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Kreative Farben: Wie du Filmaufnahmen mit Canon Log optimieren kannst

Filmemacher Ivan D'Antonio verrät seine Tipps für das Drehen mit Canon Log und erklärt, wie diese Funktion die Kreativität fördern kann.
Zwei Fechter, die in einen schwach mit Leuchtstoffröhren beleuchteten Raum kämpfen, wobei einer eine schwarze und einer eine silberne Maske trägt.

Durch die Farbkorrektur eines in Canon Log aufgenommenen Bildes kann dieses so verändert werden, dass einen ganz bestimmte Atmosphäre entsteht. Hier hat Filmemacher Ivan D’Antonio die Technik angewendet, um einem von ihm produzierten Video mehr Tiefe zu verleihen, das er für die gesellschaftliche Kampagne Mieloma ti sfido aufgenommen hat, welche den Kampf gegen Myelome, einer Art von Knochenmarkskrebs, stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken möchte. Aufgenommen auf einer Canon EOS C200 in Canon Log 3. © Ivan D'Antonio

Beim Aufnehmen von Videos mit Canon Log geht es um mehr als nur darum, den Dynamikumfang zu maximieren. Alle Cinema EOS Kameras von Canon, die meisten XF Videokameras und einige Modelle der spiegellosen und Spiegelreflexkameras bieten eine Reihe von Log-basierten Gammakurven, die dafür entwickelt wurden, sowohl in den dunkelsten als auch in den hellsten Bereichen deiner Aufnahmen die Einzelheiten beizubehalten. Doch Canon Log kann noch viel mehr als das. Es steigert die Flexibilität der Farbkorrektur und bietet einem Kreativredakteur so die Möglichkeit, sich bei der Farbpalette des Videos wirklich auszutoben. So kann ein schicker Kino-Look erzeugt werden, der zur visuellen Handschrift des Filmemachers werden kann.

„Bei einem Bild mit Farbkorrektur möchte ich meine eigene Interpretation der Realität schaffen“, sagt der italienische Filmemacher und Canon Botschafter Ivan D’Antonio. „Ich möchte etwas schaffen, das vertraut und natürlich aussieht, aber gleichzeitig sollte es sich dabei nicht nur um eine perfekte Darstellung der Natur handeln. Es soll die Schönheit der Natur in den Augen einer bestimmten Person darstellen, so wie es ein Maler macht.“

Da er früher selbst Maler war, beschreibt sich D'Antonio selbst „mehr wie einer der Micchiaioli – eine Gruppe impressionistischer Maler aus Italien. Ich möchte lieber herausfinden, wie ich Dinge sehe, und nicht, wie sie aussehen „sollten“.“ Seit dem Anfang seiner Karriere arbeitet er mit Canon, zuerst mit einer Canon XH A1 Videokamera, dann mit einer EOS 5D Mark II (die jetzt durch eine Canon EOS 5D Mark IV ersetzt wurde). „Ich habe Canon schon immer bevorzugt, da ich finde, dass die Farben sehr malerisch aussehen“, sagt er.

Bei der Canon EOS C100 und später bei einer Reihe von Cinema EOS Kameras hat D'Antonio damit begonnen, Canon Log zu verwenden. „Canon Log hat meine Arbeitsweise revolutioniert“, sagt er. „Ich konnte freier arbeiten und habe damit begonnen, wirklich herumzuexperimentieren und meinen Stil zu entwickeln.“
Eine Canon EOS 5D Mark IV mit Canon Log-Einstellungen auf dem Bildschirm.

Canon Log wurde 2011 für die Canon EOS C300 präsentiert, und im Laufe der Jahre kam es bei immer mehr Kameras zum Einsatz, einschliesslich der Canon EOS 5D Mark IV (im Bild) und jüngst der Canon EOS R5, die Canon Log 3 jetzt dank eines kürzlichen Firmware-Updates unterstützt.

Filmemacher Ivan D'Antonio mit hellbrauner Jacke und Schottenmütze verwendet eine Canon EOS Kamera bei Aussenaufnahmen.

