„Meine Arbeit wurde eher durch den Entstehungsprozess als durch die Geschichten definiert, die ich ausdrücken wollte.“
Für einen Künstler gibt es nur wenige Dinge, die noch frustrierender sind. Das weiss Siris Hill nur zu gut – seine Leinwand ist ein Grafiktablet und seine Pinsel sind eine Auswahl digitaler Werkzeuge. Daher machte er sich es zur Aufgabe, die Missverständnisse über die Entstehung seiner Kunst auszuräumen und die „digitale Barriere“ zu überwinden. Dann sah er eines Tages auf YouTube Clemens Weijkamp, einen Spezialisten für Elevated Printing von
Canon Production Printing,
der über den Künstler sprach, der sein Leben verändert habe.
„Als ich Rembrandt entdeckte, schlief ich auf der Strasse“, erinnert er sich. „Ich sah dieses Gemälde auf meinem Handy –
ein Mann sass in der Ecke eines Zimmers
und ein Lichtstrahl leuchtete ihn an. Er sah obdachlos aus, genau wie ich. Rembrandt entschied, dass die Geschichte dieses Mannes erzählenswert war, und auch ich fühlte mich plötzlich gesehen. Ich wusste sofort, dass ich Maler werden würde, um solche Geschichten zu erzählen.“
Von diesem Moment an betrachtete Siris seine Gewohnheit zu zeichnen nicht mehr als „Überlebensinstrument“, sondern als Möglichkeit, um sein Leben zu verändern. „Mir kam die Idee, dass ich auf die Universität gehen und Bildende Kunst studieren könnte“, sagt er lachend. Ohne Ausbildung, ohne Zuhause und mit dem täglichen Kampf gegen körperliche und seelische Krankheiten – für jeden anderen mag das unmöglich erscheinen, aber nicht für Siris. Er fand einen Vorbereitungskurs und brachte sein kleine Arbeitsmappe zur Kursleiterin, die ihn sofort ablehnte. „Ich sah sie an und sagte: ‚Ich,
versprechen Ihnen,
dass ich Ihr fleissigster Schüler sein und einen Studienplatz bekommen werde.“ Er konnte sie überzeugen, und wie versprochen, schaffte er es und ergatterte einen Platz im Studiengang Bildende Kunst an der
Norwich University of the Arts.
Heute scheinen seine Ausbildung und seine Erfahrungen sich nicht von denen anderer Maler zu unterscheiden. Aber seine kreative Richtung? Nun, diese Entscheidung trifft der kreatvie Weg selbst für einen Künstler. Infolge einer langen Phase der Obdachlosigkeit und einer Kindheit, die von häufigen Krankenhausaufenthalten zur Behandlung von Morbus Crohn geprägt war, leidet Siris an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Er entdeckte, dass die Dämpfe von Chemikalien, die bei der traditionellen Ölmalerei – dem bevorzugten Medium seines geliebten Rembrandt – verwendet wurden, heftige Panikattacken auslösten.
Aber wie viele bestätigen werden, gibt es nichts, was so gut funktioniert wie Ölfarbe, insbesondere bei Porträts. „Als ich die digitale Malerei für mich entdeckte, habe ich mir das Leben selbst sehr schwer gemacht, indem ich die Regeln der Ölmalerei ins Digitale übernommen habe“, sagt er. Damit meint er, die Reihenfolge, in der Ölmaler ihre Farben auftragen müssen. „Ich zwang mich dazu, nur eine Schicht zu verwenden, und nutzte so weit wie möglich nur wenige der neuen Softwaretools, die mir zur Verfügung standen.“ Und obwohl für Siris diese Regeln eigentlich nicht galten, hielt er sich trotzdem daran – „nur um wie ein Purist zu sein – wahrscheinlich, weil ich wollte, dass meine Arbeit als gut angesehen wird.“
Und er machte sich starken Druck. „Ich habe fast jeden Tag 16 Stunden gearbeitet“, erinnert er sich. „Dann druckte ich meine Arbeiten auf Archivpapier oder Leinwand, aber alles, was ich zu hören bekam, war: „Oh, es ist digital. Also, hat der Computer das eigentlich gemacht?“ Es werden immer Fragen zur Methode gestellt, nicht zur Geschichte dahinter. Es war so frustrierend.“ Das brachte ihn dazu, nach Möglichkeiten zu suchen, seine Arbeit in den dreidimensionalen Raum zu bringen und Farbe auf Leinwand wirken zu lassen. Denn für Siris ist dies mehr als nur eine persönliche Angelegenheit. Seine unter dem Titel
Ordinary präsentierten Gemälde werfen nicht nur ein Licht auf einige der am stärksten ausgegrenzten Menschen der Gesellschaft, sondern stehen auch für den Weg, den auch er zurückgelegt hat, um der Künstler zu werden, der er unbedingt sein wollte.
