7. Sei dort, wo deine Kunden suchen

Entdecken ist die neue Suche, unterstreicht Rebecca. Moderne Paare finden ihre Fotografen in Instagram-Reels und auf TikTok, nicht über eine herkömmliche Suche. Sie schätzt, dass sie die meisten Anfragen auf Instagram erhält, gefolgt von Empfehlungen, TikTok und erst dann durch traditionelle SEO. „Viele aus Gen X und Gen Z verwenden TikTok wie eine Suchmaschine“, sagt sie. „Das kann man nicht ignorieren. TikTok ist riesig.“

Allerdings „sprichst du dort ein ganz anderes Publikum an, und einen völlig anderen Algorithmus“, sagt sie. „Instagram ist typischerweise für dein bestehendes Publikum da. Deine Bilder müssen hier perfekt aussehen, mit der perfekten Überschrift und den perfekten Hashtags. Dein Grid muss ästhetisch aussehen. Auf TikTok kannst du dagegen alles hochladen, was du willst, und zu jeder Tageszeit. Bei TikTok geht es um Volumen, da muss nicht alles poliert und perfekt sein. Inhalte sollen hier ungeschönt, sofort verfügbar, echt, roh und ansprechend sein.

„Poste auf beiden, aber mit verschiedenen Inhalten. Und wenn du die gleichen Inhalte veröffentlichen willst, passe sie an die verschiedenen Plattformen an. Ich achte natürlich darauf, dass meine Inhalte zu meiner Marke passen – aber auf TikTok lege ich z. B. Textkommentare über eine Fotografie, und das gefällt den Leuten. Auf Instagram wäre das ein richtiger Fauxpas und würde schlecht abschneiden.“

8. Bleib flexibel und interagiere

Marketing wie noch vor zwei oder drei Jahren zieht heute einfach nicht mehr“, warnt Rebecca. „Man hat einfach einen Beitrag geteilt und ihn dann stehen lassen, und das war genug. Heute muss man posten, mehrere Plattformen nutzen, Videos aufnehmen und Voiceover-Reels aufnehmen, im Internet präsent sein und mit seinem Publikum interagieren. Man benötigt eine Präsenz, und das allein ist schon ein zweiter Job. Eine Menge Fotografen finden das ermüdend. Viele von uns haben sich diesen Bereich ausgesucht, weil wir einfach gerne Hochzeiten fotografieren wollten – und jetzt verlangt das Internet so viel unserer Aufmerksamkeit.“

Ihr Rat? „Nicht ‚posten und ghosten‘. Bleib nach einem Post noch 45 Minuten oder eine Stunde online, um eine Bindung zum Publikum aufzubauen – beantworte jeden einzelnen Kommentar und jede DM, veröffentliche Storys und interagiere mit anderen Accounts. Wenn Instagram merkt, dass du online bist, erscheinen deine Inhalte noch häufiger im Feed deiner Follower.“

9. Vernachlässige nicht deine Hochzeitswebsite!

„Instagram und TikTok, das ist der Köder. Damit lockst du die Menschen an. Versuche sie dann aber auf deine Webseite zu führen, weil sie typischerweise dort ihre Kaufentscheidungen treffen.

„Viele von uns bauen sich eine Website und vernachlässigen sie dann einfach, nicht wahr? Du solltest die Inhalte deiner Website aber so oft aktualisieren wie möglich. Aktualisiere sie so viel wie dein Instagram. Und stecke etwas Liebe hinein. Du willst ja nicht so klingen, wie alle anderen. Wichtig ist, dass den Menschen im Gedächtnis zu bleiben, und wenn es nur ein oder zwei Zeilen sind, bei denen sie sich dir verbunden fühlen. Sie lesen sich deine Biografie durch, sehen sich dein Portfolio an, und wenn du ihnen richtig gut gefällst, klicken sie auf das Kontaktformular.

„Es gibt sogar Brautpaare, die vorher nicht einmal ein Gespräch mit mir führen wollen. Sie sagen so etwas wie: ‚Oh, ich habe dich online gesehen und weiss ja, wie du arbeitest. Ich vertraue dir.‘ Da wird deutlich, dass das Marketing richtig gut ist. Solche Kunden sind natürlich sehr selten, aber es gibt sie, wenn das Marketing gelungen ist.“

Ein erfolgreiches Marketing in der Hochzeitsfotografie verbindet authentische Videos, eine konsistente Interaktion in den sozialen Medien, eine starke persönliche Marke und eine regelmässig aktualisierte Website. Zeig den Paaren nicht nur, was du aufnimmst, sondern auch, wie du arbeitest. So kannst du genau die richtigen Kunden für dein Geschäft anlocken.

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