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Kalt, dunkel, aufregend: die Noordkaap Challenge – gefilmt mit der Canon EOS C200

Professional kite surfer Kevin Langeree with his board in front of an Aurora Borealis-filled sky. Photo by Humberto Tan.
Als Filmemacher Michael Zomer und sein Noordkaap Challenge-Team mit dem Auto in der Schneelandschaft unterwegs waren, wurde der Himmel vom Polarlicht erhellt. Fotograf Humberto Tan gelang diese Aufnahme, die der Profi-Kitesurfer Kevin Langeree als den „Money Shot“ bezeichnete. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark IV mit einem Canon EF 11-24mm f/4L USM Objektiv bei 11 mm, Verschlusszeit 30 Sek., Blende 1:4,5 und ISO 1250. © Humberto Tan

Gefährlich eisige Bedingungen mit Temperaturen von bis zu –20 °C, eine minimale Ausrüstung und nur zwei Stunden Licht pro Tag: Filmaufnahmen vom Kitesurfen in den Tiefen des norwegischen Winters sind alles andere als normale Dreharbeiten.

Der erfahrene Outdoor-Kameramann Michael Zomer hat schon auf der ganzen Welt Extremsportereignisse im Bild festgehalten. Doch selbst er kam beim Filmen des Profi-Kitesurfers Kevin Langeree unter den gefährlichen Bedingungen der Barentssee am Nordkap in Norwegen, dem nördlichsten Punkt Europas, an seine Grenzen. Ans Nordkap (oder Noordkaap) reiste Langeree im Rahmen der Noordkaap Challenge, einer abenteuerlichen Herausforderung zu wohltätigen Zwecken. Beim Filmen der Challenge wurde auch Zomer und seiner Canon EOS C200 einiges abverlangt.

„Das Härteste war, dass alles zusammenpassen musste. Vor allem das Wetter musste stimmen, weil wir ständig auf der Jagd nach Licht waren“, sagt Zomer. „Wir hatten zwei oder drei Tage, um die Aufnahmen zu machen. Ohne Wind ist Kitesurfen nicht möglich. Aber auch nicht, wenn der Wind zu stark weht. Die Bedingungen müssen also perfekt sein.

„Als wir am Nordkap ankamen, stürmte es heftig, und niemand wollte mit uns rausfahren. Es war also eine grosse Mission. Wegen des begrenzten Tageslichts lief uns die Zeit davon. Ausserdem musste ich alles selbst machen und alles selbst tragen.“

Die essentielle Ausrüstung für grosse Abenteuer

Die Wahl der richtigen Ausrüstung war ein wesentlicher Faktor in Zomers Planung. Er entschied sich für zwei Zoomobjektive, ein Canon EF 24-70mm f/2.8L II USM und ein Canon EF 70-200mm f/2.8L IS III USM Objektiv, damit er die Kitesurfer auf dem Meer scharf ins Bild setzen konnte. So musste er seltener Objektive wechseln, und er profitierte von einer grösseren Bandbreite an Brennweiten, ohne Qualitätseinbussen hinnehmen zu müssen. „Ich wünschte, ich hätte ein 400-mm-Objektiv mitnehmen können“, fügt er hinzu. „Aber das war nicht möglich, weil ich alleine arbeitete. Ich musste den Ton aufnehmen, Regie führen, mich um die Produktion kümmern und den Film aufnehmen, alles gleichzeitig. Ich konnte dem Kitesurfer ja schlecht sagen, dass er warten soll, während ich die Objektive austausche.“

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Die Wahl einer zuverlässigen Kamera war von entscheidender Bedeutung: Sie musste tragbar, leicht und schnell zu bedienen sein und schnelle Bildraten bieten. Sie musste bei hohen ISO-Empfindlichkeiten eine gute Leistung liefern und vor allem eine lange Akkulebensdauer haben.

„Wenn es so kalt ist, sind die Akkus schnell leer, obwohl ich sie in meiner Jackentasche aufbewahre, damit sie schön warm bleiben. Um nicht viele Ersatzakkus mitnehmen und wechseln zu müssen, brauchte ich also eine Kamera mit langer Akkulaufzeit“, erklärt Zomer. „Die offensichtliche Wahl war die Canon EOS C200, da ich einen ganzen Tag lang mit einem einzigen Akku arbeiten konnte.“ Der Sensor im Super-35-Format ist nicht nur erstaunlich beim Unterdrücken von Bildrauschen, er vergrössert zudem den Umfang der Objektive, sodass die Reichweite noch grösser wird.