D'Antonios filmischer Stil, der durch seinen Hintergrund als Maler beeinflusst wurde, ist geprägt durch einen grossartigen Blick fürs Detail in Bezug auf Farben und Licht. Er verwendet Canon Log jetzt schon seit vielen Jahren und konnte so mit diesen Aspekten seiner Arbeit herumexperimentieren.

Die Geschichte von Canon Log

Ursprünglich entwickelt für die Canon EOS C300 Mark (mittlerweile ersetzt durch die Canon EOS C300 Mark III), wurde im November 2011 eine logarithmische Gammakurve namens Canon Log eingeführt. Sie stellte sich schnell als ein hervorragendes Instrument zum Maximieren des Dynamikumfangs heraus, ohne dass dabei die Dateigrösse zunimmt.

Um die Dateigrösse im Griff zu behalten, wendet Canon Log bei der Erfassung des Bilds eine logarithmische Farbtonkurve sowie Bearbeitungsparameter an, gleichzeitig wird aus dem Sensor der grösstmögliche Dynamikumfang herausgekitzelt – bei der EOS C300 Mark III und EOS C70 kann mit Canon Log 2 ein Dynamikumfang mit mehr als 16 Blendenstufen erzielt werden. Die erzielten Aufnahmen müssen bearbeitet werden – direkt von der Kamera weisen sie einen geringen Kontrast und eine geringe Sättigung auf, enthalten aber mehr Tonwertinformationen, die bei der Nachbearbeitung genutzt werden können, um einen deutlich grösseren Kontrast zwischen den dunkelsten und hellsten Bereichen zu erzielen.
„Canon Log bietet viel mehr Spielraum, damit du die hellen Bereiche erweitern und die dunklen Bereiche genauer erforschen kannst“, erklärt Paul Atkinson, Pro Video Product Specialist bei Canon Europe. „So kannst du den Farbtonbereich erweitern genauso wie den Umfang der Informationen, die letztendlich auf der Leinwand landen.

„Dadurch dass die Sensoren immer empfindlicher wurden, konnte Canon einen noch grösseren Dynamikumfang erzielen, weshalb die erste Canon Log-Kurve zu Log 2 und dann zu Log 3 weiterentwickelt wurde“, fügt er hinzu. „Das ursprüngliche Canon Log bot einen Dynamikumfang von 12 Blendenstufen bei der ursprünglichen EOS C300. Bei der EOS C300 Mark II mit Canon Log 2 lagen dann schon rund 15 Blendenstufen vor.

„Bei der EOS C70 und der EOS C300 Mark III erweitert Canon Log 2 den Dynamikumfang jetzt dank der neuen Dual Gain Output (DGO) Sensortechnologie auf mehr als 16 Blendenstufen. „Und je mehr Informationen du hast, umso besser“, sagt Atkinson.
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Filmemacher Ivan D’Antonio, der mit einer Canon Cinema EOS Kamera Aufnahmen in einem Raum mit altmodischem Dekor macht.

Mit Canon Log haben Filmemacher eine bessere Kontrolle über das endgültige Aussehen ihrer Filme, indem sie Aufnahmen einfacher anpassen und ihre eigene Interpretation der Realität schaffen können. „Ich neige dazu, keine perfekt standardisierten Bilder zu schaffen, sondern bevorzuge es, Schönheit in natürlicher Unvollkommenheit zu finden“, sagt D'Antonio.

Zwei Versionen einer Nahaufnahme vom Gesicht einer Frau, wobei es sich bei einem um die Aufnahme in Canon Log 3 mit geringer Sättigung handelt und beim anderen um das Bild nach der Farbkorrektur.

