ARTIKEL

Robert Lösch beherrscht die Kunst der Splatter Painting-Fotografie

Red and white paint being thrown through the air onto a grey sheet.
Der österreichische Künstler und Sportfotograf Robert Lösch entwickelte seine Live Action Splatter Painting-Technik für eine Live-Demonstration mit Canon auf einem Fotografie-Event in Salzburg. Aufgenommen mit einer Canon EOS R mit einem Canon TS-E 90mm f/2.8L Macro Objektiv mit einer Verschlusszeit von 1/125 Sek., Blende 1:5,6 und ISO 400. © Robert Lösch

Der österreichische Fotograf Robert Lösch entdeckte eine neue Möglichkeit, sein künstlerisches Talent auszudrücken, als er das Objektiv auf seine eigenen, von Jackson Pollock inspirierten Splatter-Gemälde richtete, um eine einzigartige „Live Action“-Fotoserie zu kreieren. Die mit einer Canon EOS R, Canon Tilt-und-Shift-Objektiven, Acrylfarbe und etwas kreativem Gespür entstandenen Bilder sind eigenständige Kunstwerke geworden.

„Ich wollte interessante Bilder schaffen, aber auch den kreativen Prozess analysieren, dokumentieren und beschreiben“, erklärt Lösch, der vor allem für seine Motorsport-Fotografie bekannt ist. „Ich habe diese Technik der Wassertropfen-Fotografie nicht deswegen vorgezogen, weil ich ein gemaltes Bild wollte; ich habe sie gewählt, weil die beiden daraus resultierenden Bilder – Gemälde und Fotografie – im Zusammenspiel unser Verständnis von Raum und Zeit ausdrücken.“

A Canon EOS R on a tripod is directed at a paint-splatter canvas on the floor. The room is covered in plastic sheeting.
Lösch übte seine Technik zu Hause, bevor er sie einem Live-Publikum präsentierte und dabei die Farbe durch eine Lichtschranke spritzte, um Kamera und Blitz auszulösen. © Robert Lösch
A canvas on the floor covered in splatters of red, black and white paint.
Löschs erster Versuch beim Live Action Splatter Painting. Um seine Technik zu perfektionieren, experimentierte er mit verschiedenen Oberflächen und spritzte die Farbe mal auf eine flache Leinwand, mal auf einen Stapel aus kleinen Holzblöcken. Aufgenommen mit einer Canon EOS R mit einem Canon TS-E 135mm f/4L Macro Objektiv mit einer Verschlusszeit von 1/100 Sek., Blende 1:4,5 und ISO 800. © Robert Lösch

Von Action inspiriertes Konzept

Als Lösch von Canon gefragt wurde, ob er beim Fotografen Clubbing Salzburg 2019 vor professionellen Fotografen sprechen möchte, beschloss er, seine Leidenschaft für Malerei und Actionfotografie in einem Konzept zu vereinen, das er „Live Action Splatter Paint Photography“ nennt.

Canon Professional Services

Besitzt du eine Canon Ausrüstung?

Registriere deine Ausrüstung, um Zugriff auf kostenlose Expertentipps, Gerätewartung, inspirierende Veranstaltungen und exklusive Sonderangebote mit Canon Professional Services (CPS) zu erhalten.

„Ich mache oft Action-Fotos, deshalb wollte ich versuchen, diese Action in einem Gemälde festzuhalten“, sagt er. „Was ich bei der Sportfotografie sehr interessant finde, ist, dass man die perfekte Aufnahme nicht planen kann – man muss reagieren. Man kann zwar planen, was man malen will, oder man kann ein Bild komponieren, aber es herrscht immer eine gewisse Ungewissheit, besonders, wenn man Farbe spritzt.“

Bevor er seine Idee vor einem Live-Publikum umsetzte, testete Lösch sein Splatter Painting-Konzept zu Hause. „Ich habe fast mein ganzes Wohnzimmer mit Abdeckfolie abgeklebt und dann Suppendosen – eine kleine Hommage an Andy Warhol – als Einbeinstativ für die Lichtschranke verwendet“, sagt er. Die Acrylfarbe hat er verdünnt, sodass sie beim Spritzen die Konsistenz von Milch hatte und sowohl grosse Ströme als auch Tröpfchen bilden konnte.