„Bei so viel geballter Action konnte ich mich wirklich auf die Ausrüstung verlassen und musste mir nicht ständig Sorgen machen. Ich konnte mir einfach die Kamera greifen, und alles funktionierte. Da die Kamera sich wirklich schnell einschalten lässt, habe ich keinen Augenblick verpasst. Wenn ich etwas erblickte, das interessant aussah, drückte ich auf den On-Schalter und legte los. Ich musste mir keine Sorgen machen, ob der Akku noch voll genug war oder ob genügend Licht vorhanden war. Ich konnte einfach losrennen und draufhalten. Das ist ein echter Vorteil.“

Filmmaker Michael Zomer, holding a Canon EOS C200, stands with his back to the viewer on a grassy field. Photo by Andrew Walkinshaw.
Zomer filmte immer mit Handkamera. Deshalb benötigte er eine Kamera, die nicht nur leicht und tragbar ist, sondern auch mit allen wichtigen Funktionen ausgestattet ist, die er brauchte. Die Canon EOS C200 war hier ideal. © Andrew Walkinshaw

Aufnahmen aus der Hand

Schon nach kurzer Zeit wird beim Anschauen der Filme von Zomer deutlich, dass er seinen ganz eigenen Stil hat. Viele Aufnahmen haben einen lockeren, handgeführten Look, der besonders realitätsnah wirkt.

„Ich mache Filme in meinem Stil. Deshalb mache ich immer handgeführte Aufnahmen, anstatt Gimbals und Stative zu verwenden“, sagt er. „Bei meinen Handaufnahmen spiele ich mit der Fokussierung, mit dem Wechsel von Schärfe und Unschärfe, sodass der Zuschauer das Gefühl hat, wirklich vor Ort anwesend zu sein.

A skier flies into the air off the edge of a mountain. Photo by Martin Bissig.

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„Und darüber hinaus ist es auch total praktisch, mit dieser Kamera zu arbeiten. Du kannst sie gegen die Brust drücken oder tief halten, weil du den Winkel des Bildschirms so leicht verändern kannst. Du kannst die Kamera auf der Schulter oder vor dem Körper auf Höhe des Gesichts halten. Im Grunde ist einfach alles möglich.

„Ich klemme sie gerne unter den Arm und stabilisiere sie an meiner Seite, um sie ruhig zu halten. Dann drehe ich den Bildschirm so, dass ich von oben draufschauen kann.

„Wenn ich bewegungsreiche Aufnahmen – mit quasi gimbalartiger Stabilisierung – machen möchte, wähle ich 60 Bilder pro Sekunde und setze meine Körperbewegungen ein. Dann wähle ich für die Aufnahmen den Zeitlupenmodus, sodass sie ruhiger werden; in der Postproduktion verwende ich dann zusätzlich einen Bildstabilisator.“ Da die Canon EOS C200 sogar noch schnellere Aufnahmen mit 120 Bildern pro Sekunde in HD sowie 4K/50p-Aufnahmen ermöglicht, ist sie auch eine Traumkamera für Action-Aufnahmen.

Da Zomer keinen externen Recorder, keinen externen Monitor, keine Schärfenachführung, kein Kompendium oder Gimbal verwendet, kann er mit leichter Ausrüstung arbeiten. „Ich will die Kamera nicht so mit Anbauteilen bestücken, dass sie aussieht wie ein Weihnachtsbaum. Ich denke, ich bin gut darin, wirklich schöne Aufnahmen zu machen, wenn ich nur mit dem Basic-Kit arbeite. Ich setze auf Einfachheit für maximale Kreativität.“

Two cars drive at night with the sky above them illuminated by the green Northern Lights. Photo by Humberto Tan.
Zomer und sein Team filmten aber nicht nur das Kitesurfen im eiskalten Wasser der Barentssee. Sie konnten nicht anders, als zwischendurch anzuhalten und ein paar Aufnahmen vom faszinierenden Polarlicht zu machen. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark IV mit einem Canon EF 11-24mm f/4L USM Objektiv bei 18 mm, Verschlusszeit 15 Sek., Blende 1:4 und ISO 1250. © Humberto Tan

Cinema RAW Light

Die Canon EOS C200 bietet für eine so kleine Kamera eine einzigartige Funktion: Die Aufnahmen lassen sich im Cinema RAW Light-Format auf CFast 2.0-Karten speichern. Das ermöglicht eine ultimative Qualität und Flexibilität für die Postproduktion. Es könnte also überraschen, dass Zomer sich entschied, nicht im RAW-Format zu drehen, sondern beim XF-AVC-Codec zu bleiben, da er nicht das Gefühl hatte, ein datenintensiveres Format zu benötigen.