Aufnahmen in Canon Log weisen einen geringeren Kontrast und geringe Sättigung auf, beinhalten jedoch mehr Informationen zum Farbton. Wenn du eine Farbkorrektur deiner Aufnahmen vornimmst, kannst du ihnen deinen eigenen Stempel aufdrücken, wie du hier am Vorher- und Nachherfoto erkennen kannst. Aufgenommen auf einer Canon EOS C200 in Canon Log 3. © Ivan D'Antonio

Aufnahmen in Canon Log

Wenn du von deiner Kamera direkt sendebereite oder editierbare Aufnahmen erhalten möchtest, sind die herkömmlichen Farbprofile oder Canon Wide DR ideal. Allerdings bieten dir Aufnahmen in Canon Log mit nur wenig mehr Zeitaufwand in der Nachbearbeitung eine bessere Bildqualität und die absolute Kontrolle über den Look deiner Aufnahmen. Ausserdem bieten sie auch die Flexibilität, deine Inhalte auf verschiedene Ausgabeformate wie BT.709, BT.2020, HLG oder PQ HDR aufzuteilen.

Da Aufnahmen in Log Bilder mit geringer Sättigung und geringem Kontrast liefern, musst du darauf achten, dass die Belichtung stimmt. Alle aktuellen Canon Kameras ermöglichen eine LUT-Anzeige, entweder über den Kamerabildschirm oder über einen externen Monitor, damit du eine bessere Vorstellung davon bekommst, wie das finale Filmmaterial aussieht. Bei der EOS 5D Mark IV bietet dir die View Assist-Funktion beispielsweise eine visuelle Darstellung einer den Sendestandards und BT.709 entsprechenden Kalibrierung.
„Du musst richtig belichten“, sagt Atkinson, „wobei es mir auch schon gelungen ist, schlechte Aufnahmen dank Canon Log zu retten! Ich „belichte gerne nach rechts“, um die Highlights beizubehalten, und reduziere die Belichtung dann in der Nachbearbeitung. Die Bilder werden sehr klar, und ich nutze einen externen Monitor mit LUTs, damit ich sehe, wie sie aussehen werden. Ich nutze immer die Waveform, anstatt nur auf den Monitor zu schauen.“

Es geht nicht nur darum, dass die Belichtung in technischer Hinsicht richtig ist, sondern darum, zu lernen, wie die Kamera in Log funktioniert, damit du die richtige Stimmung für die Szene schaffen kannst. „Probiere Canon Log aus, bevor du dein erstes Projekt damit beginnst“, empfiehlt D’Antonio. „Versuche herauszufinden, wie die Belichtung sein sollte und wie die Nachbearbeitung funktioniert. Es klingt vielleicht kompliziert, aber sobald du dich daran gewöhnst hast, wird es dir schnell gelingen, das Bild zu schaffen, das du dir vorgestellt hast.“
DoP Ben Sherlock filming with the Canon EOS C300 Mark III in a rural setting with bushes and water in the background.

Ein revolutionärer Sensor – DGO

Erfahre, wie die EOS C300 Mark III und die EOS C70 dank der revolutionären neuen Sensortechnologie von Canon mehr als 16 Stufen Dynamikumfang bieten.
Nahaufnahme eines Fechters, der eine Fechtmaske trägt und konzentriert schaut.

Vorher- und Nachherbilder vom Video der gesellschaftlichen Kampagne Mieloma ti sfido, die von D'Antonio in Canon Log 3 auf einer Canon EOS C200 Kamera mit einem Canon CN-E18-80mm T4.4 L IS KAS S Objektiv aufgenommen wurden. © Ivan D'Antonio

Nahaufnahme eines Fechters, der eine Fechtmaske trägt und konzentriert schaut. Im Bild wurde bei der Nachbearbeitung eine Farbkorrektur vorgenommen.

Durch diesen hervorragenden Dynamikumfang behält Canon Log selbst im tiefsten Schatten und den hellsten Bereichen Einzelheiten bei. © Ivan D'Antonio

Canon Log, Log 2 oder Log 3: was soll ich verwenden?

