World Sports Photography Awards 2026: Gewinner des Canon Emerging Talent Awards

Canon feiert die nächste Generation von Sportfotografen mit einem neuen Award bei den WSPA 2026. Drei Empfänger einer Sonderauszeichnung sprechen über ihre Arbeit und den Einfluss der Anerkennung.
Eine grosse Gruppe von Radrennfahrern fährt bei einem Strassenrennen die Serpentinen einer steilen Abfahrt hinunter. Aufgenommen von Sportfotograf Harry Talbot mit einer Canon EOS R5 Mark II.

Foto von Harry Talbot, Sonderauszeichnung beim Canon Emerging Talent Award, World Sports Photography Awards 2026. Aufgenommen mit einer Canon EOS R5 Mark II. © Harry Talbot

Canon unterstützt Sportfotografen dabei, jene Momente festzuhalten, die sich Fans für immer ins Gedächtnis einbrennen – von unvergesslichen Siegen auf den härtesten Etappen bis hin zu brillanten Einzelleistungen.

Durch seine Partnerschaft mit den World Sports Photography Awards fördert Canon die Fähigkeiten und das Storytelling, die die Sportfotografie ausmachen, und würdigt den Nachwuchs mit dem 2026 eingeführten Canon Emerging Talent Award.

Der Canon Emerging Talent Award wurde ins Leben gerufen, um Arbeiten der nächsten Generation von Sportfotografen zu präsentieren und aufstrebende Talente unter 30 Jahren ins Rampenlicht zu rücken. Die eingereichten Bildportfolios wurden von einer Fachjury bewertet. Der neue Wettbewerb zog über 1700 Teilnehmer an.

Tom Wellers kühne Serie von Wintersport- und Basketballaufnahmen brachten ihm die Goldmedaille ein. Darüber hinaus wurden mehrere Fotografen für ihr Können, ihre Kreativität und ihre Leidenschaft beim Einfangen der Dramatik und Schönheit des Sports mit einer Sonderauszeichnung geehrt.

Hier sprechen wir mit drei der Fotografen, die mit einem „Special Merit“ ausgezeichnet wurden, um zu erfahren, wie sie neue Technologien nutzen und der Sportfotografie ihren Stempel aufdrücken.

Rasendes Formel-1-Auto in Singapur, fotografiert aus der Vogelperspektive aus einem Riesenrad von Jayce Illman mit einer Canon EOS R3.

Dieses Bild nahm Jayce Illman im Riesenrad an der letzten Kurve des Marina Bay Circuit in Singapur auf. „Da ich durch Glas fotografiert habe, musste ich Kamera und Objektiv mit einem schwarzen Pullover umwickeln, um Reflexionen so gut wie möglich zu vermeiden“, erklärt er. „Die besondere Herausforderung bestand in dem sehr kurzen Zeitfenster, das mir für diese Aufnahme zur Verfügung stand. Die vollständige Umdrehung des Riesenrads dauert ungefähr 30 Minuten, aber nur für kurze Zeit hat man den richtigen Winkel, die richtige Entfernung und die richtige Bildkomposition mit den Autos darunter.“ Aufgenommen mit einer Canon EOS R3 mit einem Canon RF 100-500mm F4.5-7.1L IS USM Objektiv bei 135 mm, Verschlusszeit 1/13 Sek., Blende 1:10 und ISO 500. © Jayce Illman

Jayce Illman (Australien): Motorsportfotografie im neuen Licht

„In der Formel 1 sind einige der besten Sportfotografen der Welt tätig. Daher bin ich stets darauf bedacht, etwas Neues auszuprobieren“, so Jayce Illman in seiner bereits dritten Saison als Sportfotograf. „Dazu versuche ich, über die offensichtlichen Rennbilder hinauszugehen und mich mit der Umgebung, der Architektur, den Zuschauern, dem Licht und der Atmosphäre rund um die Rennstrecke zu beschäftigen.

„Ich stelle mir bei jedem Rennen die Frage, was es einzigartig macht und wie ich ohne Worte vermitteln kann, dass ein Bild von einer bestimmten Rennstrecke stammt. Auf diese Weise versuche ich, Bilder zu machen, die den individuellen Charakter eines Rennens einfangen, anstatt Stereotype der Motorsportfotografie zu bedienen.“

Bei der Formel 1 gelten strenge Zugangsbeschränkungen, durch die man bisweilen daran gehindert wird, von der gewünschten Stelle aus zu fotografieren. Er glaubt jedoch, dass ihn diese Einschränkungen nur dazu anspornen, noch kreativer zu sein: „Ich versuche, jede mögliche Version eines Bilds durchzudenken. Was passiert, wenn ich von unten fotografiere? Oder von oben? Kann ich durch eine Lücke in der Absperrung aufnehmen? Funktioniert dieser Hintergrund für eine langsame Schwenkaufnahme? Könnte sich das Licht während der Session ändern?

