Astrofotografie: Tipps zum Fotografieren des Nachthimmels und der Sterne

Ein Leitfaden zum Fotografieren von Sternbildern des Nachthimmels, von der besten Zeit für die Aufnahme der Milchstrasse bis hin zu empfohlenen Einstellungen, Kameras und Objektiven.
Ein Fotograf fotografiert die Sterne mit einer auf einem Felsen stehenden Stativ montierten Canon EOS Kamera, wobei das Display sein Gesicht beleuchtet.

Im Freien unter dem Nachthimmel zu stehen und zu den Sternen aufzublicken, ist ein wahrhaft magisches Erlebnis. Heutzutage ist es dank der Fortschritte in der Kameratechnologie einfacher denn je, den Nachthimmel zu fotografieren.

Hier erklären wir, wie Astrofotografie funktioniert, welche Ausrüstung für die Nachtfotografie einschliesslich Zeitraffer- und Sternspuraufnahmen benötigt wird, und stellen dir die besten Techniken und Kameraeinstellungen für Nachtaufnahmen vor.

1. Achte auf die Wettervorhersage

Vergiss nicht, zuerst auf das Wetter zu achten, denn du benötigst für grossartige Bilder vom Sternenhimmel eine wolkenlose Nacht. Allerdings kann eine teilweise Bewölkung den Aufnahmen des Nachthimmels eine besondere Atmosphäre verleihen. Sei also kreativ und nutze das Wetter zu deinem Vorteil. Behalte den Wind im Auge: Wenn die Wolken relativ unbewegt sind, wirken sie bei Aufnahmen mit langer Belichtungszeit nicht zu unscharf.

Nimm Ersatzakkus und Speicherkarten, eine Stirnlampe sowie warme Kleidung mit. Vergiss nicht, die Akkus in deinen Taschen aufzubewahren, da sie sich bei Kälte schneller entladen.

2. Suche den richtigen Ort und wähle die richtige Zeit

Die Milchstrasse am nächtlichen Sternenhimmel mit einer bergigen Landschaft im Vordergrund, aufgenommen mit einem Canon RF 14mm F1.4 L VCM Objektiv.

In Gegenden mit hoher Lichtverschmutzung sind Sterne – und insbesondere die wunderschöne Milchstrasse – nur schwer zu sehen. Ein Ausflug in die umliegende ländliche Umgebung oder in die Wildnis bringt einen enormen Vorteil beim Fotografieren des Nachthimmels. Aufgenommen mit einer Canon EOS R5 Mark II und einem Canon RF 14mm F1.4 L VCM Objektiv bei 140 Sek., F1.4 und ISO 5.000. © Radoslav Sviretsov

Für die besten Aufnahmen musst du in die Natur gehen – weit weg von jeder Lichtverschmutzung. Eine Reihe von Online-Ressourcen, wie z.B. Lichtverschmutzungskarten und die Bortle-Skala können genutzt werden, um die Gebiete zu ermitteln, die sich am besten zum Fotografieren eignen. Wähle einen ungestörten Ort ohne künstliche Beleuchtung. Die Stadtlichter überlagern das Sternenlicht, ebenso wie ein Voll- oder Halbmond. Sieh dir also den Mondkalender an, wenn du deine Sternenfotos planst.

Die beste Zeit zum Fotografieren der Milchstrasse auf der Nordhalbkugel ist zwischen März und September, wenn sie am höchsten am Himmel steht. Am besten gelingt die Aufnahme zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens, idealerweise in Nächten mit Neumond. Auf der Südhalbkugel dauert die Milchstrassensaison länger, von Februar bis Ende Oktober. Informiere dich auf Websites und Apps über die genauen Zeiten astronomischer Ereignisse, damit du planen kannst, wo du am besten stehst und wann du fotografierst.

3. Unterschiedliche Kameraeinstellungen ausprobieren

Ein Fotograf mit Stirnlampe justiert bei Nacht eine Canon EOS R Systemkamera auf einem Stativ.

Um bei Nachtaufnahmen von Sternen erfolgreich zu sein, musst du dich mit den Einstellungen deiner Kamera vertraut machen. Scheue dich nicht, zu experimentieren und verschiedene Belichtungskombinationen auszuprobieren, um zu sehen, welche Auswirkungen diese auf deine Bilder vom Nachthimmel haben.