Bei manchen Kameras hast du die Wahl zwischen Canon Log-, Log 2- oder Log 3-Kurven. „Beim ursprünglichen Canon Log handelt es sich um eine gute Allroundeinstellung, wohingegen dir Canon Log 2 mehr Einzelheiten in dunklen Bereichen bietet“, erklärt Atkinson. „Wenn du die hellen Bereiche zu sehr bearbeitest, sehen diese nicht mehr gut aus, und du kannst das nicht mehr rückgängig machen. Wenn du dich zu sehr auf die dunklen Bereiche konzentrierst oder wenn zu stark unterbelichtest und anschliessend versuchst das Bild aufzuhellen, entsteht ein Rauschen. Canon Log 3 wurde mit einem etwas geringerem Dynamikumfang entwickelt, was bedeutet, dass die dunklen Bereiche nicht ganz so detailreich sind und du dich deshalb später mit etwas weniger Rauschen auseinandersetzen musst.“

Die richtige Wahl hängt davon ab, wovon Aufnahmen gemacht werden. Wenn es besonders helle oder dunkle Bereiche gibt, ist Canon Log 2 wahrscheinlich die beste Wahl, wobei etwas zusätzliche Arbeit in der Nachbearbeitung notwendig ist, um das Rauschen in Schattenbereichen zu bereinigen. Wenn du keinen so umfangreichen Dynamikumfang benötigst, aber dennoch einen erweiterten Umfang benötigst, ist Canon Log 3 wahrscheinlich das Richtige. Canon Log 2 und Canon Log 3 verfügen über dieselbe Leistung in hellen Bereichen – der Unterschied liegt darin, wie viele Details in dunklen Bereichen sie festhalten. Es ist auch zu beachten, dass der bahnbrechende DGO-Sensor in der EOS C300 Mark III und der EOS C70 das Rauschen in dunklen Bereichen deutlich reduziert, weshalb bei diesen Kameras Canon Log 2 genauso praktisch ist wie Canon Log 3.
Ein Mann, der Gitarre spielt und in einem Wohnzimmer mit kunstvollen aber alten Holzmöbeln sitzt.

Fotos aus dem Musikvideo Marije vor und nach der Nachbearbeitung, aufgenommen in Canon Log 3 auf einer Canon EOS C200 mit einem Canon EF 16-35mm f/2.8L III USM Objektiv. © Ivan D'Antonio

Ein Mann, der Gitarre spielt und in einem Wohnzimmer mit kunstvollen aber alten Holzmöbeln sitzt. Im Bild wurde bei der Nachbearbeitung eine Farbkorrektur vorgenommen.

Als Teil seines persönlichen Stils beleuchtet D'Antonio bevorzugt die Umgebung rund um die Schauspieler, anstatt die Belichtung auf deren Gesichter zu konzentrieren. Canon Log 3 war die ideale Wahl für diesen kleinen Dreh, da sich damit satte Farben erzeugen lassen und gleichzeitig das Rauschen reduziert wird. © Ivan D'Antonio

Wenn Filmemachern verschiedene Log-Einstellungen zur Verfügung stehen, haben sie beim Dreh mehr Möglichkeiten. In der Nachbearbeitung kannst du dann ein bestimmtes LUT bei deinen Bildern anwenden oder deine eigene Farbkorrektur vornehmen, um ihnen eine bestimmte Ästhetik zu verleihen.

„Derzeit ist Canon Log 2 mein Favorit“, sagt D'Antonio. „Ich verwende es für grössere Projekte. Es ist einfach perfekt, da es einen grossen Dynamikumfang und besonders flache Farben bietet – insbesondere bei hellen Szenen. Beides ist in den hellen und dunklen Bereichen erkennbar. Natürlich dauert die Farbkorrektur länger, aber du kannst makellose Schönheit erzielen.

„Bei kleineren Projekten oder wenn ich wenig Licht habe, verwende ich lieber Canon Log 3, da es klarere Bilder bei hohen ISO-Werten liefert. Es verfügt über einen geringeren Dynamikumfang in dunklen Bereichen, allerdings sind die Farben lebhafter, weshalb du weniger Zeit bei der Nachbearbeitung benötigst und die Ergebnisse besser sind.“

Egal, ob du eine „makellose Schönheit erzielen“ oder einfach nur deine bestimmte Vorstellung verwirklichen möchtest, mit Canon Log hast du mehr kreative Möglichkeiten.

Verfasst von Adam Duckworth


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