„Ich bin auch motiviert, gegebenenfalls auch abseits der Rennstrecke zu schauen. Mein Foto vom Start in Monaco habe ich zum Beispiel vom Balkon eines Gebäudes ausserhalb des Circuits aufgenommen. In Las Vegas habe ich von Hotelbalkonen aus und sogar vom Eiffelturm auf dem Strip fotografiert. Manchmal zwingen dich die eingeschränkten Zugangsmöglichkeiten dazu, noch genauer hinzusehen, und genau dann entstehen oft die interessantesten Bilder.“

Ein Techniker mit lilafarbenen Handschuhen arbeitet an einem Tisch an der Schaltung einer Canon Kamera.

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Was bedeutet dir die Auszeichnung bei den World Sports Photography Awards?

Es hat das Vertrauen in meine Fähigkeiten gestärkt, motiviert mich aber auch, noch härter zu arbeiten. Ich bin ständig auf der Suche nach Möglichkeiten, mich zu verbessern, dasselbe Rennen ganz anders zu fotografieren und meinen Stil weiterzuentwickeln. Dabei bedeutet mir die Anerkennung durch den Canon Emerging Talent Award sehr viel.

Wie prägt das Fotografieren mit Canon Geräten deinen kreativen Ansatz?

Es hat meine Herangehensweise an die Motorsportfotografie definitiv beeinflusst, insbesondere bei Mitziehaufnahmen. Dank Motiverkennung und Nachführung ist es viel einfacher, die Fahrzeuge durch den Sucher zu verfolgen, vor allem bei längeren Verschlusszeiten. Zudem nutze ich die Bildstabilisierung und den Schwenkassistenten, die mir das Selbstvertrauen geben, mehr zu experimentieren. In einer Sportart wie der Formel 1 bewegen sich die Autos sehr schnell. Doch meine Ausrüstung hält mit, sodass ich mich mehr auf die kreative Seite konzentrieren kann – Komposition, Bewegung, Licht und Timing –, anstatt mit der technischen Herausforderung zu kämpfen, ein scharfes Bild zu erhalten. Das bringt mich dazu, kreativ mehr Risiken einzugehen, insbesondere bei Bewegungsunschärfe und längeren Verschlusszeiten.

Was würdest du Fotografen raten, die in die Sportfotografie einsteigen möchten?

Ich würde ihnen den Rat geben, sich mit ihrer Ausrüstung wirklich gut auszukennen. Je besser du verstehst, wozu deine Kamera in der Lage ist, desto mehr Freiheit hast du, in schnellen Situationen kreativ zu sein. Die wichtigen Momente passieren im Sport so schnell und man kann instinktiv reagieren, wenn man sich mit seiner Ausrüstung gut auskennt, anstatt über die Einstellungen nachdenken zu müssen.

Luftaufnahme einer Turnmannschaft in roten Trikots, die am Rand einer roten Matte aufgereiht ist und einen auffälligen roten Farbtupfer im Bild bildet. Aufgenommen von Sportfotografin Ashley Ray.

Beeindruckendes Bild der Sportfotografin Ashley Ray, aufgenommen aus einer erhöhten Position, die sie für besonders geeignet für kreative Fotos vom Turnen hält. © Ashley Ray

Eine Turnerin hängt an einer Stange, die Beine nach oben gestreckt, die Augen eingerahmt von ihren Knöcheln. Aufgenommen von Sportfotografin Ashley Ray.

Der repetitive Charakter und die Präzision des Turnens erlauben es Ashley, beim Aufwärmen technisch anspruchsvolle Aufnahmen zu proben, um sicherzustellen, dass sie im Wettkampf darauf vorbereitet ist. © Ashley Ray

Ashley Ray (USA): neue Perspektiven in der Turnfotografie

Turnen basiert auf Konzentration, Präzision und millisekundengenauem Timing. Um das gut einzufangen, muss man den Bewegungsablauf der Turner und den Ablauf der Übungen gut kennen, damit man die entscheidenden Momente vorhersehen kann. Ihre persönliche Erfahrung im Turnsport verschafft der Fotografin Ashley Ray einen Vorteil. „Dank meiner acht Jahre aktivem Wettkampfsport bin ich tief in diesem Sport verwurzelt“, erklärt sie.