Für Aufnahmen vom Sternenhimmel brauchst du die Kontrolle über deine Kamera. Stelle den Modus auf Manuell (M) und probiere dann einige der verschiedenen Einstellungen wie nachfolgend beschrieben aus:

  • Belichtungszeit: Sterne bewegen sich, während sich die Erde dreht. Um scharfe Lichtpunkte einzufangen, solltest du daher eine Belichtungszeit zwischen 6 und 20 Sekunden wählen. Eine Überschreitung dieses Werts führt dazu, dass die Sterne mit Lichtspuren verursachen.
  • Blende: Du solltest auch eine grössere Blendenöffnung verwenden (idealerweise zwischen F1.4 und F2.8, aber F4 ist in Ordnung, wenn du kein so lichtstarkes Objektiv einsetzt). Dies lässt so viel Licht wie möglich in die Kamera und ermöglicht eine relativ kurze Belichtungszeit. Bei einer grossen Blendenöffnung ist die Schärfentiefe gering und alles im unmittelbaren Vordergrund wird unscharf sein.
  • ISO: Der dritte Faktor, der die Belichtung deiner Fotos beeinflusst, ist die ISO-Einstellung. Je höher deine ISO-Zahl, umso empfindlicher ist der Sensor für das Licht, das durch die Blende im Objektiv eintritt. Wenn der ISO-Wert allerdings zu hoch wird, werden deine Bilder schnell körnig. Stelle sicher, dass du mit der eingestellten Blende und Belichtungszeit zufrieden bist, ehe du mit deinen ISO-Einstellungen experimentierst. Beginne zunächst mit einem ISO-Wert von 1.600 und passe ihn dann an, um zu sehen, wie sich das auf das Ergebnis auswirkt.

Die Milchstrasse über einer Berglandschaft bei Monduntergang, aufgenommen mit einem Canon RF 14mm F1.4 L VCM Objektiv.

Mit einem Vollformatsensor gelingen auch bei wenig Licht hervorragende Aufnahmen. Die hohe ISO-Empfindlichkeit der Canon EOS R8, der EOS R6 Mark III und der EOS R5 Mark II sorgen für gute Details und Farben bei minimalem Bildrauschen. Aufgenommen mit einer Canon EOS R5 Mark II und einem Canon RF 14mm F1.4 L VCM Objektiv bei 13 Sek., F1.4 und ISO 3.200. © Radoslav Sviretsov

4. Bei nächtlichen Sternenaufnahmen den Fokus behalten

Aufnahmen des Nachthimmels sind eine Herausforderung für die Autofokus-Funktionen einer jeden Kamera. Es empfiehlt sich, auf manuelle Fokussierung umzuschalten, indem der Schalter AF/MF am Gehäuse des Canon Objektivs aktiviert wird. Wenn dein Objektiv nicht über diesen Schalter verfügt, wählst du stattdessen MF direkt im Kameramenü. Spiegellose Kameras wie die Canon EOS R6 Mark III und die EOS R8 ermöglichen bei der Vorschau die Vergrösserung des Bildmotivs sowohl im elektronischen Sucher als auch auf dem rückseitigen Display. Das erleichtert die präzise manuelle Fokussierung. Ein weiterer Vorteil ist die automatische Verstärkung der Helligkeit des Sucherbildes.

Kameras mit einer hohen Megapixel-Zahl, wie z. B. die Canon EOS R5 Mark II, können einen grossen Einfluss auf die Fotografie des Nachthimmels haben, da sie es erlauben, ultrafeine Details beim Fotografieren der Sterne festzuhalten. Es kann einen grossen Unterschied ausmachen, ob die kleinsten, schwächsten Sterne deutlich sichtbar sind oder ganz fehlen. Diese Detailgenauigkeit ist besonders wichtig, wenn du Abzüge von deinen Aufnahmen des nächtlichen Sternenhimmels machen willst*.

5. Auswahl des besten Astro-Objektivs

Sternspuren über einer nächtlichen Stadtlandschaft, aufgenommen mit dem Ultraweitwinkel-Zoomobjektiv Canon RF 10-20mm F4 L IS STM.

Das Canon RF 10-20mm F4 L IS STM deckt einen grossen Bereich gängiger Brennweiten für die Astrofotografie ab und wiegt dabei nur ca. 570 g. Es bietet eine hervorragende Leistung und eine professionelle Konstruktion und ist damit ideal für die Abenteuer unter dem nächtlichen Sternenhimmel.

Hohe Palmen als Silhouette vor der Milchstrasse am Nachthimmel, aufgenommen mit einem Canon 16-mm-Objektiv.