„Zuerst denke ich darüber nach, wo ich die Farbe verspritzen will. Dort positioniere ich die Lichtschranke und dann ziele ich mit der Farbe darauf. Die Lichtschranke ist an die Kamera angeschlossen, und wenn die Farbe die Schranke durchbricht, wird die Kamera gleichzeitig mit dem Blitz ausgelöst. Ich war sehr froh, dass ich es erst einmal zu Hause ausprobiert habe, denn ich brauchte mindestens 10 Versuche, um Lichtschranke und Kamera perfekt einzurichten. Da war viel Trial-and-Error involviert.“

A splash of red paint is splattered with black and white paint.
Mit den Tilt-und-Shift-Objektiven konnte Lösch seinen Bildern eine zusätzliche Dimension verleihen. „Wenn ich die Oberfläche nicht im rechten Winkel fotografiere, habe ich einen sehr kleinen fokussierten Bereich“, erklärt Lösch. „Dann brauche ich das Tilt-und-Shift-Objektiv, weil ich damit die Brennebene neigen kann.“ Aufgenommen mit einer Canon EOS R mit einem Canon TS-E 90mm f/2.8L Macro Objektiv mit einer Verschlusszeit von 1/125 Sek., Blende 1:9 und ISO 100. © Robert Lösch
Photographer Robert Lösch with his Canon kit.
Mit dieser Technik kann Lösch seine Leidenschaft für die Malerei und die der Actionfotografie miteinander vereinen. Gewohnt an rasante Motorsportaufnahmen wollte er zeigen, wie wichtig es für einen Fotografen ist, schnell auf eine Situation reagieren zu können.
A selection of glass jars with red contents.

Spannende Möglichkeiten zur Verwendung von Tilt-und-Shift Objektiven von Canon

Tilt-und-Shift Objektive eignen sich nicht nur für Architekturfotos oder Porträts. Drei Fotografen zeigen, wie sie diese Objektive in unterschiedlichen Genres kreativ einsetzen.

Die richtige Ausrüstung für die Vision eines Künstlers

Lösch verwendet Canon Speedlite-Blitzgeräte und eine Canon EOS R mit zwei Tilt-und-Shift-Objektiven – ein Canon TS-E 90mm f/2.8L Macro und ein Canon TS-E 135mm f/4L Macro. Für einen Fotografen, der 14 Jahre lang Architektur studiert hat, liegt diese Auswahl vermutlich nahe. „Ich habe als Architekturfotograf begonnen, habe also mit Tilt-und-Shift-Objektiven zu fotografieren angefangen“, erklärt Lösch. „Ich dachte, dass Tilt-und-Shift-Objektive bestimmt nicht nur für die Architekturfotografie gut sind, denn das würde keinen Sinn ergeben. Ich habe diese Objektive für Videos und Makroaufnahmen verwendet, ohne dabei das Objektiv an der Kamera zu befestigen. Stattdessen habe ich es für den Spezialeffekt etwas weiter weggehalten. Ich mag es, Produkte bis an ihre Grenzen zu testen. Ich beschäftige mich ständig mit Tilt-und-Shift-Objektiven. Ich verwende sie gerne für alles, von Porträts bis hin zu Landschaften.“

Tilt-und-Shift-Objektive verleihen Löschs Arbeit eine zusätzliche Dynamik, sodass er mit Tiefenschärfe spielen und seinen actiongeladenen Bildern eine zusätzliche Dimension verleihen kann. „Wenn ich Farbe auf eine flache Oberfläche wie eine Leinwand spritze, kann ich nie direkt im rechten Winkel fotografieren, sodass alles im Fokus ist“, sagt er. „Ich verwende Tilt-und-Shift-Objektive, weil ich die Kamera immer in einem anderen Winkel zur Leinwand positionieren muss. Das Ergebnis ist, dass die Spritzer dynamischer sind, was dem Bild mehr Tiefe und Dimension gibt.

„Als ich zum ersten Mal Farbe auf Objekte gespritzt habe, habe ich das Canon TS-E 135mm f/4L Macro Objektiv verwendet, weil ich damit sehr nah herankomme und im Detail sehen kann, was passiert. Beim Spritzen auf Leinwand benutze ich gerne auch das Canon TS-E 24mm f/3.5L II Objektiv oder das Canon TS-E 45mm f/2.8 Objektiv. Das 45-mm-Modell ist älter, aber ich mag es.“

Falling wooden blocks covered in red paint, with droplets flying through the air.
Durch die Kombination der Canon Speedlite-Blitzgeräte mit kurzen Verschlusszeiten konnte Lösch die Farbtropfen während dem Verspritzen einfangen. Aufgenommen mit einer Canon EOS 6D (mittlerweile ersetzt durch das Nachfolgemodell Canon EOS 6D Mark II) mit einem Canon TS-E 135mm f/4L Macro Objektiv mit einer Verschlusszeit von 1/125 Sek., Blende 1:4 und ISO 100 (plus zwei Canon Speedlites 600EX II-RT und einem Canon Speedlite Transmitter ST-E3-RT). © Robert Lösch

Das EOS R System in der Praxis

„Die Wahl der Kamera war von Anfang an völlig klar“, sagt Lösch. „Es gibt viele Kameras mit klappbaren Displays, aber das dreh-und schwenkbare Display der Canon EOS R verfügt über eine besonders hohe Auflösung und einen grossen Dynamikbereich.“ Lösch schliesst seine Kamera an einen Computer an, damit er auf einem Monitor sehen kann, was er macht. Aber er kann diesen Bildschirm nicht immer sehen, wenn er gleichzeitig Leinwand, Lichtschranke, Beleuchtung und Farbe anpasst. In diesen Momenten braucht er das Kameradisplay.