„Schon vor der Saison informiere ich mich über die Übungen, die die Turner absolvieren werden. Das Verständnis für den Sport und die Vorausplanung ermöglichen es mir, den perfekten Bildausschnitt zu antizipieren und neue kreative Aufnahmen auszuprobieren.“

Ashley betont, dass sie in einem Sport, der von Natur aus repetitiv ist, Wert darauf legt, kreativ zu bleiben. Um ihr Portfolio abwechslungsreich zu gestalten, plante sie verschiedene Blickwinkel und „wechselte bei jedem Wettkampf die Objektive“. Ihr Lieblingsansatz, um den Betrachtern eine neue Perspektive zu bieten, bestand jedoch darin, den Wettkampf vom Laufsteg aus zu fotografieren, um einen hohen Blickwinkel zu erhalten.

Wie sie sagt, möchte sie mit ihrem Turnportfolio sowohl die Schönheit als auch die Kraft des Sports zeigen. „Meine Hoffnung ist es, dass die Betrachter durch meine Fotos den Turnsport schätzen lernen und zu Fans werden.“

Was bedeutet dir die Auszeichnung bei den World Sports Photography Awards?

Es ist eine grosse Ehre. Ich fotografiere zwar schon eine ganze Weile, stehe aber eigentlich noch am Anfang meiner beruflichen Laufbahn. Eine Auszeichnung dieses Kalibers inspiriert mich dazu, weiter kreativ zu sein und weiterhin Risiken einzugehen, um kreative Aufnahmen zu machen. In meiner derzeitigen Position leite ich ein Team von studentischen Hilfskräften im Bereich Fotografie. Ich hoffe, ich kann ihnen mit dieser Auszeichnung vermitteln, was man mit harter Arbeit erreichen kann, und ich freue mich auf die neuen Kontakte und Möglichkeiten, die sich durch diese Auszeichnung eröffnen werden.

Wie prägt das Fotografieren mit Canon Geräten deinen kreativen Ansatz?

Das Fotografieren mit Canon prägt meine Kreativität in vielerlei Hinsicht. Als ich in der Highschool anfing zu fotografieren, war meine Ausrüstung von Canon ideal, um meine technischen Fähigkeiten zu perfektionieren. Und heute in meiner Tätigkeit im Hochschulsport schätze ich die einfache Live-Übertragung von Fotos und das breite Spektrum der Objektive von Canon.

Was würdest du Fotografen raten, die in die Sportfotografie einsteigen möchten?

Nutze jede Gelegenheit. Du kannst aussagekräftige Bilder schaffen, egal wie gross oder klein die Veranstaltung ist. Bleibe bescheiden und lerne von den Menschen um dich herum.

Radsportler in Belgien, aufgenommen durch eine zerbrochene Fensterscheibe von Sportfotograf Harry Talbot mit einer Canon EOS R5 Mark II.

Harry Talbots kreative Aufnahme vom Strassenradrennen „La Flèche Wallonne“ 2025 in Belgien entstand nicht aus einer spontanen Eingebung. „Am Vorabend bin ich die ganze Strecke – die gesamten 205 Kilometer – auf Google Street View abgefahren“, berichtet er. „Und ich dachte, dass ich vielleicht etwas mit diesen alten Gebäuden an der Strecke machen könnte, also hielt ich während des Rennens mit dem Motorrad an und rannte hinein. Ich hatte vielleicht 30 Sekunden Zeit, bevor das Peloton vorbeikam, stand also unter enormem Druck – aber ich sah das kleine Loch und wusste sofort, was zu tun ist. Ich musste mich auf ein paar alte landwirtschaftliche Geräte stellen, meine Kamera mit ausgeklapptem Bildschirm über den Kopf halten und durch das Loch nach unten fotografieren.“ Aufgenommen mit einer Canon EOS R5 Mark II. © Harry Talbot

Einsamer Radfahrer auf kurviger Strasse in einer epischen Berglandschaft, fotografiert von Sportfotograf Harry Talbot mit einer Canon EOS R5 Mark II.

Für schnelle kreative Ergebnisse braucht man eine Kombination aus Recherche, Erfahrung und Vertrautheit mit der eigenen Kamera. Laut Harry macht es einen grossen Unterschied, „bereits eine Million Fotos von Radrennen gemacht zu haben und zu wissen, was in so einer kurzen Zeitspanne zu tun ist“. Aufgenommen mit einer Canon EOS R5 Mark II. © Harry Talbot

Harry Talbot (Spanien und Neuseeland): frische Perspektiven in der Radsportfotografie

Harry Talbot geht bewusst neue Wege, um über die Profi-Radsportsaison zu berichten. „Ich recherchiere sehr viel. Dabei verbringe ich viel Zeit auf Google Maps und Google Earth oder kundschafte viele Orte und Rennstrecken persönlich aus“, erklärt er. „Logistisch ist es sehr schwierig, über diesen Sport zu berichten. Um neue Blickwinkel zu erzeugen, muss man wirklich viel Arbeit investieren.“

Als Radsportfan fällt es Harry jedoch leicht, die entscheidenden Momente in einem Rennen zu erkennen, das Stunden, Tage oder Wochen dauern kann. „Seit über zehn Jahren verfolge und geniesse ich diesen Sport aktiv. Ich kenne alle Fahrer und weiss, wie sich ein Rennen entwickelt und wo sich wahrscheinlich die wichtigen und entscheidenden Momente ereignen – und dieses Wissen kann man nutzen und auf seine Art zu Fotografieren anwenden.