Um die Weite der Milchstrasse mit der Kamera einzufangen, sind ein extrem weiter Blickwinkel und eine hohe Lichtstärke erforderlich. Dies bedeutet in der Regel, dass ein grosses, schweres und sehr teures Objektiv benötigt wird. Das Canon RF 16mm F2,8 STM ist jedoch relativ leicht, kompakt und preisgünstig und damit ideal für die wirtschaftliche Astrofotografie. Aufgenommen mit einer Canon EOS R6 (mittlerweile ersetzt durch das Nachfolgemodell Canon EOS R6 Mark III) und einem Canon RF 16mm F2.8 STM Objektiv bei 25 Sek., F2.8 und ISO 6.400.

Objektive mit einer hohen Lichtstärke sind für die Fotografie von Sternen immer zu bevorzugen, und sie müssen nicht unbedingt ein Vermögen kosten. Das Canon RF 35mm F1.8 Macro IS STM beispielsweise ist ein hervorragendes Objektiv für die Astrofotografie. Das mittelweite Bildfeld dieses Objektivs deckt einen grossen Teil des Nachthimmels ab, während die hohe Lichtstärke viel Licht einfängt. Dabei erlaubt der optische Bildstabilisator auch Nachtaufnahmen aus der freien Hand. Für noch weitere Ansichten der Milchstrasse sind Canon RF 16mm F2.8 STM, Canon RF 24mm F1.8 MACRO IS STM oder das extrem schlanke Canon RF 28mm F2.8 STM eine ideale Wahl. Sie kombinieren einen weiten Bildwinkel mit hoher Lichtstärke und kompakter Bauweise.

Falls dir die zusätzliche Flexibilität eines Zoomobjektivs lieber ist, kannst du das Canon RF 24-105mm F4-7.1 IS STM mit einem grosszügigen Weitwinkelbereich bis hin zu einer Telebrennweite verwenden, was bedeutet, dass dieses Objektiv auch für Porträt- und Wildlife-Aufnahmen gut geeignet ist. Der Bildstabilisator ermöglicht es ausserdem, bei Aufnahmen aus der freien Hand mit längeren Belichtungszeiten zu arbeiten. Für Fotografen, die in diesem Brennweitenbereich eine noch höhere Qualität wünschen, bietet das Canon RF 24-105mm F4 L IS USM die professionelle Optik der L-Serie sowie einen vollständige Witterungsschutz.

Mit seiner hohen Lichtstärke von 1:2 ist das Canon RF 28-70mm F2 L USM ein spektakuläres Standardzoom für die Astrofotografie. Für einen noch grösseren Weitwinkel, bei dem ein paar Millimeter viel ausmachen, empfiehlt sich der Einsatz eines Canon RF 24-70mm F2.8 L IS USM.

Mit dem Ultraweitwinkel-Zoom des Canon RF 15-35mm F2.8 L IS USM kannst du grosse Teile des Nachthimmels einfangen und dabei von einer hohen Lichtstärke und einem flexiblen Zoombereich profitieren. Das etwas mobilere Canon RF 10-20mm F4 L IS STM und das Canon RF 14-35mm F4 L IS USM sind gute Alternativen. Beide bieten ein weiteres Bildfeld bei einer um einer Stufe geringeren Lichtstärke. Aber auch das Canon RF 16-28mm F2.8 IS STM ist eine lichtstarke und leichte Option.

Das ohne Zweifel beste Canon Objektiv für die Astrofotografie ist das Canon RF 14mm F1.4 L VCM. Es kombiniert einen weiten Bildwinkel mit einer sehr hohen Lichtstärke, die das Einfrieren der Bewegung von Sternen erleichtert. Wie auch andere lichtstarke RF Hybrid-Objektive mit weitem Bildwinkel, nutzt es die fortschrittlichen optischen Technologien von Canon, um wunderschöne, gestochen scharfe Aufnahmen des Nachthimmels zu machen. Dabei ist es erstaunlich leicht für ein so beeindruckendes Objektiv. In unserem Leitfaden über die beste Canon Ausrüstung für Aufnahmen bei wenig Licht* erfährst du mehr darüber, warum RF Objektive bei Nachtaufnahmen vorteilhaft sein können.

Wenn ein leichtes und preisgünstiges Zoomobjektiv für deine spiegellose APS-C-Kamera wie die Canon EOS R100 oder EOS R50 suchst, ist das Canon RF-S 10-18mm F4.5-6.3 IS STM eine gute Wahl. Es bietet einen ultraweiten Bildwinkel, der sich gut für dramatische Aufnahmen des Nachthimmels eignet, und wiegt dabei nur ca. 150 g.