„Das Tethered-Shooting funktioniert mit der EOS Utility-Software sehr gut“, erklärt Lösch. „Ich liebe das Set-up, besonders für Aufnahmen vor einem Live-Publikum.“

A tower of wooden blocks covered in dripping red, black and white paint.
Die kleinen Holzblöcke verleihen Löschs endgültigen Bildern Perspektive und Dynamik. Aufgenommen mit einer Canon EOS R mit einem Canon TS-E 135mm f/4L Macro Objektiv mit einer Verschlusszeit von 1/100 Sek., Blende 1:4 und ISO 100 (plus zwei Canon Speedlites 600EX II-RT und einem Canon Speedlite Transmitter ST-E3-RT). © Robert Lösch

EOS Utility, das im Lieferumfang der Einrichtungssoftware deiner EOS-Kamera enthalten ist, ermöglicht die Fernsteuerung der Kamera über den Computer, entweder über USB-Kabel oder WLAN. „Dank der WLAN-Verbindung kannst du die Position wechseln. Du bist mit deiner Kamera nicht an einen Ort gebunden und kannst den Menschen viel mehr zeigen“, erklärt Lösch. „Das Tolle an der EOS Utility-Software ist, dass du dank der sicheren Verbindung mit deinem Computer dem Publikum live auf dem Bildschirm zeigen kannst, was gerade passiert. Deine Bilder werden sofort auf deinen Computer übertragen, sodass du die Ansicht vergrössern kannst, um alles Wichtige zu erklären. Das ist wirklich ein grosser Vorteil.“

Die Verbindung der Canon EOS R mit EF Objektiven über den Canon Mount Adapter EF-EOS R gelingt laut Lösch nahtlos. „Ich verwende alle drei Canon Adapter gleichermassen, aber das Interessante am Canon Bajonettadapter mit Einsteckfilter EF-EOS R ist, dass du einen Filter für alle EF und EF-S Objektive verwenden kannst – sogar ein Fischaugenobjektiv, vor das man normalerweise keinen Filter setzen kann. Das ist für Architektur- und Landschaftsfotografie ziemlich interessant, denn wenn du tagsüber fotografierst, laufen immer Leute vor deine Kamera, und es ist schwierig, einen ND-Filter vor so etwas wie das Canon TS-E 17mm f/1.4L Objektiv zu setzen. Daher ist dieser Adapter sehr nützlich.“

Verfasst von Lorna Dockerill


Robert Löschs Ausrüstung

Die Ausrüstung, die Profis für ihre Fotos verwenden

The Canon EOS R.

Kamera

Canon EOS R

Spiegellose Vollformat-Kamera, die engagierten Fotografen und Filmemachern ganz neue kreative Möglichkeiten bietet. „Die Wahl der Kamera war von Anfang an völlig klar“, sagt Lösch. „Es gibt viele Kameras mit klappbaren Displays, aber das dreh- und schwenkbare Display der Canon EOS R verfügt über eine besonders hohe Auflösung und einen grossen Dynamikbereich.“

Objektive

Canon TS-E 90mm f/2.8L Macro

Dieses aussergewöhnliche Tilt-und-Shift-Objektiv mit 90mm Brennweite ermöglicht die Steuerung der Perspektive – für wunderschöne Porträts und Produktfotos. „Ich beschäftige mich ständig mit Tilt-und-Shift-Objektiven. Ich verwende sie gerne für alles, von Porträts bis hin zu Landschaften“, erklärt Lösch.

Canon TS-E 135mm f/4L Macro

Mit diesem Tilt-und-Shift-Objektiv mit einer Brennweite von 135 mm, das eine gezielte Steuerung der Perspektive ermöglicht, siehst du die Studio-Welt mit der perspektivischen Verdichtung eines Teleobjektivs auf eine ganz neue Art.

Zubehör

Ähnliche Artikel

Alle anzeigen

Holen Sie sich den Newsletter

Klicken Sie hier, um inspirierende Geschichten und interessante Neuigkeiten von Canon Europe Pro zu erhalten.

Jetzt registrieren