„Ich habe mit einer Auflösung von 1080p aufgenommen, da die Videoausgabe mit 1080p erfolgen sollte und ich viele Zeitlupenaufnahmen machten musste, mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde“, sagt er. „Ich sehe natürlich die Vorteile von Aufnahmen mit 4K, aber wir waren im Gelände unterwegs, also wollte ich keine ausufernde Datenmenge haben. So konnte ich die Daten am Ende jedes Tages wesentlich schneller hochladen.“

Trotz der geringeren Bitrate sind mit der Canon EOS C200 Aufnahmen mit WideDR und Canon Log möglich, sodass der Dynamikumfang maximiert wird. Die Aufnahmen waren unglaublich detailreich und intensiv, mit subtilen Farbtönen und sehr geringem Bildrauschen, obwohl sie bei wenig Licht entstanden.

Filmmaker Michael Zomer and professional kite surfer Kevin Langeree standing on the side of the road in front of a snow bank laughing. Photo by Humberto Tan.
Zomer war beeindruckt von der Leistung, die die Canon EOS C200 bei wenig Licht zeigte. Manchmal drehte einzig und allein mit dem Licht eines Smartphone-Displays. © Humberto Tan

Herausforderungen angesichts von wenig Licht

„Meistens habe ich Aufnahmen bei wenig Licht gemacht, weil sich die Sonne nur während ein paar wenigen Stunden über dem Horizont zeigt und dann wieder untergeht. Es ist also nicht einmal volles Tageslicht vorhanden“, so Zomer. „Es ist ein wirklich eigentümliches, geheimnisvolles Licht, aber es ist wunderschön. Und ich war wirklich überrascht, wie gut die Canon EOS C200 damit umgehen konnte.“

Zomer trieb die ISO-Empfindlichkeit so weit wie möglich nach oben. Manchmal filmte er sogar nur mit dem Licht eines Smartphone-Displays. „Ich bat Kevin, die Wettervorhersage auf seinem Handy aufzurufen, und dieses Licht genügte schon mir als Beleuchtung zum Filmen. Ansonsten war es stockfinster.“

Bei Aufnahmen mit sehr wenig Licht kann es schwierig sein, das Motiv zu fokussieren. Zomer lernte schon bald, sich auf den Dual Pixel CMOS Autofokus der Kamera sowie auf die fortschrittliche Gesichtserkennungsfunktion des Autofokus zu verlassen.

„Der Autofokus ist ein immenser Vorteil. Ich musste mich zunächst ein bisschen daran gewöhnen, nicht manuell zu fokussieren, aber der AF der Canon EOS C200 hat mich wirklich überrascht. Ausserdem nutzte ich die Gesichtserkennung, die mich ebenfalls beeindruckte“, sagt er. „Ich konnte mich so stärker auf das Ruhighalten der Kamera konzentrieren, statt mich auch gleichzeitig noch um die Fokussierung kümmern zu müssen.“

Natürliche Audioaufnahmen

Die fortschrittlichen Audioaufnahmefunktionen der Canon EOS C200 unterstützten Zomer auch bei der Tonaufzeichnung in CD-Qualität. „Die Kamera verfügt über zwei XLR-Anschlüsse, also konnte ich zwei Funkmikrofone auf verschiedenen Kanälen einsetzen. Ich hatte auch ein kleines Shotgun-Mikrofon an der Kamera, das ich schnell anschliessen konnte. Aber es gab auch Situationen, zum Beispiel, als wir mit einem Fischer reden mussten, in denen ich auf einen reinen Ton Wert legte und nicht erst ein Mikrofon aufstecken wollte.“

Angesichts einer so kompakten Ausrüstung leistete sich Zomer einen Luxus für Videoaufnahmen: Er nahm seine zuverlässige Spiegelreflexkamera Canon EOS-1D X mit auf die Reise (mittlerweile ersetzt durch das Nachfolgemodell Canon EOS-1D X Mark III), die natürlich mit demselben EF-Objektivbajonett ausgestattet ist wie die Canon EOS C200. Mit ihr fing er durch Zeitrafferaufnahmen die majestätische Schönheit des Polarlichts ein.

Dieses Material bietet einen ruhigen und farbprächtigen Kontrapunkt zur temporeichen Action des Kitesurfens und bringt die übernatürliche Schönheit dieses Ortes zum Ausdruck. Beinahe hätte man vergessen können, dass wie kalt es war.

Verfasst von Adam Duckworth


Michael Zomers Ausrüstung

Die Ausrüstung, die Profis für ihre Dokumentationen verwenden

The Canon EOS C200 Cinema Camera.

Kamera

Canon EOS-1D X Mark III

Die neue Spitzen-Actionkamera von Canon wird praktisch jedem Workflow gerecht. Sie nimmt 4K 60p oder 5,5K RAW-Videos auf, die völlig neue Möglichkeiten eröffnen.

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