6. Die Bildkomposition bei Nachtaufnahmen verbessern

Eine Weitwinkelaufnahme des Nachthimmels, der die Landschaft darunter in Schatten taucht. Aufgenommen mit einem Canon RF 10-20mm F4 L IS STM Objektiv.

Ein sternenübersäter Himmel lässt sich oft noch durch die Einbeziehung der umgebenden Landschaft in die Aufnahme verbessern. Dies verleiht deinen Bildern ein einzigartiges Merkmal und hebt deine Arbeit von anderen Aufnahmen des Nachthimmels ab. Aufgenommen mit einer Canon EOS R5 (mittlerweile ersetzt durch das Nachfolgemodell Canon EOS R5 Mark II) und einem Canon RF 10-20mm F4 L IS STM bei 15 Sek., F4 und ISO 8.000.

Die Silhouetten von Bäumen vor dem nächtlichen Sternenhimmel.

Arrangiere deine Bildkomposition so, dass ein hohes Objekt im Vordergrund – etwa eine Felsformation oder ein Baum – den Blick des Betrachters nach oben führt, während die Kamera auf den Himmel gerichtet ist. Das zusammengesetzte Bild wurde mit einer Canon EOS R (mittlerweile durch die EOS R6 Mark III ersetzt) und einem Canon RF 14mm F1.4 L VCM Objektiv aufgenommen. Vordergrund: 1/100 Sekunden, F5.6 und ISO 2.000. Himmel: Zehn überlagerte Bilder bei 10 Sekunden, F1.4 und ISO 3.200. © Radoslav Sviretsov.

Bringe deine Aufnahmen des Sternenhimmels auf ein höheres Niveau, indem du andere Elemente einbeziehst, um das visuelle Interesse zu steigern – Gebäude, Bäume, Berge oder spiegelnde Seen sind alles gute Optionen. Manchmal ergeben isoliert fotografierte Sterne Bilder, denen es an Perspektive oder Charakter fehlt. Achte daher immer auf etwas Einzigartiges, das du in dein Bild einbinden kannst.

Eine traditionelle Technik, um die Schärfe einer Szene vom Vordergrund bis zum Hintergrund zu erhalten, besteht darin, das Objektiv auf die hyperfokale Distanz einzustellen. Es gibt zahlreiche Smartphone-Apps, die diese Entfernung für dich berechnen können. Viele moderne Objektive verfügen über keine Fokus-Entfernungsskala mehr. Die meisten Canon EOS R Systemkameras können beim Einsatz mit RF Objektiven aber die Fokusentfernung im Sucher anzeigen.

Überprüft man einzelne Bereich auf dem rückseitigen Display der Kamera mit einer vergrösserten Vorschau, erleichtert das die manuelle Fokussierung. Angesichts der geringen Schärfentiefe, die beim Einsatz einer hohen Lichtstärke erzeugt wird, ist es oft aber nicht möglich. das gesamte Bild scharf zu stellen. Eine Alternative besteht darin, zwei oder mehr Aufnahmen mit unterschiedlichen Fokus- und Belichtungseinstellungen zu machen, die getrennt auf den Vordergrund und den entfernten Sternenhimmel zugeschnitten sind, und diese dann mit einem Bearbeitungsprogramm, das Ebenenmasken unterstützt, wie beispielsweise Adobe Photoshop1, zu einem einzigen Bild zusammenzufügen.

Falls du lieber alles mit einer einzigen Aufnahme festhalten möchtest, der Vordergrund aber sehr dunkel ist, kannst du versuchen, ihn mit einem Blitzlichtgerät wie dem Canon Speedlite EL-10 aufzuhellen und dafür einen oder mehrere Lichtimpulse während einer Langzeitbelichtung abgeben. Du kannst auch kreativ werden, indem du bei einer langen Belichtung mit einer Taschenlampe oder sogar mit den Scheinwerfern deines Autos – falls du zu einem Aufnahmeort gefahren bist – Licht über bestimmte Objekte im Vordergrund und Bereiche von Interesse streust.