„Ich habe eine gute Vorstellung davon entwickelt, welche Momente ein Rennen wahrscheinlich prägen werden, wobei das sicherlich auf die meisten Fotografen und die meisten anderen Sportarten auch zutrifft. Man braucht ein sehr solides Verständnis für das, was man fotografiert.“

Harrys Kenntnisse über den Radsport und sein Drang, etwas Neues zu schaffen, spiegeln sich in seinem Portfolio wider. „Ich wollte mich mit meiner Arbeit von der eher traditionellen Sportfotografie abheben. Es ist immer schön, seine Fotos einem Publikum zu präsentieren, und die World Sports Photography Awards bieten eine weitere Gelegenheit dazu.“

Was bedeutet dir die Auszeichnung bei den World Sports Photography Awards?

Es macht mich sehr demütig. Die Auszeichnung beim Canon Emerging Talent Award bestätigt ein Gefühl, das ich vielleicht schon seit einiger Zeit spüre, aber die Anerkennung von anderen – insbesondere von etablierten und angesehenen Fachleuten der Branche – bedeutet mir sehr viel.

Wie prägt das Fotografieren mit Canon Geräten deinen kreativen Ansatz?

Ich nutze die Canon EOS R5 Mark II und mag daran wahrscheinlich am meisten den grossen 45-Megapixel-Sensor – der wohl auch der Grund ist, warum ich mich im Unterschied zu vielen anderen Sportfotografen für dieses Modell entschieden habe. Die Nachbearbeitung nimmt in meiner Arbeit viel Raum ein und trägt wesentlich dazu bei, einzigartige Fotos zu schaffen. Daher ist es mir wichtig, dass ich Bilder zuschneiden und manchmal drei oder vier verschiedene Fotos aus einer einzigen Datei erstellen kann.

Ein weiteres Merkmal, das ich viel nutze, ist der vollständig dreh- und ausklappbare Bildschirm. In vielen Situationen halte ich die Kamera über dem Kopf oder am Boden, und die Möglichkeit, das Display einfach auszurichten, hilft mir definitiv dabei, unverwechselbare Fotos zu machen. Ausserdem habe ich die Multifunktionstaste so konfiguriert, dass ich damit zwischen den Individual-Aufnahmemodi wechseln kann. Jedem dieser Modi habe ich eine andere Verschlusszeit zugewiesen und kann auf diese Weise schnell zwischen ihnen umschalten. Mit einer kurzen Berührung der Taste neben dem Auslöser kann ich das Motiv entweder einfrieren oder meine Kamera so einstellen, dass sie mit dem Motiv mitschwenkt. Wenn man von einem Ort aus mehrere Fotos aufnehmen möchte, ist Tempo wichtig, und man muss seine Ausrüstung gut genug kennen, um zügig arbeiten zu können.

Ein Skifahrer, der vor dem Hintergrund des blauen Himmels über schneebedeckten Bergen einen Saltosprung vollführt, während am oberen Bildrand die Sonne strahlt.

World Sports Photography Awards 2026

Wirf einen Blick hinter die Kulissen der WSPA 2026 und erfahre, wie aufstrebende Talente neue Perspektiven in die Sportfotografie einbringen.

Was würdest du Fotografen raten, die in die Sportfotografie einsteigen möchten?

Wähle eine Sportart aus, die dich interessiert. Denn ganz ehrlich: es hört sich erst mal toll an, aber es ist harte Arbeit. Fan der Sportart zu sein, ist also eine grosse Hilfe. Und man muss einfach loslegen – das ist, glaube ich, das Wichtigste. Geh hin und fang einfach an. Niemand wird dich engagieren oder dir eine Chance geben, wenn du noch kein Portfolio hast, also musst du dir eines aufbauen. Das wird sehr schwierig, weil du wahrscheinlich keine Medienakkreditierung hast, aber fang einfach an und such dir jemanden, der dir Zugang gewährt, wenn er im Austausch dafür ein paar Fotos bekommt. Du musst auch ein guter Mensch sein – du musst dich vernetzen, Leute kennenlernen und unkompliziert in der Zusammenarbeit sein.

Written by Marcus Hawkins

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