Buchproduktion - Innovation durch gemeinsames Handeln

Auf dem Future Book Forum von Canon sprechen Experten über das Potenzial der Kooperation

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Verwandeln Sie die Herausforderungen im Verlagswesen in neue Geschäftschancen

Druckdienstleister, Verleger und Technologiepartner arbeiten zusammen und gestalten so die Zukunft des Verlagswesens. Erfahren Sie mehr.

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Peter Fisk of GeniusWorks presenting at Canon’s Future Book Forum

Buchverlage: Die acht stärksten Innovationstreiber

Das Canon Future Book Forum bringt jährlich Druckdienstleister, Verleger und Anbieter digitaler Drucktechnologien zusammen und ermöglicht es, Erkenntnisse und Ideen bezüglich aktueller Branchentrends auszutauschen. 2017 wurde auf dem Forum die Idee des "intelligenten Buchs" besprochen, welches als individuelle Erfahrung konzipiert, die virtuelle Realität mit der haptischen Dimension des gedruckten Buchs kombiniert. 

Das Konzept wurde bisher nicht realisiert. Damit dies geschehen und der Wandel sich vollziehen kann, so das Resultat einer Diskussionsrunde von Fachleuten auf dem Forum, bedarf es einer engen Zusammenarbeit und Prozessoptimierung entlang der gesamten Lieferkette der digitalen Buchproduktion. Die Diskussion drehte sich dabei um die acht stärksten Treiber für Wandel und Innovation.

Young woman reading book on train

1. Verschiedene Vertriebsmodelle: Inhalte bewegen sich über verschiedene Plattformen hinweg, werden durch neue Technologien verteilt und durch moderne Geschäftsmodelle monetarisiert. Vorhersagen sind schwierig: Im Jahr 2011 verkündetet die Financial Times in einem Artikel den "Tod des Handbuchs"; 2016 berichtete Nielsen dann, dass der Verkauf von Handbüchern um 4,45 % zugelegt habe. Die Art des Produkts hat sich verändert. Lonely Planet erstellt nun sowohl Inhalte für den Einsatz auf digitalen als auch papierbasierten Plattformen. Wenn beim Kunden die Entscheidung für die Druckversion fällt, wird eine Vielzahl gedruckter Reiseführer angeboten. Besucher von New York können aus nicht weniger als vier Formaten wählen. 

2. Kürzere Zeiten bei der Markteinführung: Bücher können nicht mit der Aktualität in sozialen Medien und einer 24-Stunden-Nachrichtenkultur konkurrieren – aber sie können tiefgründige Hintergrundanalysen liefern und neue Trends und Themen beleuchten. Darüber hinaus bietet das mit dem Digitaldruckverfahren mögliche Verteilen und Drucken viel Potenzial. Michaela Philipzen von Ullstein Buchverlage arbeitet an einer Lösung, die deutschsprachigen Lesern in Übersee Bücher zum gleichen Erscheinungstermin zur Verfügung stellen kann, wie in Deutschland. "Wenn wir flächendeckend Druckdateien bereitstellen und so Erscheinungstermine aufeinander abstimmen können, ist das ein grosser Gewinn für uns und unsere Kunden."



"WIR NUTZEN DIE TECHNOLOGISCHEN MÖGLICHKEITEN, DIE UNS DAS VERLAGSWESEN SCHON HEUTE BIETET, NICHT VOLL AUS. DAHER KENNEN WIR DIE VOLLEN AUSWIRKUNGEN NICHT, DIE DIESE AUF UNSERE ARBEITSWEISE HABEN KÖNNEN."

Dr. Sven Fund, Gründer
und Geschäftsführer von fullstopp

3. Verleger sind eher risikoscheu: Seit seiner Veröffentlichung im Jahr 2003 wurde " THE Da Vinci Code - SAKRILEG" mehr als 80 Millionen Mal verkauft. Zum Vergleich: wurde in den vergangenen fünf Jahren wurde kein Titel mehr als 20 Millionen Mal verkauft. Niedrigere Verkaufszahlen bedeuten niedrigere Gewinne. Dadurch wird es riskanter, neuen Autoren eine Chance zu geben. Auch der unübersichtliche Markt, der durch Entwicklungen wie das Self-Publishing entstanden ist, erschwert es, Aufmerksamkeit für Neuauflagen zu erregen. Das Zeitfenster für neue Titel beträgt jetzt nur noch vier Wochen. 