7. Aufnahmen von Sternenspuren

Die Aufnahme von beeindruckenden Lichtspuren, welche die Bewegung der Sterne zeigen, ist eine ziemliche Herausforderung. Mit ein paar einfachen Schritten ist es aber möglich, diese Technik zu beherrschen. Als Erstes musst du den Nordpol ausfindig machen, was mit einer Sternkarten-App auf deinem Smartphone problemlos möglich ist. Wenn du dich so positionierst, dass der Nordpol (oder der Südpol, falls du dich auf der Südhalbkugel befindest) der Fokus deiner Aufnahme ist, und eine Langzeitbelichtung verwendest, wird sich das kreisförmige Muster um einen zentralen Punkt bilden. Vergiss nicht, dass du für jede Langzeitbelichtung ein Stativ verwenden solltest, um Bewegungsunschärfe zu vermeiden.

Sterne sind keine starke Lichtquelle, deshalb nimm eine hohe ISO-Einstellung (800, 1.600 oder mehr), um die Lichtbahnen der Sterne einzufangen. Experimentiere bei ein paar Schnappschüssen ein bisschen mit der ISO-Einstellung, da es bei der Wahl hoher Werte zum „Bildrauschen“ kommen kann.

Obwohl es 24 Stunden dauert, bis die Sterne eine vollständige Umrundung am Himmel durchlaufen, lässt sich der Effekt eines kreisförmigen Sternenschweifs mit einer Langzeitbelichtung von etwa 60 bis 90 Minuten erzielen. Wenn du deine Aufnahmen auf der Nordhalbkugel machst, kannst du den Polarstern am Nachthimmel als Bezugspunkt nehmen, um den sich die Sterne zu drehen scheinen.

Die längste Belichtungszeit beträgt bei vielen Kameras 30 Sekunden – für eine längere Belichtung verwende die Langzeitbelichtung im manuellen Modus. Hierbei kann der Verschluss so lange geöffnet bleiben wie du willst. Stelle den Fokus auf unendlich ein, und versuche es mit einer Belichtungszeit von etwa 30 Minuten, wenn du bereit bist. Dann erneut die Aufnahme überprüfen. Vielleicht sind ein paar Versuche – und etwas Geduld – erforderlich, aber letztlich wirst du Ergebnisse erzielen, mit denen du zufrieden bist.

Eine weitere Möglichkeit ist das Erstellen eines Zeitraffer-Videos des Nachthimmels. Das kann man manuell tun, indem man eine Reihe von Fotos aufnimmt und diese später zu einem Video zusammenfügt. Viele Canon Kameras – darunter Canon EOS R6 Mark III, EOS R8 und EOS R50 – verfügen jedoch über einen speziellen Zeitraffer-Modus. Dabei wird ein integrierter Intervall-Timer verwendet, der automatisch Bilder aufnimmt und sie dann zu einer einzigen Videodatei kombiniert, die sofort weitergegeben werden kann.

Befestige deine Kamera auf einem Stativ und schalte im Videomodus auf manuelle Belichtung um. Stelle eine Belichtungszeit von etwa 20 Sekunden oder weniger ein und passe dann Blende und ISO-Wert an, um eine gute Belichtung zu erreichen (F4 und ISO 640 eignen sich oft gut als Ausgangspunkt). Mache eine Probeaufnahme und prüfe die Ergebnisse. Ändere gegebenenfalls deine Belichtungseinstellungen.

Wähle als Nächstes im Menü die Option Zeitraffer-Movie und stelle den Intervall-Timer so ein, dass alle paar Minuten eine Aufnahmen gemacht wird. Die Gesamtaufnahmezeit für die Sequenz hängt davon ab, wie lang dein Zeitraffervideo des Nachthimmels werden soll und wie hoch die gewählte Bildrate ist. Eine Sequenz von 60 Aufnahmen mit einer Bildrate von 30 Bildern pro Sekunde abgespielt, ergibt beispielsweise ein Zeitraffervideo von zwei Sekunden.

Ein gut gemachter Sternen-Zeitraffer kann sehr beeindruckend sein, wenn sich der Himmel vor deinen Augen langsam zu drehen scheint. Wenn du Glück hast oder deine Aufnahmen auf einen Meteoritenschauer abstimmst, werden Sternschnuppen über dein Bild huschen und das galaktische Wunder noch verstärken. In unserem Leitfaden zum Fotografieren von Meteoritenschauern* erfährst du, wie die Profis dieses atemberaubende Himmelsschauspiel festhalten.


Geschrieben von Matthew Richards und Marcus Hawkins


*Nur in ausgewählten Sprachen verfügbar.
1. Adobe, Lightroom und Photoshop sind entweder Marken oder eingetragene Marken von Adobe in den USA und/oder anderen Ländern.

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