Er experimentierte mit digitalen Displays, strukturiertem Siebdruck, Drucken auf Acrylglas und dem Bau von Leuchtkästen, um seine Werke zu beleuchten. „Ich habe mir wirklich Gedanken über die Temperatur jeder einzelnen Glühbirne gemacht, damit das Werk richtig ausgeleuchtet wird“, erklärt er. „Und sie in einem dunklen Raum zu sehen, war fantastisch, aber die Leute erfreuten sich vor allem an der Technologie und dem Effekt.“ Was ich wirklich wollte, war, dass meine Arbeit genauso betrachtet wird wie ein Gemälde in einer Galerie." Wieder einmal war es Rembrandt, der ihn rettete.
„Ich habe ein Video über ein Projekt gefunden, an dem Canon beteiligt war, in dem Clemens darüber spricht, dass ein Gemälde nur dann real ist, wenn es Textur und Tiefe besitzt“, erinnert sich Siris. „Und sie hatten ein Rembrandt-Gemälde eingescannt, um die Höhendaten zu erhalten, daraus ein digitales Bild erstellt und dann sein Gemälde als Relief ausgedruckt.“ Und ich dachte: Wow! Genau das muss ich tun!“, dachte Siris. Daraufhin machte er es sich zur Aufgabe, jemanden zu finden, der ihn mit Clemens und Canon Production Printing bekannt machen konnte.
Und als dieses Treffen stattfand, folgten jahrelange kreative Experimente, bei denen Clemens’ Expertise im Reliefdruck die anspruchsvollen Anforderungen eines Künstlers mit einer leidenschaftlichen Vision erfüllte. Die Ergebnisse waren ein voller Erfolg. Siris und ein Kollege haben eine Software entwickelt, die seine 2D-Gemälde in 3D verwandelt und dabei eine Datei erstellt, die sich – wie mit einem Malmesser in Impasto-Öl – modellieren lässt, bevor sie mit unserer PRISMAelevate XL Software für den Druck auf dem Canon Arizona vorbereitet wird.
Damit hat er so viel von der menschlichen Natur herausgearbeitet. Er versteht, dass man der Kunst begegnen muss, anstatt sie einfach nur zu betrachten, und dass es dafür einer Verbindung bedarf. Und er nutzt die Haptik seiner Kunst, um diese Verbindung herzustellen und gibt Menschen eine Stimme, die normalerweise keinen sicheren Raum haben, in dem sie ihre Welt teilen können. Einige Reliefdrucke aus Ordinary wurden sogar im Roden Learning Centre der National Gallery in London präsentiert, wohin Siris eingeladen wurde, um im Rembrandt-Saal einen Vortrag über seine Methode zu halten, anlässlich des 420. Geburtstags des Künstlers. Für einen Künstler, der für seine Fähigkeiten als Maler und nicht nur als digitaler Maler ernst genommen werden möchte, ist es nahezu die grösste Bestätigung, neue Drucktechnologie in diese angesehene Institution umgeben von Hunderten der weltweit renommiertesten und kulturell bedeutendsten Ölgemälde vorzustellen.
Erfahren Sie mehr über das kreative Potenzial unserer
Arizona Drucker
und
PRISMAelevate XL-Software.
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