4. Sinkende Auflagen: Wie die Vereinigung europäischer Verleger mitteilt, hat sich der Absatz von eBooks bei 6 bis 7 % der gesamten Buchverkäufe eingependelt – viel weniger als man befürchtet hat. Aber es drohen weitere digitale Herausforderungen: Soziale Medien konkurrieren um die Aufmerksamkeit der Verbraucher, ebenso wie der steigende Drang zum "Binge Watching" ("Serienmarathon") durch z. B. TV-Streaming. 

5. Neue Inhalte durch Self-Publishing: Es ist kein völlig neues Phänomen: schon Jane Austen und Marcel veröffentlichten im Eigenverlag. Doch die heutigen Produktionsmöglichkeiten machen es Autoren einfacher denn je, in Druck oder auf einen eReader zu kommen. 

6. Special Interest- Literatur: Kleinauflagen und On-Demand-Bücher sind durch die technischen Möglichkeiten und den Wegfall von hoher Kapitalbindung im Digitaldruck jederzeit realisierbar. So wird jedes Hobby oder jede Leidenschaft zur Chance für Verlage, die mit dem besetzen einer Nische erfolgreich sein wollen. Selbst das Publizieren in exotischen Sprachen kann sich rechnen. Kein Thema ist zu ausgefallen. Beispielsweise hat sich Goloseo, ein Münchner Verlagshaus, auf das Wiederbeleben von Kinderliteratur aus früheren Zeiten in gedruckter als auch digitaler Form spezialisiert. 

7. Selbst Digital Natives wünschen sich gedruckte Bücher: Die Menschen fühlen sich von digitalen Medien überwältigt. Eine Studie von Two Sides aus dem Jahr 2017 hat ergeben, dass 72% lieber gedruckte Bücher und Zeitungen lesen und 69% sich Druckerzeugnissen zuwenden und dafür gerne mal ihre elektronischen Geräte zur Seite legen. 

8. Verbraucher erwarten Inhalte auf unterschiedlichen Plattformen: Wenn sie sich nicht gerade bei einem guten Buch entspannen, sind die "Digital Natives" es gewohnt, Informationen parallel auf unterschiedlichen Geräten zu konsumieren – als geschriebenes Wort, als Audio oder Video.

Delegates in discussion during roundtable debate at Canon’s Future Book Forum


"WIR ERMUTIGEN BUCHDRUCKER, NICHT LÄNGER EINE PASSIVE ROLLE ZU SPIELEN. SIE SOLLEN ERKENNEN, DASS SIE IN DER LAGE SIND, INNOVATION VORANZUTREIBEN."

Peter Wolff, Senior Director
Commercial Printer & CRD
Customer Groups, Canon Europe

Die Chancen sind grösser als die Risiken

Auf den ersten Blick wirken einige der neuen Entwicklungen – z.B. Self-Publishing und sinkende Auflagen – bedrohlich. Wer jedoch die Herausforderungen annimmt, wird erkennen, dass Herausforderungen immer auch Chancen bieten. Um diese Chancen nutzen zu können, müssen Verleger, Druckdienstleister und Anbieter technischer Lösungen eng zusammenarbeiten. Sie bilden bereits heute ein "Kompetenz-Dreieck", das fast alle Aspekte der Buchproduktion umfasst. 

Peter Wolff von Canon hat während einer Diskussionsrunde zusammengefasst, was dabei elementar ist: “Alle Glieder in der Kette müssen über die aktuellen Visionen der Branche hinausdenken. Verleger können in digitalen Dimensionen denken. Dies ermöglicht es ihnen, der Zukunft, die gekennzeichnet sein wird von Kleinauflagen und On-Demand-Dienstleistung, optimal zu begegnen. Proaktives Lifecycle-Management wird zukünftig den kommerziellen Wert von publizierten Inhalten entscheidend mitbestimmen und gleichzeitig den Konsumenten den Zugang dazu deutlich erleichtern. Doch ohne den offenen Dialog und die dauerhafte Zusammenarbeit zwischen Verlegern, Druckern und Technologiepartnern werden es solche Innovationen schwer haben. Es ist an uns, den nächsten Schritt zu machen.”

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